Pirmasens Dirk Schuster besucht Fußball-Camp der Unicorn Soccer Academy beim SV Lemberg

Umringt von jungen Fußballern: Ex-Bundesligacoach Dirk Schuster gestern in Lemberg.
Umringt von jungen Fußballern: Ex-Bundesligacoach Dirk Schuster gestern in Lemberg.

„Fritz-Walter-Wetter“, sagt Kristin Christ, als sie an diesem Donnerstagvormittag, den Regenschirm haltend, ihren siebenjährigen Sohn Lennard auf dem Gelände des Sportvereins Lemberg, abliefert. „Heute kommt ein ganz bekannter Fußballspieler“, freut sich der F-Jugendliche vom SV 85 Münchweiler auf den zweiten Tag des Fußballcamps ganz besonders. „,Schu’, wann bist Du da?“, fragt Sebastian Schächter per Handy seinen ehemaligen Mitspieler beim Wilhelmshavener SV. Der aus Hauenstein stammende Schächter, 36 Jahre alt und ehemals Junioren-Nationalspieler, ist Inhaber der „Unicorn Soccer Academy“, die weltweit junge Fußballer in Camps trainiert (so auch in Lemberg) und dabei aber auch soziale Netzwerke weltweit knüpft. Zu diesem Netzwerk gehört heute Schuster.

100 Nachwuchskicker freuen sich auf Dirk Schuster

„Ich bin gleich da!“ Diese Antwort versetzt Schächter in sichtbar gute Laune. Er pfeift nun seine Jungs zusammen. Inzwischen sind auch die Mittrainer, darunter die ehemaligen Drittligaspieler Harald Wadle aus Clausen und Stefan Woll aus Münchweiler, eingetroffen. Mit einem schrillen Pfiff sorgt Schächter am Unterstand für Ruhe, während er in die Runde der jungen Teilnehmer die Frage stellt: „Kennt ihr Dirk Schuster?“ Im Chor folgt die Antwort von fast 100 Nachwuchskickern: „Jaaa!“ „Dann überlegt Euch ein paar Fragen, eben kommt er“, sagt Schächter, während der vom Fachmagazin „Kicker“ zum Trainer des Jahres 2016 gewählte Schuster locker und leger zum Sportheim schreitet. Zwar nicht im Trikot und Fußballschuhen, dafür aber bereitwillig, die vielen Fragen der kleinen Fußballer im Alter von sieben bis 14 Jahren, darunter mit dem 15-jährigen Peiru Xu ein Nachwuchskicker aus China, beantwortend. „Ich möchte die deutsche Technik lernen“, sagt Xu und freut sich auf die Fragerunde mit einem bekannten deutschen Trainer. Schuster führte Darmstadt 98 von 2013 bis 2015 von der dritten in die erste Liga, schaffte dann 2015/16 mit den Südhessen in imponierender Weise den Bundesliga-Verbleib, ehe er zum FC Augsburg wechselte.

"Nicht jeder kann Profi werden"

„Welchen Verein trainieren sie zurzeit?“, lautet eine der vielen Fragen: „Ich habe Urlaub, derzeit trainiere ich keinen Verein“, antwortet der 49-Jährige, auf dessen Dienste die Augsburger seit Dezember 2016 verzichten. Auf die Frage nach seinem größten sportlichen Erfolg nennt er spontan das Erreichen des DFB-Pokalfinals 1996 als Spieler des Karlsruher SC. „Das haben wir damals 0:1 verloren, übrigens gegen Kaiserslautern.“ Den wichtigsten Rat gibt er gleich zu Beginn: „Wichtig ist, gut zu trainieren, aber auch in der Schule müsst ihr aufpassen. Nicht jeder kann Profi werden, deshalb erst mal einen guten Schulabschluss hinkriegen und einen Beruf lernen“, lautet der Appell des ehemaligen Nationalspielers, der die meisten seiner wenigen Tore, wie er einräumte, mit dem Kopf erzielt hat. Dutzende Autogrammkarten und Unterschriften auf den Trikots schreibt der derzeit arbeitslose Fußballtrainer geduldig, bis Schächter mit einem Pfiff nach dem obligatorischen Gruppenfoto zum Training mit Ball und Hütchen bittet.

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