Pirmasens Dritter in der 2015-Tabelle

Placeholder-Image

Pirmasens. Wenn die Spieler den „Klub-Treff“ mit einer Polonäse aufmischen, wenn selbst honorige Mitglieder in die Jubelgesänge der Kicker mit einstimmen und der Trainer bei seinem Pressekonferenz-Statement mit den Tränen kämpft, muss schon was etwas ganz Besonderes im Stadion Husterhöhe passiert sein. Und das ist es auch. Der FK Pirmasens sicherte sich vor rund 1200 Zuschauern mit einem 2:0 (1:0) über Eintracht Trier den Verbleib in der Fußball-Regionalliga – RHEINPFALZ am SONNTAG informierte.

Als Schiedsrichter Moritz Kühlmeyer um 15.45 Uhr die Partie abpfiff, kannte der Jubel beim FKP keine Grenzen. Die FKP-Spieler führten auf dem holprigen Rasen nahe der Mittellinie einen wilden Tanz auf. Danach ging es zuerst Richtung Stehränge zu den Fanclubs. „,Steige’ auf den Zaun!“ – mit diesen Worten zitierte die Mannschaft ihren Torhüter Frank Steigelmann auf den Drahtkäfig. Steigelmann, der kurzfristig sein Regionalliga-Comeback feierte, da Nothelfer Mirko Bitzer wegen einer Thrombose ausfiel, intonierte von dort lautstark die in ein „Humba Täterä“ mündenden Schlachtgesänge. Anschließend ließen sich die Spieler von der Haupttribüne mit rhythmischem Applaus feiern. Die obligatorischen Sektduschen und die Umarmungen aller Spieler durch die flugs auf den Platz geeilten FKP-Präsidenten Karsten Volberg, Manfred Hoffmann („diese Mannschaft hat Charakter“) und Andreas Ring gab′s obendrein. Rückblende: Rund 15 Minuten vor dem Anstoß dieses entscheidenden Spieltags herrschte auf den Rängen eine besondere Stimmung zwischen Angespanntheit und verhaltenem Optimismus. Nicht das Stadionbier oder die Bratwurst war das wichtigste Fan-Utensil, sondern das Smartphone, mit dem man sich über die Ergebnisse der 3. Liga und das zeitgleiche Match von Abstiegskonkurrent Nöttingen informierte. Drittligist Mainz 05 II benötigte einen Zähler, um unabhängig von den Resultaten der Konkurrenz nicht abzusteigen, und ein Mainzer Ligaverbleib wiederum hätte Pirmasens bei einem Remis gegen Trier eine Saison 2015/16 in der Regionalliga vorzeitig gesichert. Nun, die Mainzer durften bereits um 15.18 Uhr nach dem 1:1 gegen Chemnitz feiern. Zur gleichen Uhrzeit erhöhte Walldorf gegen Nöttingen auf 3:1 und gewann das Badenderby letztlich mit 4:2. Zu diesem Zeitpunkt führte der FKP gegen die in der Offensive zahm wirkenden Trierer mit 1:0. Der gerade rechtzeitig wieder fit gewordene Benjamin Auer hatte in der 33. Minute eine Flanke von Mathäus Gornik, über dessen Vertragsverlängerung diese Woche gesprochen wird, mal wieder perfekt angenommen, den Ex-FKPler Ajdin Zeric stehengelassen und den Ball aufs Trierer Tor geschossen. Der junge Eintracht-Keeper Dominik Thömmes konnte den Ball nicht festhalten, und Jannik Sommer staubte mit dem Knie zu seinem achten Tor im 14. FKP-Spiel ab. Bevor Patrick Freyer in Minute 82 alles klar machte, als er eine Top-Vorlage von Felix Bürger zum 2:0 verwertete (82.), gab es zwei hochemotionale Momente im Sportpark. In der 68. Minute gönnte Trainer Peter Tretter Sommer einen umjubelten Abschied, zehn Minuten später durfte auch Auer sich feiern lassen. Die beiden Angreifer, die großen Anteil an der starken Rückrunde des FKP hatten, machten ihr letztes Spiel für „die Klub“. Noch etwas für Statistikfreunde: Wenn man nur eine Tabelle für die 14 Regionalliga-Spiele in 2015 erstellt, belegt Neuling Pirmasens mit 26 Punkten (acht Siege, zwei Unentschieden, vier Niederlagen) zusammen mit Vizemeister 1. FC Saarbrücken den dritten Platz hinter Meister Offenbach (30) und Kaiserslautern II (28). So überflügelte der FKP noch Nöttingen, das nach dem 1:0 über den FKP am 29. Spieltag noch sechs Zähler Vorsprung auf Pirmasens besaß und nun als Fünfzehnter hoffen muss, dass Offenbach und/oder Saarbrücken aufsteigt. Dieses bange Abwarten hat sich der FKP nun erspart. Am Rande der Partie wurde bekannt, dass FKP-Angreifer Dennis Gerlinger zu Eintracht Trier wechselt. „Dennis will professionell Fußball spielen, und das funktioniert bei uns nicht“, sagte FKP-Teammanager Andreas Kamphues dazu. Der 24-Jährige habe eine Ausstiegsklausel in seinem Vertrag gehabt. Dennoch werde eine Ablöse fällig. (pea/peb)

x