Pirmasens Durchwachsenes Messe-Fazit
„In der Tendenz sehe ich die Messe als gelungen an. Allerdings mussten wir einen Besucherrückgang von rund 20 Prozent im Vergleich zum letzten Mal hinnehmen.“ Michael Böttcher, Projektleiter beim Veranstalter „Das Agenturhaus“ zeigte sich am Sonntag Nachmittag nicht wirklich zufrieden mit dem zurückliegenden Wochenende. Trotz Ausweitung des beliebten Angelbereiches bei der Messe „Angeln und Jagen“ seien weit weniger Besucher gekommen als geplant.
Rund 60 Aussteller präsentieren bei der Ausstellung Produkte und Dienstleistungen rund um die vielfältigen Aktivitäten im Freien. Auch wenn am Sonntag der Betrieb recht rege verlief, die Resonanz der drei Tage war nicht für alle Aussteller und Besucher zufriedenstellend. „Wir werden nun in den Gesprächen mit den Ausstellern entscheiden, in welcher Form es mit der Messe weitergehen wird“ resümierte er. Dabei sah das am Sonntag um die Mittagszeit ganz anders aus. Auf Messeparkplatz ging zu diesem Zeitpunkt nicht mehr viel. Auffällig viele Allradfahrzeuge, wahlweise mit und ohne Hundeboxen im Kofferraum, zeigten ziemlich eindeutig die Zielgruppe der Messe. Jäger, Angler aber auch Hundefreunde und Outdoorbegeisterte kamen mit dem Angebot der Messe „Angeln und Jagen“ auf ihre Kosten. Infoangebote von den Landesforsten, über Jagd- und Angelsportverbände bis hin zum Falknerorden, wurden ergänzt durch die thematisch passenden Verkaufsstände von Outdoorbekleidung Jagdzubehör und Angelbedarf. Ein Rahmenprogramm mit Trachtenmodenschau, Hundevorführung, Greifvogelschau und Jagdhornbläsern unterhielt die Besucher während des Messetages. Die Resonanz zur Messe war aber bei Ausstellern wie Besuchern durchwachsen. „Wir sind aus der Vorderpfalz gekommen und waren schon viele Male hier zur Messe erzählen Brigitte und Manfred Krück. „Wir vermissen in diesem Jahr unseren gewohnten Ausrüster. Zudem dürfte das Rahmenprogramm umfangreicher sein“ zeigen sich die Jäger dennoch zufrieden mit dem Angebot. „Es gibt in unserer Region kaum noch Geschäfte, deshalb nutzen wir die Messe durchaus als Einkaufsgelegenheit.“ „Freitag und Samstag waren eher mau. Wenn aber der Sonntag jetzt so weiter läuft, bin ich trotzdem zufrieden.“ So klang am frühen Sonntagnachmittag das Messe-Fazit von Rolf Albrecht. Mit seinem Keiler-Jagd-Shop ist er seit neun Jahren auf der Messe präsent. Trotz geringerer Besucherzahlen spiele ihm der Herbsttermin in die Karten. Für für viele Jäger und Outdoorbegeisterte stehe gerade jetzt die Anschaffung einer hochwertigen Winterausrüstung auf dem Wunschzettel, hat der Händler beobachtet. Ähnlich sieht es auch Marco Webers. „Auf größeren Messen mache ich zwar mehr Umsatz, dafür habe ich in Pirmasens mehr Spaß“, fasst der Hundeausrüster seine „AnJa-Erfahrung“ in diesem Jahr zusammen. Der Freitag wurde wie immer geprägt von den Besuchen seiner Stammkunden. Der Samstag sei aus seiner Sicht allerdings „eine Katastrophe“ gewesen. Wenig Besucher, kaum Umsatz. Der Sonntag entwickelte sich doch noch ganz gut, deshalb unterm Strich für ihn in Ordnung“, will Webers auf jeden Fall auch zukünftig wieder mit am Start sein. Karl-Georg Weber und sein Geschäftspartner Kai Hauck sowie Peter Kaufmann aus Homburg boten an einem Gemeinschaftsstand als einziger Aussteller Jagdwaffen an. Entsprechend groß ist die Nachfrage. Dabei stehe für ihn auf der Messe nicht unbedingt der Verkauf im Vordergrund. „Den meisten Besuchern geht es darum, Informationen zu sammeln. Die liefern wir und pflegen unseren Kundenstamm“, blickt Weber auf ein aus seiner Sicht erfolgreiches Wochenende zurück. Auch sein Partner Kai Hauck zeigt sich zufrieden. Der Waffenbauer hat alle Hände voll zu tun, um Interessenten über die Besonderheiten seiner individuell gefertigten Gewehre und Waffen zu informieren. „Neben meinen Bonbons war Pfefferspray der Renner auf der Messe. Das ist komplett ausverkauft“, scherzt Peter Kaufmann am Stand neben an. Er sieht darin ein steigendes Sicherheitsbedürfnis in der Gesellschaft.