Sportschiessen
Die sechsten deutschen Meisterschaften von Thomas Frank aus Gersbach
Thomas Frank vom SSV Merzalben ist nun schon zum sechsten Mal bei einer deutschen Meisterschaft dabei. Mittlerweile startet der 53-jährige Bedienstete der Bundesfinanzverwaltung bei den Herren III, wie bei den Sportschützen die Altersgruppe der 51- bis 60-Jährigen genannt wird. Am liebsten wäre Frank mit seiner Lieblingswaffe, einer 9-mm-Pistole, in Garching-Hochbrück bei München angetreten, „aber da hat mir zur Qualifikation ein Ring gefehlt“. Dass er dennoch auf der Schießanlage der Olympischen Sommerspiele von 1972 die Zehn ins Visier nehmen wird, liegt an seinen guten Ergebnissen mit dem Revolver 44. Magnum und mit der Sportpistole.
„Unheimlich entspannen“
Bereits seit 1991 ist der aus Hauenstein stammende, jetzt in Pirmasens-Gersbach lebende Frank Sportschütze. „Ich kann mich beim Schießen unheimlich entspannen“, erzählt er. „Waffe und Körper müssen im Einklang stehen – auch wenn dies abgedroschen klingen mag.“ Er fühle sich einfach „gut dabei, wenn das Ding dahin fliegt, wo ich es haben möchte“. Wenn sich die Bestätigung einstellt, alles richtig gemacht zu haben, wenn, ja wenn die Zehn gelocht ist.
Es seien enorm viele Komponenten zu beachten, um letztlich die Scheibe, ob nun zehn oder hundert Meter entfernt, mittig zu treffen. Frank nennt an erster Stelle die Atemtechnik und das Gefühl, den Druck auf den Abzug „Sandkorn für Sandkorn“ zu verstärken, bis der Schuss bricht. Aber man dürfe den Moment nicht zu lange hinauszögern, denn dann stellen sich Fehler ein. Frank: „Manchmal ertappt man sich selbst dabei, Anfängerfehler gemacht zu haben.“
Mit Revolver und Pistole
Doch die sind bei ihm eher die Ausnahme. Am wenigsten verzeihe eine mit geringem Abzugswiderstand ausgestattete Luftpistole einen Fehler. Oder aber wenn die Entfernung vom Schützen zum Ziel groß ist. Denn: „Je weiter das Ziel weg ist, desto größer kann die Abweichung sein.“
Am Mittwoch wird Frank mit dem Revolver des Kalibers 44. Magnum in der größten zivilsportlichen Schießanlage der Welt 40 Schuss auf die 25 Meter entfernte Zielscheibe abgeben. Bei 20 Schuss hat er relativ viel Zeit, um die Zehn zu treffen. Bei weiteren vier Serien à fünf Schuss hat er dagegen „nur“ 20 Sekunden Zeit. Dann dreht sich die Scheibe zur Seite. „Da muss der Rhythmus stimmen“, weiß Frank, der sich mit 381 Ringen (von 400 möglichen) für die DM qualifizierte und dort eher eine Außenseiterrolle einnimmt. Dazu musste er 21-mal die Zehn treffen und 19-mal die Neun. „Aber es waren auch einige wenige Achter dabei, weshalb ich dann auch mehr als 21-mal die Zehn getroffen hatte“, rekapituliert Frank. Mit der Pistole tritt er erst am Samstag, 3. September, an.
„Absolutes Highlight“
Es sei für ihn „ein Genuss“, in Garching-Hochbrück schießen zu dürfen: „Es gibt keinen Vergleich zu einer Schießanlage bei uns. Es ist ein absolutes Highlight, dort mal schießen zu dürfen.“ Er weist auf die Zuschauertribüne der Olympia-Anlage hinter den Schützen hin, wo es stets einen Geräuschpegel gebe, derweil auf heimischem Terrain kein Mucks zu vernehmen sei.
WEITERE DM-TEILNEHMER
Herren: Gregor Braun (SV Hauenstein) Kleinkaliber drei Positionen, KK 3x20 und 300 m Liegendkampf
Herren III: Thomas Cornelius (Hauenstein) 25 m Revolver .357 mag und 25 m Revolver .44 Magnum; Claus Schäfer (SSZ Lindersbach) Flinte Trap
Herren IV (61 bis 70 Jahre): Ludger Grünfelder, Rolf-Günter Klein und Dieter Semler (alle Jagd- und SSC Pirmasens) Flinte Trap
Juniorinnen II (Jahrgang 2004/05): Marie Glaser (SV Hauenstein) 10 m Luftpistole und 25 m Pistole; Alina Spreizer (Edelweiß Waldfischbach) KK-Liegendkampf.