Pirmasens RHEINPFALZ Plus Artikel Die „Original USA Gospel Singers“ starten ihre Tournee wieder in Waldfischbach

Gospels sind mehr als Lieder, sie sind ein Stück Lebensgefühl.
Gospels sind mehr als Lieder, sie sind ein Stück Lebensgefühl. Foto: Daum

Auf den Sitzen hielt es am Donnerstag kaum einen der 250 Gäste im Bürgerhaus Schuhfabrik in Waldfischbach-Burgalben. Sie hörten und sahen, worauf sich in den kommenden Wochen tausende Fans in ganz Deutschland freuen: „The Original USA Gospel Singers“ und ihre Band mit ihrem Programm „Oh happy day“. Der Auftritt des Gospelchores, der zum vorweihnachtlichen Tourneestart immer im Bürgerhaus zu Gast ist, war einmal mehr „spitze“, wie es eine Besucherin begeistert zusammenfasste.

Den Sängern Darren Lorenzo (Bass), Christopher „CJ“ Williams (Bass), Carl Arnes Ellis II. (Tenor), Lee Mo (Sopran), La Toya Ransom (Alt) und Kimberly Crawfort (Mezzo-Sopran), die von Bernd Flegar (Schlagzeug) und dem musikalischen Leiter des Ensembles, Will Lewis III., am Keyboard begleitet wurden, war anzumerken, dass sie richtig Spaß an ihrem Auftritt haben, dass sie sich auf die bevorstehende Tournee freuen. Von dieser Freude ließ sich das Publikum einmal mehr anstecken. Die Zuschauer hatten zwar für einen Sitzplatz bezahlt, aber die meisten Gäste verbrachten den Abend überwiegend stehen, beziehungsweise locker tanzend.

Eine Show voller Energie, voller Emotionen, die das Lebensgefühl des Gospels transportiert, versprechen die Musiker. Dieses Versprechen lösten sie ein. „Let’s Come In The House“, mit diesem Traditional eröffneten die „Gospel Singers“ den Abend. „The house“, mit dem in dem Song Gottes Haus beschrieben wird, ließ sich auch perfekt auf das Bürgerhaus ummünzen, in das das Gospel-Ensemble aus den USA seine Fans eingeladen hatten.

Was das Publikum zu erwarten hatte, verkündeten sie singend im zweiten Song des Abends: „Take A Trip“, also „mach eine Reise“. Und zwar gemeinsam mit den Gospel-Sängern durch die musikalische Welt der Gospels und Spirituals. Und die Fans wurden nicht enttäuscht: Ob „Rock My Soul“, „Swing Low, Sweet Chariot“ oder „Go Tell It On The Mountain“ – kein Klassiker dieses Genres, das wie kein anderes für das Lebensgefühl der Schwarzen in den USA, für ihre Geschichte steht, fehlte. In der Kunst des Kanon singens übten sich die begeisterten Fans kurz vor der Pause zum Beispiel bei „He Got The Whole World…“.

Dass sich die traditionelle Gospel-Musik gut mit modernem HipHop-Soul kombinieren lässt, war unüberhörbar. Gospel waren und sind Grundlagen für Soul, für HipHop und Rap, die Musikrichtungen, mit denen Schwarze in den USA heute musikalisch oft ihr Leben und ihre Gefühle beschreiben. Zwischen „Amen“ und „Down By The Riverside“ ließ sich auch gut Montell Jordans Song „This Is How We Do It“ aus den 90er Jahren mixen. Auch dieser moderne Song, den die Gospel-Profis aus den USA noch geschickt mit einem Hinweis auf ihre mitgebrachte CD mixten, war eine perfekte Beschreibung für ihr Konzert. „This Is How we Do It“ – so machen wir das. Und genau so will das Publikum die Gospel-Singer haben, die im Dezember 2020 wieder im Bürgerhaus zu Gast sein werden. Das steht jetzt schon fest.

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