Interview RHEINPFALZ Plus Artikel Die „Rehats“ kreieren einen neuen Sound aus alten Hüten

Nadine Traore, Johannes Stang, Michael Simon und Max Steffens sind „The Rehats“.
Nadine Traore, Johannes Stang, Michael Simon und Max Steffens sind »The Rehats«.

Am Freitag, 29. Mai, ist es soweit – dann erscheint das Debüt-Album der Band „The Rehats“ um den saarländischen Sänger und Songwriter Johannes Stang, zu dessen Vorbildern Gruppen wie „The Kooks“ oder „Mumford and Sons“ gehören. Mit Christian Hanelt spricht Stang über den Hintergrund der Band und die Entstehung des Albums „Nothing But The Truth“.

„Nothing But The Truth“ ist das erste Album der „Rehats“. Wie hat sich diese Band eigentlich zusammengefunden?
Wir kommen aus ganz unterschiedlichen Ecken. Ich stamme aus Saarbrücken, Max kommt aus München, Nadine ist in Paris geboren und Michael kommt aus dem Schwarzwald. Ich habe als Singer/Songwriter angefangen, hatte aber wieder mal Lust auf ein ambitioniertes Band-Projekt: Ich habe dann Songs produziert und Videos dazu gedreht, die ich online gestellt habe. Auf Facebook habe ich schließlich gefragt, wer auf so etwas Lust hätte. Daraufhin haben sich die Leute nach und nach bei mir gemeldet, bis die Band so war, wie sie jetzt ist.

Hatten Sie vor den „Rehats“ schon ein Album veröffentlicht?
Nein. Bevor ich als Singer/Songwriter aufgetreten bin, habe ich Schlagzeug in einer lokalen saarländischen Band gespielt. Erst mit Mitte 20 habe ich auf Gitarre und Gesang umgesattelt.

Sie sprechen bei den „Rehats“ von einem Projekt? Ist es keine feste Band, und welchen Anteil haben die anderen drei Musiker an dem Songwriting?
Es ist tatsächlich mehr als nur ein Projekt. Wir sind schon eine feste Band und unser Ziel ist auch, als Band aufzutreten. Deshalb stecken wir viel Energie und Herzblut hinein. Ich komponiere an der Gitarre, und in meinem kleinen Homestudio mache ich eine Vorproduktion, für die ich auch die anderen Instrumente einspiele. Bei den Proben passiert natürlich immer noch einiges mit den Songs. Jeder bringt sich da ein. Max zum Beispiel ist als Gitarrist wesentlich elaborierter als ich. Und so wächst ein Song in den Proben.

Wie lange haben Sie so an dem Album gearbeitet?
Die Band gibt es seit Ende 2015, Anfang 2016. Da sind wir zum ersten Mal aufgetreten. Das hat sich dann immer weiter entwickelt – 30, 40 Konzerte im Jahr. Das Album haben wir im letzten Sommer aufgenommen. Davor hatten wir 2016 schon mal eine EP mit fünf Songs, die aber nur bei Konzerten verkauft wurde. Dafür hatten wir schon einiges Geld in die Hand genommen und in den bekannten Hansa-Studios in Berlin mit einem Produzenten aufgenommen, der auch schon mit „AnnenMayKantereit“ gearbeitet hat. Dank dieser EP sind wir auch an einige Partner gekommen, mit denen wir heute zusammenarbeiten und über die wir auch an den Produzenten Wolfgang Stach gekommen sind.

Welchen Einfluss hat Stach auf Ihre Musik genommen?
Er hat wirklich noch manche Songs geschliffen und die letzten paar Prozente aus ihnen herausgeholt.

Wie haben Sie das Album finanziert?
Wir haben das Album ausschließlich über Gagen finanziert. Von dem, was wir da einnehmen, zahlen wir nur einen Teil an uns selbst aus. Der Rest kommt auf das Band-Konto. So finanzieren wir letztlich das ganze Projekt. Leben können wir von der Musik aber nicht, weshalb wir alle noch einen anderen Job haben. Nadine zum Beispiel studiert noch und Max holt sein Abi nach. Ich selbst bin Lehrer an einer Grundschule.

Was bedeutet der Name „The Rehats“?
Irgendwann kam auch bei uns der Zeitpunkt, uns zu fragen, wie wir als Band heißen wollen. Bei einem Brainstorming haben wir überlegt, was zu uns und unserem Stil passen würde. Irgendwann kamen wir dabei auf diese neue Wortschöpfung. Inzwischen gibt es witzigerweise auch eine Hutfirma mit diesem Namen, die aus recycelten Materialien Hüte herstellt. Und da ist unsere Gemeinsamkeit, denn auch wir bedienen uns im kreativen Prozess Materialien, die es schon gibt. Denn jeder Musiker hat Einflüsse, hat Vorbilder – und daraus entsteht dann etwas Neues, was idealerweise auch frisch klingt.

Indie-Pop und etwas Americana

Zwei Singles inklusive den hitverdächtigen Song „City Lights“ gibt es bereits als Vorgeschmack auf das Album „Nothing But The Truth“ der „Rehats“, das am Samstag, 29. Mai, erscheint. Produziert wurde es von Wolfgang Stach, der schon mit „Jupiter Jones“ und „BAP“ gearbeitet hat und mit Gold und Platin ausgezeichnet wurde.

Was aber bekommt man, wenn man das neue Album der „Rehats“ erwirbt? Die kurze Antwort: Gute Musik. Die etwas längere Variante: einen Hauch von Americana und flauschigen West Coast, geschmeidige Harmonie-Vocals und beschwingten Indie-Pop. Der Singer-Songwriter und Gitarrist der Band, Johannes Stang, schreibt seine Songs überwiegend in englischer Sprache, darin fühlt er sich am Wohlsten. Gruppen wie „The Kooks“ oder „Mumford and Sons“ sind für ihn musikalische Vorbilder, aber er ist selbstbewusst und talentiert genug, nicht kopieren zu müssen, sondern seinen eigenen Sound zu kreieren.

Die CD

„The Rehats“: „Nothing But The Truth“. Steeplejack Music / inakustik. han
Das Album-Debüt der „Rehats“
Das Album-Debüt der »Rehats«
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