Fußball RHEINPFALZ Plus Artikel Die „Men of the Match“ des FK Pirmasens

Zwei Tore und eine Torvorlage: Nicht schlecht für einen Innenverteidiger, der FKP-Kapitän Yannick Grieß (in Blau) nun mal in ers
Zwei Tore und eine Torvorlage: Nicht schlecht für einen Innenverteidiger, der FKP-Kapitän Yannick Grieß (in Blau) nun mal in erster Linie ist. Hier setzt er sich gegen Morlauterns Angreifer Bobby Edet durch.

Der FK Pirmasens gewinnt beim SV Morlautern mit 5:1 und hat nun drei Punkte Vorsprung auf den FCK II. Zwei Spieler, die zuletzt nicht dabei waren, ragen heraus.

Wer war denn nun der „Man of the Match“ beim 5:1-Sieg des FK Pirmasens in Morlautern? Yannick Grieß, der als Innenverteidiger zwei Tore erzielte und einen weiteren Treffer vorbereitete? Oder Außenangreifer Luka Dimitrijevic, der zwar nur die zweiten 45 Minuten spielen durfte, aber in dieser Zeit die Abwehr des SV Morlautern vor riesige Probleme stellte und das wunderschöne Führungstor erzielte? Nun, am besten einigt man sich auf zwei „Men of the Match“, denn beide haben großen Anteil daran, dass der FKP mit einem klaren Auswärtssieg nicht nur seinen zweiten Tabellenplatz in der Fußball-Oberliga behauptete, sondern nun drei Punkte Vorsprung auf den FCK II hat.

Der Schütze des 1:0 für Morlautern, Tim Ratkowski (rechts), und FKP-Defensivmann Mike Andreas.
Der Schütze des 1:0 für Morlautern, Tim Ratkowski (rechts), und FKP-Defensivmann Mike Andreas.

Beide hatten zuletzt pausieren müssen. Grieß war nach Gelb-Rot gegen Engers erst für ein Spiel gesperrt, verpasste dann, da erkrankt, auch das Verbandspokal-Halbfinale gegen Arminia Ludwigshafen (2:0) und das Liga-Heimspiel gegen Diefflen (2:2), in dem seine Kopfballstärke bei den vielen Ecken und Freistoßflanken sehr vermisst wurde. Nun, mit dem Kopf erzielte der lange Windsberger seinen zweiten Treffer beim Traum-Comeback. Einmal mehr nickte er nach einem Standard ein – Kevin Büchler findet bei seinen großartigen Ecken und Freistoßflanken fast immer seinen Kapitän. Grieß’ Tor war das vorentscheidende 3:1 in der 65. Spielminute. Und das 1:1 (27.) machte Grieß mit einem schönen Freistoß. „Bei Freistößen aus 16 bis 19 Metern zentral habe ich ein ganz gutes Gefühl – was weiter hinten ist, macht dann besser ,Kev’ Büchler“, merkte er hinterher dazu an. Dass seine Mannschaft beim Tabellenletzten durch einen „Sonntagsschuss“ von Tim Ratkowski früh mit 0:1 in Rückstand geraten war, habe ihm keine Sorgen bereitet: „Wir hatten ja noch 85 Minuten Zeit. Ich war mir sicher, dass wir den Platz als Sieger verlassen.“

„Dimi“ lobt sich selbst mal

Zur Pause stand es aber nur 1:1. Chefcoach Daniel Paulus brachte nun für Luca Eichhorn Luka Dimitrijevic, der in den beiden vorausgegangenen Oberligaspielen wegen seiner Roten Karte gegen Engers gesperrt gewesen war. Und mit „Dimi“ steigerte sich die Qualität des Pirmasenser Offensivspiels deutlich. Neun Minuten nach seiner Einwechslung düpierte er nach einem Diagonalball von Grieß Morlauterns Abwehr und erzielte das 2:1 für den FKP. „Ich habe den Ball gut angenommen, die Gegner aussteigen lassen, das Tor war schon sehr gut gemacht, dieses Eigenlob gebe ich mir jetzt mal“, sagte der feine Techniker zu seinem zehnten Saisontreffer und lachte dabei.

Dass er zunächst – wohl auch für ihn selbst überraschend – nur draußen saß, kommentierte er so: „Ich bin das nicht gewohnt, aber das war die Entscheidung des Trainers, die ich akzeptieren muss.“ Und er nahm Stellung zu seinem Platzverweis gegen Engers. „Ich habe in der Aktion zuerst einen Stoß von hinten bekommen. Deshalb ist es dann mehr geworden, als es sein sollte. Das sieht man auch auf dem Video zum Spiel. Die Rote Karte war berechtigt, aber der Schiri hätte mir auch Gelb zeigen können, zumal ich ja keiner bin, der auf dem Platz holzt“, sagte der 28-Jährige.

Ziel: Regionalliga-Aufstiegsrunde

Der Vertrag des Saarländers mit dem FK Pirmasens läuft im Juni aus. Er lässt durchblicken, dass er wohl mindestens eine sechste Saison auf der Husterhöhe anhängen wird. „Die wissen, was sie an mir haben, und ich weiß, was ich an dem Verein habe“, stellte Dimitrijevic fest.

Sein großes Ziel (neben dem Verbandspokal) ist es, mit dem FKP, für den am Samstag in der Schlussphase noch Thomas Selensky und Dennis Krob trafen, den zweiten Platz hinter dem souveränen Spitzenreiter Schott Mainz zu behaupten und somit in die Regionalliga-Aufstiegsrunde einzuziehen. „Die Relegation macht Spaß. Ich hatte das 2019 mit Röchling Völklingen schon mal. Da haben wir 2:2 gegen Bayern Alzenau und 1:1 bei den Stuttgarter Kickers gespielt“, schwärmte Dimitrijevic.

Der andere „Man of the Match“, Yannick Grieß, saß am Samstag nach dem Abpfiff auf dem Kieferberg mit seinem Kumpel, dem früheren FKP-Stürmer und jetzigen Morlauterer, Felix Bürger, noch lange im Sportheim zusammen. Bürgers Mannschaft scheint dem Abstieg geweiht.

SO SPIELTEN SIE

FK Pirmasens: Reitz - Andreas, Grieß, Müller – Grünnagel (79. Dogan), Eichhorn (46. Dimitrijevic), Selensky, Büchler (79. Vogt) - Jänicke (79. Basenach) - Krob, Ehrhart (68. Gutmann)

ZITIERT

„Wir sind nicht mehr die Mannschaft der Hinrunde. Wir haben Probleme, weil uns die Führungsspieler fehlen. Das ist eine Frage der Qualität.“
Ex-Bundesligaprofi Alexander Bugera, Trainer des 1. FC Kaiserslautern II, nach dem 0:0 beim abstiegsbedrohten TuS Mechtersheim, wodurch die Lauterer nun drei Punkte Rückstand auf den FK Pirmasens haben. zkk

x