Kanuslalom
Deutschland-Cup: Britta Jungs Risikofahrt, Druck bei Simon Schiel
Beim Deutschland-Cup im österreichischen Lofer hat Britta Jung aus Höheischweiler eines von zwei Rennen im Kajak-Einer gewonnen. Der Deutschland-Cup ist eine Serie von sechs Rennen, deren Gesamtergebnis die Rangliste der besten deutschen Slalomkanuten ergibt. Die Besonderheit in Lofer liegt darin, dass die Rennen auf der Saalach, einer natürlichen Wildwasserstrecke, ausgetragen werden. Nach starkem Regen am Mittwoch glich der Fluss diesmal einem reißenden Wildbach. Wegen des zu hohen Wasserstandes konnten die Sportler nicht trainieren, der Rennbeginn musste auf Freitagnachmittag verschoben werden.
Britta Jung qualifizierte sich in der U18-Altersklasse sowohl im Canadier-Einer (kniend mit Stechpaddel) als auch im Kajak-Einer problemlos für die Finalläufe. Im Rennen eins im Canadier-Einer belegte die 16-Jährige in den Finals auf der anspruchsvollen Strecke mit hohen Wellen Rang sieben. Im Kajak-Einer, ihrer Lieblingsdisziplin, unterstrich die Schülerin des Pirmasenser Immanuel-Kant-Gymnasiums mit Platz drei ihre konstant gute Form.
Pirmasenser Simon Schiel mit Rang 36 und Rang 16
In die Finals des zweiten Rennens ging es am Sonntag bei strahlendem Sonnenschein und etwas niedrigerem Wasserstand. Zuvor waren die Tore umgehängt worden, was die Befahrung einer Stelle besonders schwierig machte. Im Canadier-Einer absolvierte Jung diese Passage mit einer Rückwärtsdrehung und wurde Fünfte. Im Kajak-Einer entschied sie sich für die riskante Direktbefahrung. Die gelang ihr perfekt: Sie gewann mit über vier Sekunden Vorsprung.
In der Leistungsklasse startete Simon Schiel. Der 19-jährige Pirmasenser, mitten im Abiturstress am Wirtschaftsgymnasium, beging beim technisch äußerst schwer gehängten ersten Rennen einen Fehler („halber Kopf“ an einem Abwärtstor), der ihm 50 Strafsekunden einbrachte. Somit landete er nur auf Rang 36 unter 47 Startern. Dadurch wuchs der Druck vor dem zweiten Wettkampftag, denn von den insgesamt sechs Rennen hat man nur ein Streichergebnis zur Verfügung. Schiel blieb dieses Mal fehlerfrei und fuhr auf Platz 16 unter Deutschlands besten Paddlern. Das macht Mut für die nächsten beiden Cup-Rennen in zwei Wochen im tschechischen Veltrusy.