Leichtathletik RHEINPFALZ Plus Artikel Dieser FCK-Athlet hat in Dresden einiges vor

Startet am Samstag: Moritz Heene aus Rodalben, hier bei den süddeutschen Meisterschaften Ende Juni, bei denen er Zweiter wurde.
Startet am Samstag: Moritz Heene aus Rodalben, hier bei den süddeutschen Meisterschaften Ende Juni, bei denen er Zweiter wurde.

Hürdensprinter Moritz Heene hat gerade in Frankreich seine persönliche Bestzeit gesteigert. Nun steht die deutsche Meisterschaft an. Ein Interview mit dem Rodalber.

Herr Heene, mit welchen Erwartungen starten Sie am Samstag bei den „Finals“ in Dresden?
Mein Ziel ist es, das Finale zu erreichen. Ich muss vor allem darauf achten, die Nervosität nicht dominieren zu lassen und mich aufs Können zu fokussieren. Ich muss die Ruhe bewahren, mich auf meine Stärken konzentrieren und mich nicht verrückt machen. Ich versuche, die guten Leistungen aus den letzten Wettkämpfen und die Trainingsleistungen abzurufen. Auf jeden Fall ist das Finale möglich. Ich möchte Bestzeit laufen, das heißt die 14,25 Sekunden vom 12. Juli unterbieten.

Ihre Bestzeit über 110 Meter Hürden haben Sie in diesem Jahr bereits zweimal gesteigert, zuletzt im französischen Thaon les Vosges auf besagte 14,25 Sekunden. Was sind die Gründe?
Ich habe quasi die PS in den Beinen auf die Bahn gebracht. Ich bin auch weiter gereift und weiß gut einzuschätzen, die vorhandene Schnelligkeit und Technik im Wettkampf abzurufen. In den vergangenen Jahren war die mangelnde Ausdauer oftmals ein Problem. Daran habe ich gearbeitet. Die Schnelligkeit am Ende des Sprints ist deutlich besser geworden. Ich laufe inzwischen energieeffizienter, sowohl körperlich als auch mental. Der Kopf spielt eine große Rolle.

Wie läuft die Vorbereitung auf die deutschen Meisterschaften?
Ich konzentriere mich auf die Technik beim Start. Gerade bei den letzten Rennen habe ich gemerkt, dass sich da noch Verbesserungspotential verbirgt. Das versuchte ich, im Training zu optimieren. Ich habe ein gutes Gefühl, dass es mir gelungen ist. Das Training war so ausgerichtet, dass ich in Dresden zur Topform auflaufen kann. Dementsprechend war diese Woche nur noch geprägt von einigen Trainingseinheiten bei der Hürdentechnik und ein wenig Sprinttraining. Der Umfang ist allerdings gering. Im Fokus steht sowohl körperlich und geistig die Einstellung auf die deutsche Meisterschaft.

Wie geht es danach weiter?
Ich schaue, was auf mich zukommt. Im Oktober ziehe ich nach Landau und versuche, das Training in Kaiserslautern und das Studium in Landau unter einen Hut zu bringen. Stand jetzt, möchte ich alles aus mir herausholen, was möglich ist. Ich sehe schon noch Potenzial und bin guter Dinge, dass es mir gelingt.

Sie waren schon mal Sechster der deutschen Meisterschaft. Ist die Teilnahme an Olympischen Spielen ein Thema für Sie?
Ich sehe das realistisch. Olympia ist kein Thema für mich. Ich müsste, um da hinzukommen, professionalisieren und den Fokus nur auf den Sport richten. Ich studiere Sport, Geographie und Englisch auf Gymnasiallehramt, das hat für mich Priorität. Klar, früher war das schon noch möglich in der Leichtathletik, aber heutzutage ist es quasi unmöglich, alles unter einen Hut zu bringen. Und selbst dann wüsste ich nicht, ob eine halbe Sekunde Leistungssteigerung bei mir möglich wäre.

ZUR PERSON

Moritz Heene stammt aus Rodalben, machte am Pirmasenser Hugo-Ball-Gymnasium Abitur, begann mit der Leichtathletik beim TV Thaleischweiler und startet seit 2018 für den 1. FC Kaiserslautern. Über 110 Meter Hürden war er schon süddeutscher Meister und 2022 Sechster der deutschen Meisterschaft im Berliner Olympiastadion. Der 24-Jährige studiert Sport, Englisch und Geographie auf Gymnasiallehramt. dfr

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