Hintergrund RHEINPFALZ Plus Artikel Die Profi-Vereine schotten sich mit eigenen Nachwuchsklassen ab

Im Abstiegskampf: die FKP-A-Junioren, hier Torhüter Milan Junghans und Kapitän Henry Fieger (rechts) im Spiel gegen Wormatia Wor
Im Abstiegskampf: die FKP-A-Junioren, hier Torhüter Milan Junghans und Kapitän Henry Fieger (rechts) im Spiel gegen Wormatia Worms.

Die Junioren-Bundesligen werden abgeschafft und durch die DFB-Nachwuchsligen ersetzt. Was heißt das für die A-Jugend des FK Pirmasens im Abstiegskampf der Regionalliga?

Der Deutsche Fußball-Bund schafft die Junioren-Bundesligen ab und ersetzt sie durch die DFB-Nachwuchsligen. Dort spielen ab nächster Saison alle Vereine mit einem Nachwuchsleistungszentrum – auch jene, die aktuell nur in der U19- und U17-Regionalliga am Start sind. Auch die A- und B-Junioren-Fußballer des 1. FC Saarbrücken und der SV Elversberg werden – egal, mit welcher Platzierung sie die laufende Saison in der Regionalliga Südwest abschließen, im Spieljahr 2024/25 in der neuen DFB-Nachwuchsliga für U19- und U17-Spieler antreten. Weil beide Vereine eben ein Nachwuchsleistungszentrum (NLZ) unterhalten. Eine Bundesliga wird es in diesen Altersgruppen nicht mehr geben. Die NLZ-Teams können aus dieser neuen Eliteklasse nicht mehr absteigen. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) spricht vom „Projekt Zukunft“.

Vermutlich trotzdem drei Regionalliga-Absteiger

Was bedeutet das für die Anzahl der Absteiger aus der A-Junioren-Regionalliga Südwest? Der FK Pirmasens belegt dort aktuell mit vier Punkten Rückstand auf den Drittletzten (Sportfreunde Eisbachtal) nur den 13. und vorletzten Tabellenplatz. Gibt es nur einen Absteiger? „Es muss weiterhin von drei Absteigern ausgegangen werden, die in die höchste Spielklasse ihres jeweiligen Verbands, die Verbandsliga, absteigen“, sagt dazu der Jugendwart des Südwestdeutschen Fußballverbands (SWFV), Jürgen Schäfer, auf Anfrage der RHEINPFALZ. Zwar rücken die NLZ-Teams von Saarbrücken und Elversberg in die DFB-Nachwuchsliga hoch, doch steigen in die A-Junioren-Regionalliga laut Schäfer nicht nur die drei Meister der Verbandsligen des SWFV, des Saarlands und des Rheinlands auf, sondern auch zwei der drei Vizemeister. Das Aufstiegsturnier für die drei Vizemeister, die zwei Regionalliga-Plätze ausspielen, werde erstmals ausgetragen.

Die Anzahl der Regionalliga-Absteiger verringert sich, wenn ein Landesverband keinen Aufsteiger meldet. Der Tabellenletzte wird nach Schäfers Worten aber auf jeden Fall absteigen. Verzichtet ein Verbandsliga-Meister, steht das Aufstiegsrecht einem nach ihm platzierten Verein bis Rang vier zu.

Vier Nachwuchsleistungszentren in der Region

Im Gebiet des Regionalverbands Südwest (FRV), das die Bundesländer Rheinland-Pfalz und Saarland umfasst, unterhalten aktuell der FSV Mainz 05, der 1. FC Kaiserslautern, der 1. FC Saarbrücken und die SV Elversberg Nachwuchsleistungszentren. Diese NLZ-Teams spielen künftig zunächst in einer von bundesweit acht Regional-Achtergruppen der DFB-Nachwuchsliga. „Angedacht ist, dass unsere Teams sich mit denen aus dem Rhein-Main-Gebiet messen“, informiert Schäfer.

Die ersten vier Mannschaften jeder Gruppe kämpfen dann um die deutsche Meisterschaft in ihrer Altersklasse. Die vier dahinter platzierten Teams können dann ergänzt werden durch Amateurvereine aus den Regional- oder Oberligen (maximal elf Mannschaften pro Liga). Bewerben dafür können sich nur die auf den vorderen drei Plätzen stehenden Teams. Sollten auf diesen drei Plätzen zweite Mannschaften eines Vereins stehen, wie das in der B-Junioren-Regionalliga Südwest mit dem FSV Mainz 05 II und dem 1. FC Kaiserslautern II der Fall sein kann, wird die Anzahl der möglichen Bewerber auf fünf erhöht. Die hier geschilderten Regularien betreffen sowohl den U19- als auch den U17-Bereich im DFB.

Stichwort Nachwuchsleistungszentrum

Die 36 Lizenzvereine der Bundesliga und der Zweiten Bundesliga sind per Lizenzierungsstatut zum Aufbau eines Leistungszentrums für Talente nach festgelegten Kriterien verpflichtet. Auch für die Vereine in den Ligen unterhalb der beiden höchsten Spielklassen in Deutschland, der Dritten Liga und der Regionalliga, besteht die Möglichkeit, ein Nachwuchsleistungszentrum (NLZ) aufzubauen. Immer mehr Vereine wollen den Status eines Leistungszentrums als Qualitätssiegel für ihre Nachwuchsarbeit erreichen.

Aktuell gibt es in Deutschland 54 Leistungszentren. Neben den 36 Lizenzvereinen führen aktuell zehn Vereine der Dritten Liga und acht Vereine in den Regionalligen ein anerkanntes Leistungszentrum. Neben der Lizenzierung unterziehen sich die Leistungszentren regelmäßig einer Qualitätsüberprüfung, der sogenannten Zertifizierung. Dabei werden alle infrastrukturellen, personellen, organisatorischen und nicht zuletzt sportlich-konzeptionellen Details eines Leistungszentrums mittels eines festgelegten Kriterienkatalogs überprüft und bewertet.

Was Klaus Wagenblatt, Nachwuchskoordinator des FK Pirmasens, zu dem Thema Nachwuchsligen sagt, lesen Sie hier.

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