Pirmasens RHEINPFALZ Plus Artikel Digitale Passbilder: Was das neue Gesetz für Pirmasenser Fotostudios bedeutet

Farrin Kiefer, Inhaberin von Foto Quick in der Hauptstraße, bietet in ihrem Laden die digitalen Lichtbilder an. Sie hofft, dass
Farrin Kiefer, Inhaberin von Foto Quick in der Hauptstraße, bietet in ihrem Laden die digitalen Lichtbilder an. Sie hofft, dass die Kunden weiterhin in die Fotostudios gehen.

Ab Mai dürfen Passbilder für Dokumente nur noch digital erstellt werden. Das wirkt sich auf Pirmasenser Fotostudios aus. So reagieren die Inhaber auf die neue Regelung.

Passbilder für hoheitliche Dokumente – etwa Personalausweis und Reisepass – dürfen ab dem 1. Mai nur noch digital erstellt werden. Damit soll die Manipulation von Bildern verhindert werden. Gescannte Papierfotos, selbst aufgenommene Bilder oder Ausdrucke werden dann nicht mehr akzeptiert. Neben zertifizierten Dienstleistern, wie beispielsweise Fotografen, bieten nun auch Behörden die Erstellung der Fotos an.

Kunden können während eines Termins im Bürger-Service-Center oder im Ausländeramt sowohl das nötige Dokument beantragen als auch ein Lichtbild von sich erstellen lassen. Dafür wird die Bundesdruckerei den Meldeämtern digitale Fototerminals zur Verfügung stellen, die von diesen gemietet werden. Was bedeutet diese Umstellung für Fotoläden in der Stadt?

Mehr Klarheit von Behörden gewünscht

Gerald Lang von Foto Lang bewahrt erstmal Ruhe. Er lässt die Folgen der neuen Regelung auf sich zukommen. „Es wird Leute geben, die die Fotos weiterhin im Studio machen und welche, die vielleicht nicht mehr kommen“, mutmaßt der Inhaber des Fotoladens in der Hauptstraße. Bisher bietet Lang die Erstellung der digitalen Lichtbilder noch nicht an, nimmt sich aber vor, das für die Zukunft zu ändern.

Die entsprechenden Voraussetzungen seien unklar kommuniziert worden und kamen nach langer Planungsphase sehr plötzlich, betont Lang. Er wünscht sich mehr Klarheit und Kommunikation durch die Behörden. Die vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik veröffentlichte technische Richtlinien regelt die sichere Übermittlung an die Behörden. Daraus ergeben sich einige Voraussetzungen, wie beispielsweise die Registrierung bei einer Cloudlösung, die Lang künftig umsetzen will.

Gutes Foto statt Effizienz

Farrin Kiefer, Inhaberin von Foto Quick, ist zwiegespalten. Ob sich Einbußen zeigen, hängt laut Kiefer von der Kundschaft ab. „Fotostudios bieten, anders als die Behörden, höchste Qualität für ihre Kunden“, sagt die Fotografin. Der Gang zur Behörde für Fotos sei zwar praktisch, an die Arbeit eines Fotografen käme es aber nicht ran.

„Es wird sicherlich noch Kunden geben, die ein gutes Foto mehr schätzen als die Effizienz“, sagt die Inhaberin. In ihrem Fotostudio bietet Kiefer zusammen mit ihrem Mann die digitalen Lichtbilder an. Die Bilder werden über eine Cloud auf direktem Weg an die Behörden übermittelt.

Fotostudios werden noch gebraucht

Auch die Inhaberin des Fotostudios Müller, Birgit Müller, findet es schwierig, die Folgen für ihr Studio einzuschätzen. „Ich lasse mich wirklich überraschen“, erzählt Müller. Sie kann sich gut vorstellen, dass ein Teil der Kundschaft durch den Fotoservice der Behörden wegfällt. Dieser Fotoservice hätte aber bei weitem nicht die Standards eines Fotostudios, sagt die Fotografin.

Auch bei Passbildern für Kleinkinder oder Babys sei der Gang in ein Fotostudio unausweichlich, denn solche Fotos wären aufwendiger, betont Müller. So einen Aufwand können Behörden nicht betreiben. In ihrem Studio in der Hauptstraße bietet sie ebenfalls die Erstellung digitaler Lichtbilder an. Ob es eine Zusammenarbeit zwischen Fotostudios und Behörden geben wird, ist nicht bekannt.

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