Pirmasens Die Nacht auf der Matte gehört dazu

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2.800 Brötchen, 4300 Bananen, 1700 Äpfel, je 850 Liter Orangensaft und Milch,22 Kilogramm Butter, 240 Liter Joghurt, acht Kilogramm Frischkäse, 15 Kilogramm Marmelade, 8500 Scheiben Käse, zwei Paletten Köln-Müsli. Das frühstücken die 2270 Sportler, die während des Turnfests in Schulen übernachten. Über 600 Turner sind im Hugo-Ball-Gymnasium untergebracht. Ein Besuch vor Ort.

1 Freitag, 6.30 Uhr, im Hugo-Ball-Gymnasium. Lange bevor an einem gewöhnlichen Freitag der Unterricht losgeht, regen sich die ersten Athleten. Sieben wache Helferinnen stehen in der Mensa bereit für den Ansturm. Die Brötchen sind geschnitten, der Kaffee gekocht, Obst, Müsli, Käse und Wurst sind angerichtet, aber die Sportler brauchen noch eine Weile. Die ersten Jungs, die noch vor 7 Uhr in Kapuzenpullis und Socken hereinschlurfen, sehen nicht so aus, als würden sie in allernächster Zeit Hochleistungen in Turnhallen bringen. Nach der ersten Tagesportion Kohlenhydrate geht es ihnen dann aber schon ganz anders – jetzt geht’s an die Spülstation und dann kann der Turnfesttag losgehen. Für die Spätschicht des SV Erlenbrunn dagegen endet gerade der Arbeitstag. Seit 23 Uhr waren die Helfer für die nächtliche Betreuung im Einsatz – jetzt geben sie ab an die Frühschicht. Von Mittwoch bis Sonntag geht das so, verschiedene Teams aus Erlenbrunn haben die Gästebetreuung unter sich aufgeteilt. Claudia Engelmann gehört zur Frühstücksgruppe. „Turner sind ganz unkompliziert“, erklärt die Frau, die selbst aktiv am Turnfest teilnimmt. Sie muss es also wissen. Die Gruppe vom TV Pfortz-Maximiliansau besetzt als eine der ersten einen Tisch und sieht dabei hellwach aus. Obwohl sie sich mit 70 anderen den Schlafplatz in der Turnhalle teilen, wo es besonders laut werden kann, sind sie ausgeschlafen und zufrieden. Die rustikale Übernachtung „gehört einfach dazu, das macht den Flair beim Turnfest aus“, finden sie. Diesen Satz hört man hier öfter. Die Trampolinspringer der TSG Neustadt finden ihre Unterkunft in einem Klassensaal sogar „ganz witzig“. Silia, Benedikt und Caya hatten genug Schlaf für das Einturnen heute und freuen sich auf ihren Wettkampf am Samstag. Caya hat ihre Isomatte unter einen Tisch gelegt, dort war es dunkler. Und vor dem Einschlafen haben sie lange Karten gespielt. Ab 7.15 Uhr wird die Schlange vor den Brötchen länger. Einige Mädels aus Maxdorf haben einen Tisch gefunden, sie tragen schon ihre Turnanzüge. Für Alisa (zwölf) steht heute der erste Wettkampf an. Ein bisschen aufgeregt sei sie schon, sie habe Angst, vom Balken zu fallen. „Das ist auch nach dem tausendsten Wettkampf noch so“, sagt Hannah (14), die schon länger dabei ist. Deswegen sei Bodenturnen gut, da könne das nicht passieren. Ganz entspannt dagegen bereiten sich die Seniorinnen von der TG Limburgerhof auf den Tag vor. Sie kommen seit 1981 zum Turnfest, diesmal machen sie mit beim Schlabbeflicker-Wettkampf, bei der Line-Dance-Night, beim Fitnesstest für Alle und natürlich beim Festabschluss. Und die Übernachtung im Saal auf den Luftmatratzen? „Auch mit fast 80: Ohne die wär`s kein Turnfest!“ (juba)

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