Pirmasens Die Rückkehr des geduldigen Grieß
«ULM.»Sollte nicht noch etwas Überraschendes passieren, gehört Yannick Grieß heute erstmals in dieser Saison zur Startelf des FK Pirmasens in einem Fußball-Regionalligaspiel. Der 22-Jährige ersetzt in der Partie beim SSV Ulm (Anstoß: 14 Uhr) den gesperrten Marco Steil in der Abwehrzentrale.
Der lange Windsberger ist der Pechvogel des FKP. Ende Mai brach er sich im Regionalliga-Aufstiegsspiel bei Bayern Alzenau den Fuß. Grieß arbeitete intensiv an seinem Comeback, hatte bereits Ende August wieder einen Einsatz in der zweiten Mannschaft. Er fand schnell zu alter Stärke zurück. Cheftrainer Peter Tretter bot ihn daher nach weiteren guten Leistungen im Verbandsligateam fürs Regionalligaspiel am 22. September bei Titelanwärter TSV Steinbach Haiger auf. Doch beim Warmmachen verletzte sich Grieß erneut. Zuerst wurde ein Kreuzbandriss befürchtet. Dann stellte sich heraus, dass es „nur“ eine starke Bänderdehnung war. Wieder vier Wochen Pause. Und wieder war der seit über elf Jahren beim FKP spielende Grieß gleich voll da. Doch im Regionalligateam war kein Platz für ihn frei. Routinier Marco Steil und der junge, schnelle Yannick Osee bildeten ein gut harmonierendes Paar in der Innenverteidigung. „Es gab keinen Grund zum Wechseln. Yannick hat das eingesehen und sich absolut vorbildlich verhalten“, lobt Tretter. Einen Systemwechsel – in einer Dreierkette hätten Steil, Osee und Grieß zusammen spielen können – scheute der Coach, da sich die Mannschaft im vertrauten 4-4-2 wohlfühle. Also spielte Grieß weiter im Verbandsligateam, hatte dort nicht unwesentlichen Anteil an der Serie von sechs Siegen und saß bei den Regionalligaspielen geduldig auf der Bank. Beim 0:0 gegen Homburg durfte er wenigstens einige Minuten mitmischen. Doch es war absehbar, dass sich Kapitän Steil früher oder später seine fünfte Gelbe Karte und damit eine Sperre für ein Spiel einhandeln würde. Vorigen Samstag beim 0:0 gegen Mainz 05 II war es dann soweit. Steil sah Gelb, und damit war klar, dass Grieß in Ulm spielen wird. Tretter: „Das hat er sich mehr als verdient.“ Tretter war einige Tage krank, leitete erst am Donnerstagabend wieder das Training. Gestern Nachmittag fuhr das Team gen Süden, übernachtete in einem Hotel 16 Kilometer vom Ulmer Donaustadion entfernt. Mit dabei: Verteidiger Lorenzo Valentini und Außenangreifer Jan Luca Rebmann aus der zweiten Mannschaft, da neben Steil auch der erkrankte Patrick Freyer fehlt. Ersatzkeeper ist heute Torwarttrainer Thorsten Hodel, da Daniel Kläs Vaterfreuden entgegensieht. Luca Eichhorn musste wegen einer Außenbanddehnung am Donnerstag das Training abbrechen, kommt daher heute nur als Joker infrage. Ulm hat nach zwei Niederlagen hintereinander den Anschluss zu Platz eins verloren, weist nun sogar ein negatives Torverhältnis auf, führt aber immer noch die Heimtabelle der Regionalliga an.