Pirmasens Ein charmanter Entertainer

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Marcel Adam, der mit seinem Trio in der Alten Posthalterei in Waldfischbach gastierte, gehört zu den beständigsten und erfolgreichsten Musiker der weiteren Region. So waren auch in Waldfischbach – wie fast immer – alle Plätze besetzt, und die rund 150 Gäste zeigten sich mit dem Gebotenen hoch zufrieden.

Adams

Konzept und seine charmante Präsentation sind wohl ein Faktor für seine Beliebtheit; den überwiegenden Teil seines Programms hat er selbst geschrieben, obwohl es dann und wann auch mal eine Coverversion eines Chansons von Joe Dassin sein darf, das sich in Adams Programm bestens einfügt. Adam setzt bei seinen Liedern vor allem auf den lothringischen Dialekt, was natürlich für einen Pfälzer kaum Verständnisprobleme aufkommen lässt. Musikalisch reichen zwei Gitarren und ein typisches Akkordeon, wie man es auch aus der Musette kennt. Das gibt der Musik dann auch einen gewissen Chanson-Charakter. Wobei Adam das nicht stilistisch so eng sieht: Immerhin findet sich auch Amanda McBrooms „The Rose“ mit (hoch-)deutschem Text im Programm – ein Lied, das wohl jeder im Publikum kennt und in Adams Version einen gewissen neuen Charme erhält, zumal der oft interpretierte Song bei manchen Sangeskollegen Adams doch etwas lieblos oder gar kitschig klingt. Adams Lieder erzählen von Alltäglichkeiten, wenn er etwa (auf Lothringer Dialekt) von einer typischen dörflichen Idylle singt, wie „es Anna uff de Bonk on de Stroß“ sitzt und „Grumbiere schält“, oder wenn es – auch das ist typisch für den Liedermacher – um gar nicht so anständige Bewandtnisse geht: „No de Liebe geh ich häm zu meiner Frau“ – heißt es da in einem Lied, das dann aber eine unerwartete Pointe erfährt. Denn einmal zu früh heimgekommen, findet der Ehemann bei seiner Frau ein anderen. Beim Zwischenmenschlichen hat Adam auch immer mal ein paar witzig-bissige Sprüche auf Lager. Denn da gibt es wohl gravierende Unterschiede zwischen dem deutschen oder dem französischen Mann: „Deutsche Männer gehen nach der Liebe an den Kühlschrank. Der Franzose dagegen“, so weiß Adam zu berichten, „geht danach zurück zu seiner Frau“. Da finden sich in den Ansagen auch ganz gewagte Sprüche: „Früher honn die Fraue noch was gschafft“ – in einer Zeit, als es noch keine elektronischen Medien gab. Da geht dann natürlich ein Raunen durch das Publikum – aber wer Adam kennt, der weiß, dass er gern ein bisschen stichelt – was aber immer in akzeptablen Grenzen bleibt. Beleidigungen sind nicht Adams Niveau. Dass das Publikum begeistert war liegt auch an der instrumentalen Seite des Konzertes. Die Arrangements sind stets ausgefeilt, das Trio ergänzt sich bestens und gerade auch der Einsatz des Akkordeon gibt der Musik den erwünschten Chanson-Touch.

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