Pirmasens
Die Guns N’ Roses Tribute Band Kill Your Idols begeistert im Z1
Wer vor dem Showbeginn einen Blick auf die Bühne riskierte bemerkte, dass es die fünf Musiker aus der Lombardei mit der Guns N’ Roses-Authentizität absolut ernst meinten. Besagtes 1985 in Los Angeles gegründetes Quintett hat hundert Millionen Tonträger verkauft und war vor vier Dekaden die kommerziell erfolgreichste Rockband weltweit. Schöne farbenfrohe Backdrops, mit bunten Schals sowie roten Rosen verzierte Mikrofonständer und die Originalinstrumente der Vorbilder standen griffbereit.
Die Band braucht etwas Anlaufzeit
Nach einem Instrumentalintro stürmte dann endlich Axl-Rose-Klon Nunzio Gerbino zu seinen Kollegen auf die Bühne und bildete fortan mit Simon Gibson alias Slash ein dynamisches und agiles Front-Duo. Das vertrackte „It´s So Easy“ aus dem Millionenseller „Appetite For Destruction“ war zwar nicht der optimale Konzerteinstieg, doch als Aufwärmübung ist dieses Stück durchaus zu akzeptieren.
Das sahen auch die Fans so, denn erst ab dem folgenden Groove-Monster „Mr. Brownstone“ kam Stimmung in die Bude, auch die Musiker wurde ebenfalls immer agiler. Spätestens bei den ersten Tönen der Hymne „Welcome To the Jungle“ war im Z1 beste Rockpartystimmung angesagt und zahlreiche Besucher rieben sich im Laufe des Abends verwundert die Augen. Sätze wie „Die sehen ja aus wie die echten Axl und Slash“, hörte man regelmäßig.
Die Musiker gehen volles Risiko
Bei einer Ballade wie „Don´t Cry“ kann man als Tribute-Band rein gar nichts kaschieren, das heißt, hier zeigt sich, aus welchem Holz die Musiker geschnitzt sind. Die bereits erwähnten Gerbino und Gibson sowie ihre Kollegen Davide De Carli am Schlagzeug, Bassist Marco Giannini und Steven Gibson (Rhythmusgitarre) ließen nichts anbrennen, legten einen fetten Soundteppich hin und demonstrierten Authentizität hoher Güteklasse. Hier muss man erwähnen, dass Axl W. Rose schon seit langem nicht mehr an einstige Gesangsleistungen herankommt. Der italienische Signore Rose hingegen überzeugte absolut und schrie sich phasenweise in bester Rockstar-Manier in einen kleinen Rausch. Kollege Simon Gibson demonstrierte eindrucksvoll, dass er alle Posen seines Idols Slash verinnerlicht hat, und überzeugte mit starkem Gitarrenspiel.
Sie sehen auch noch aus wie die Originale
Vom Aussehen her ist er von seinem Idol kaum zu unterscheiden, was viele Fans dazu veranlasste vor und nach dem Konzert ein Selfie mit ihm zu schießen. Einige der beliebtesten Guns N’ Roses-Lieder hatten sich die Nachlassverwalter bis ganz zum Schluss aufgehoben, was die Stimmung natürlich zum Siedepunkt trieb. Der Ohrwurm „Rocket Queen“, das epische, fast neunminütige „November Rain“, der einstige Super-Hit „Knockin’ On Heaven´s Door“, „You Could Be Mine“ und das Party-Monster „Paradise City“ beendeten ein immens Laune machendes und durchweg umjubeltes Konzert auf hohem Niveau.