Pirmasens Die Kreisgalerie feiert und die Kunst feiert mit

Mit 2500 Besuchern und verkauften Werken im fünfstelligen Euro-Bereich hat sich die Dahner Kreisgalerie im vergangenen Jahr wieder als wichtiger Kulturort der Region behauptet. Im laufenden Jahr setzt die für Kultur bei der Kreisverwaltung zuständige Elke Huber auf eine bewährte Mischung aus Künstlern der Region und Auswärtigen. Dazu kommt ein Experiment mit einem Dahner „Kultursonntag“ sowie eine Jubiläumsausstellung zum 30-jährigen Bestehen der Kreisgalerie.
Huber selbst organisiert die Ausstellungen im Kulturtempel des Kreises seit 15 Jahren und hat die zwei Säle im früheren Dahner Schulhaus zu einem begehrten Ausstellungsort gemacht. Bewerbungen von Künstlern aus ganz Deutschland gehen bei der Kreisverwaltung ein. Wenn Huber wollte, könnte sie ein Programm bis 2020 locker mit niveauvollen Ausstellungen bestücken. Bei der Besucherzahl blieb die Kreisgalerie im vergangenen Jahr im üblichen Rahmen. Es waren in der Vergangenheit schon Jahre mit nur 2200 Besuchern, aber auch Jahre mit 3000. Publikumsrenner im vergangenen Jahr war – wie zu erwarten – der Landauer Xaver Mayer, der auch beim Verkauf für den größten Umsatz sorgte. Wie viel genau verkauft wurde, wollte Huber nicht mitteilen. Es habe sich im üblichen Rahmen bewegt, der in der Kreisgalerie bei Beträgen zwischen 15.000 und 20.000 Euro pro Jahr liegt. Zehn Prozent davon gehen in die Kasse des Landkreises, was wenig ist. Kommerzielle Galeristen nehmen zum Teil mehr als 50 Prozent. Für das angelaufene Kulturjahr ist Huber gespannt auf die am Sonntag zu eröffnende Ausstellung mit Malerei des Franzosen Michael Shiach. Die Arbeiten des gebürtigen Schotten faszinieren Huber und auch den Lebenslauf findet sie interessant. Danach bekommt am 22. Februar ein Südwestpfälzer die Möglichkeit zum großen Rahmen, den die Kreisgalerie in den zwei Sälen in der Schulstraße 14 bietet. Peter Padubrin-Thomys aus Hinterweidenthal zeigt seine sehr hintergründige Malerei und Grafik. Einen Vorgeschmack auf die Bilder gibt der aus Halle an der Saale stammende frühere Buchhändler mit dem etwas sperrigen Titel: „Ich frage Dich nicht, wo du herkommst und Du sagst mir nicht, wo wir sind.“ Padubrin-Thomys betreibt ein Atelierhaus in Wilgartswiesen, in dem er seine aufwendigen Holzschnitte und Gemälde produziert, die bei Ausstellungen in ganz Deutschland ihre Käufer finden, was an der vordergründig einfachen Bildsprache liegen mag, die auf den zweiten Blick einen eventuell auch beängstigenden Tiefgang offenbart. Allen Arbeiten des Hinterweidenthalers gemein ist eine Mischung aus Humor und Philosophie gepaart mit dem expressiven Duktus seiner Darstellungsweise. Gleich hinter der Kreisgrenze ist der Maler Engelbert Müller zuhause, der am 29. März in der Kreisgalerie erstmals ausstellt. Müllers abstrakte Malerei war bereits mehrfach in der Pirmasenser Galerie Venezia oder der Alten Kirche in Vinningen zu sehen. Für den in Bann im Kreis Kaiserslautern lebenden Künstler ist es die erste Gelegenheit zu einer großen Einzelausstellung im Kreis. Seine künstlerische Ausbildung genoss der 1950 geborene Maler in Kursen der Trierer Kunstakademie. Müller will in seinen abstrakten Farblandschaften innere Bilder und seine Auseinandersetzung mit der Welt zeigen. Gespannt dürfen die Besucher auf die Ausstellung