Pirmasens Ein Bild vom Studium machen

Studium live erleben. Das können Schüler der 11. und 12. Klassen der weiterführenden Schulen in diesem Sommer an der Fachhochschule in Pirmasens (FH). Binnen sieben Wochen erfahren sie was Hochschulleben, was studieren bedeutet. Zwei Summer Camps bietet die FH an: Das Summer Camp „Mathematik I“ und das Summer Camp „Unternehmerisches Denken und Handeln“.
Rund 14.000 Euro hat das Mainzer Bildungsministerium bewilligt, um die beiden Camps zu realisieren. Das Geld steht unter anderem zur Verfügung, damit fünf Tutoren in der Zeit vom 21. Juli bis zum 5. September mit angehenden Studenten arbeiten können. Darum gehe es, sagte Ludwig Peetz, der Dekan der FH, gestern bei der Vorstellung der beiden Programme: Schülern frühzeitig einen realistischen Blick in die Hochschulwelt zu ermöglichen. „So dass sie schon früh abschätzen können, ob ein Studium für sie überhaupt infrage kommt“, sagte Peetz. Wenn sich Schüler an der FH über ein mögliches Studium informierten, „dann hören wir immer wieder Fragen wie schaffe ich das, kann ich mir das zutrauen“, sagte Professor Ulli Schell, der für das Summer Camp Mathematik I verantwortlich zeichnet. Genau diese Fragen ließen sich mit dem Summer Camp beantworten. Besonderes Bonbon für die Teilnehmer: Wird die Prüfung am Ende des Summer Camps Mathematik erfolgreich bestanden und später ein Studium an der FH aufgenommen, gilt der Schein, muss diese Prüfung nicht noch mal abgelegt werden. Dazu gibt es für die Teilnahme am Summer Camp in beiden Fällen sogenannte Credit Points. Etwa 30 dieser Punkte muss ein Student pro Semester sammeln und vorweisen. Fünf Credit Points gibt es für das Summer Camp. „Das nimmt schon mal Stress aus einem ersten Semester“, sagt Professor Ralph Wiegland, der für das Camp „Unternehmerisches Denken und Handeln“ verantwortlich ist. „Für jeden Studierenden ist das ein wichtiges Thema“, sagt Wiegland. Es gehe nicht nur um die Vermittlung von Wissen, sondern auch um die Vermittlung bestimmter Fähigkeiten und Kompetenzen. Beide Summer Camps starten am 21. Juli, in der letzten Schulwoche. Die Schulleiter hätten Unterstützung signalisiert, so dass eine Befreiung vom Unterricht in dieser Zeit relativ problemlos möglich sein werde, sagte Peetz. Für die Mathe-Camp-Teilnehmer bleibt es beim Einführungstag. Im Laufe des Camps wird es immer mal wieder Präsenztage an der FH geben, vorwiegend wird das Studium aber mittels E-Learning stattfinden. Damit werde den Sommerstudenten ermöglicht zu erfahren, was es bedeutet, wesentlich selbstständiger als in der Schule zu lernen. Da gebe es schon erhebliche Unterschiede, sagt Schell. Die Sommerstudenten könnten dadurch, dass Aufgaben online zu lösen seien, ihre Ferientage relativ frei einteilen, die Aufgaben beispielsweise abends erledigen. Die Summer-Camp-Teilnehmer „Unternehmerisches Denken und Handeln“ verbringen die Tage vom 21. bis einschließlich 24. Juli an der FH. Sie lernen nicht nur die Hochschule kennen, sondern auch bereits Unternehmen. Auch hier kommt eine Lernplattform zum Einsatz, so dass es nur einige Präsenztage an der FH gibt. Das Summer Camp Mathe endet am 5. September. Teilnehmer dürfen die Prüfung ablegen, ohne den Druck, bestehen zu müssen. Die Campteilnehmer mit dem Unternehmensschwerpunkt treffen sich erneut vom 1. bis zum 5. September, erstellen unter anderem einen Businessplan. Eine große Chance sei das für Schüler. Sie könnten sich vorab ein realistisches Bild von einem Studium machen, bemerkten Schell und Wiegland. Natürlich sei es auch für die FH eine Möglichkeit, um zu beweisen, dass ein Studium in Pirmasens attraktiv ist, unterstrich Peetz. (add)