Pirmasens Die Querflöte setzt Akzente
Der roten Rosen zum Muttertag hätte es gar nicht bedurft: Die Akteure der Matinée am Sonntag im Rodalber Dr.Lederer-Haus weckten mit Musik von Barock bis hin zur zeitgenössischen Komposition Emotionen bei den Zuschauern. Les Duettistes, bestehend aus Michel Roublet (Querflöte) und Zhana Minasyan (Piano), setzten die Stücke humorvoll und spannend in Szene.
Die beiden verbindet nicht nur ihre Lehrtätigkeit an Musikschulen – Michel Roublot unterrichtet seit mittlerweile 20 Jahren bei der Kreismusikschule Südwestpfalz, seine Partnerin ist Klavierlehrerin an der Musikschule in Wachenheim. Beide treten auch als Konzertmusiker in namhaften Ensembles und als erfolgreiche Solisten auf. Im Duett am Sonntagabend überzeugten sie durch die Harmonie ihres Zusammenspiels. Das Klavier bildeter das musikalische Fundament, die Querflöte hingegen setzte fantasievolle Akzente. Eine bemerkenswerte Ausnahme von den gemeinsamen Interpretationen bot das Solo der Pianistin mit „Nocturne H-Dur, op. 9, Nr. 3“ von Frédéric Chopin, das nicht nur ein Loblied auf die Natur darstellt, sondern ein Bild menschlicher Stimmungen zeichnet. Dies umzusetzen erfordert ein hohes Maß an Fertigkeit. Zhana Minasyan gelang die Inszenierung mit viel Körpereinsatz und Hingabe. Sie tauchte in die Musik Chopins ein und schien erst nach dem letzten Ton wieder ganz in den Konzertsaal zurückzukommen. Beim letzten Stück des Konzerts mit dem Titel „Azet Promenade“, übersetzt als „Gedankenspaziergang“, handelte es sich um eine Eigenkomposition der Pianistin, verfasst für Cello und Klavier, in diesem Fall für Klavier und Querflöte umgeschrieben. Nach Einschätzung der Künstlerin macht das Stück auch in dieser Besetzung „viel Spaß“. In der Musik entdeckte der Zuhörer viel Freiraum für Fantasie und immer eine positive Grundeinstellung. Das Programm begann mit der „Sonata I“ des barocken Komponisten Leonardo Vinci. Das Stück mit vielen wechselnden Tempi gleicht einer Zusammensetzung aus innerem Monolog und Dialog, bewegt sich zwischen sinnierenden und expressiven Phasen. In „Le Basque“ von Marin Marais, ebenfalls dem Barock zuzuordnen, überwiegt eine fröhliche Atmosphäre, wenngleich das schnelle Tempo den Ausführenden höchste Konzentration abverlangt. Andere Stücke der Duettistes – etwa die „Sonate für Flöte und Klavier, C-Dur“ von Gaetano Donizetti – kennzeichnete eine stetige Steigerung des Tempos, sie rissen den Zuschauer mit und waren gleichzeitig verbunden mit melodiösen Klangbildern. Bekanntere Werke kamen hinzu, wie Edward Elgars „Chanson de Matin“ und „Entracte“ von Georges Bizet aus der Oper „Carmen“. Die komplizierten Werke leicht erscheinen zu lassen gelang den beiden Musikern in hervorragender Weise. Das Publikum hatte seine Freude an den meist heiter gestimmten Melodien. Das galt auch für das „Menuett in D-Dur“ von Wolfgang Amadeus Mozart, ursprünglich komponiert für Violine und Klavier und für die Veranstaltung am Sonntag umarrangiert. Wie eine Einladung zum „Tanz in den Mai“ mutete Mozarts Stück an. Dazu passte Johann Sebastian Bachs „Badinerie“ (französisch für „Scherz“) aus der „Suite h-Moll“. „Valse“ aus der „Suite de trois morceaux“ von Benjamin Godard reihte sich mit seinen Walzerrhythmen gut ein. Der Beifall der rund fünfzig Zuschauer zeugte von der Freude an dem packenden klassischen Programm. Den Duettistes zauberte die Resonanz ein Strahlen ins Gesicht.