der Fischbacher Künstlerin Christine Charton ab dem 3. Mai sein. Die Künstlerin hat vor fünf Jahren schon in der Kreisgalerie ausgestellt und zeigt nun, wie sich ihre Kunst weiterentwickelt hat. Mit Charton kommt eine Künstlerin, die eine fundierte Ausbildung an der renommierten Düsseldorfer Akademie vorweisen kann zu einer Zeit als dort Größen wie Joseph Beuys oder Gerhard Richter unterrichteten. Chartons Malerei hat sich allerdings in eine ganz andere Richtung entwickelt und bevorzugt eine fantastische Bildwelt mit zarten Farbtönen. Praktisch zur Finissage von Chartons Ausstellung wagt die Kreisgalerie ein Experiment auf Initiative der Kunstvereinigung Wasgau. Deren Galerie N sowie die benachbarten Jazzfreunde im früheren E-Werk und die katholische Laurentius-Bücherei veranstalten am 31. Mai einen „Kultursonntag“. Charton wird durch die Ausstellung führen, die Kreisgalerie öffnet länger als bis 18 Uhr und die drei Kulturpartner bieten Sonderaktionen in der Dahner Stadtmitte an. Das genaue Programm des „Kultursonntags“ ist noch in Arbeit. Am 7. Juni feiert die Kreisgalerie ein rundes Jubiläum. Seit 30 Jahren sorgt der Ausstellungsort für kulturelle Akzente in der Südwestpfalz und das feiern Huber und ihr Team mit einer Jubiläumsausstellung, zu der viele Künstler aus den vergangenen 30 Jahren Bilder beisteuern. Unter anderem werden Xaver Mayer, Franz Martin, Uta Arnhardt, Hedda Wilms, Monika Bozem, Wolfgang Fritz oder Mark Blunck mit von der Partie sein. Wie beim 25-jährigen Bestehen wird es eine Lotterie mit Werken dieser Künstler geben. „Das hat sich bewährt und wurde vielfach gelobt. Nur den Lospreis haben wir etwas verbilligt“, meint Ulla Eder, Sprecherin der Kreisverwaltung. Statt fünf Euro wie zum 25-Jährigen werden Lose diesmal nur zwei Euro kosten. Einen Ausflug in die Neustädter Kunstszene wagt die Kreisgalerie am 12. Juli mit Gerhard Lämmlin. Der malende Autodidakt sucht in abstrakten Bildern Ausdrucksformen für seine Gedanken. Die Ideen zu seiner Kunst sammelt Lämmlin auf Reisen, in der Natur und in geselliger Runde. Nach den vierwöchigen Sommerferien im August startet die Kreisgalerie am 6. September mit Wolfgang Beck aus Donsieders in die zweite Jahreshälfte. Der in Heidelberg geborene Maler hat an der Mannheimer Fachhochschule für Gestaltung studiert und pflegt einen Malstil, der an die Klassische Moderne angelehnt zu sein scheint, aber aktuelle Tendenzen aufgreift. In seinen Arbeiten auf Plexiglas und den dynamisch-filigranen Holzobjekten geht Beck in die dritte Dimension. Ein Höhepunkt werden die Bronzen und Gemälde von Elsa Vogt-Ramachers aus Sulzbachtal (Kreis Kaiserslautern). Die aus Rockenhausen stammende Künstlerin ist ein gern gesehener Gast in der Kreisgalerie, wo sie bereits 2012 und 2008 ausstellte. Vogt-Ramachers richtet in ihrer Kunst den Blick auf die Verbundenheit des Seins von Mensch und Tier mit der Natur. Ihre Waldgemälde erreichen eine Komplexität und Tiefe, die ihresgleichen sucht. Selten kann man eine Künstlerin erleben, die es schafft, so viel Licht und Energie auf eine schnöde Leinwand zu legen. Den Schlusspunkt im Jahresprogramm setzt die Dahnerin Manuela Schwarz-Thomas. An magischen Orten hat sie den Eintritt in die Anderswelt mit ihren Bildern gesucht, passend zur dunklen Jahreszeit wird ihre Ausstellung am 22. November eröffnet. (kka)