Handball
Der Liebste von Thaleischweilers Torfrau Koßmann ist ein Adeliger
Jule Koßmann ist der Rückhalt im Tor der Verbandsliga-Handballerinnen des TV Thaleischweiler. Am Samstag spielt sie ab 17 Uhr mit ihrer Mannschaft gegen die HSG Landau/Land II. Davor aber hat sie noch eine wichtige Aufgabe zu erfüllen.
Koßmanns Liebster ist ein Adeliger. Er trägt den stolzen Namen Odin von Bergfeld und lebt auf dem gleichnamigen Reiterhof zwischen Stelzenberg und Kaiserslautern. Aber er ist nicht der Besitzer der Stallungen. Odin ist eines von 55 Pferden, die dort, so heißt es in der Reitersprache „eingestellt“, also kostenpflichtig untergebracht, sind. „Für mehr Männer habe ich keine Zeit“, sagt Jule Koßmann mit einem Lachen. Sie kennt den siebenjährigen Odin seit seiner Geburt. Seit vier Jahren gehört er ihr. „Er ist aufgeweckt, aktiv, ein Allrounder, der an der Trense geht, aber auch die Dressur mag – und die Geländeritte.“ Koßmann hat ihn selbst eingeritten und erzogen. Drei bis vier Stunden täglich ist die 23-Jährige bei ihm, wenn kein Handball ist auch länger.
In der C-Jugend zum TV Thaleischweiler gewechselt
Die Torfrau lebt nicht weit entfernt in Stelzenberg, wo sie aufgewachsen ist und sich dann eine Wohnung im Ort suchte, in der sie nun lebt. Sie ist heimatverbunden und Auszubildende zur Groß- und Einzelhandelsmanagerin in Kaiserslautern. Zum Training nach Thaleischweiler kommt sie per Fahrgemeinschaft mit Laura Clemens, die auch in Stelzenberg lebt.
Nachdem Koßmann zuerst Fußball spielte, wechselte sie zum TuS Dansenberg in die Handball-D-Jugend ins Tor. Der Wechsel ins kleinere Tor fiel ihr damals leicht, schnell spielte sie in der Auswahlmannschaft. Als ihr beim TuS zu wenig trainiert wurde und auch nur noch wenige Spielerinnen im Kader standen, ging sie in die C-Jugend des TVT, wo sie die allermeisten ihrer heutigen Teamkolleginnen kennenlernte und sich feste Freundschaften entwickelten.
Einzige Torfrau derzeit im TVT-Kader
Seit dieser Runde ist Koßmann einzige Torfrau im TVT-Kader, nachdem Jessica Noras umgezogen ist und nicht mehr zur Verfügung steht. „Zu zweit ist es einfacher, weil man sich an schlechten Tagen gut ergänzen kann. Und man hat nicht den Druck, immer für das Team da sein zu müssen, auch Termine entsprechend planen muss“, bedauert die 1,69 Meter große Torhüterin, die ihren Gegnerinnen genau in die Augen schaut: „Dann sehe ich beim Strafwurf oder einem Gegenstoß schon, was sie machen werden“, berichtet sie von dem, was ihr am meisten Spaß bereitet.
Koßmann, deren Vater früher auch Handballer war, ist selbstkritisch: „Ja, ich hatte gute Spiele in dieser Runde, aber bei zweien war ich nicht so zufrieden mit mir selbst.“ Von Trainer Jochen Huber gibt es aber nur Lob: „Auf sie ist immer absolut Verlass.“
Koßmanns Ziel: Meister werden
Die Zielsetzung für den Rest der Runde ist für Koßmann klar: „Ich würde schon gerne Meister werden.“ Aktuell ist der TVT Tabellenführer, hat aber mehr Spiele als ausgerechnet ihr alter Verein, der TuS Dansenberg, der drei Minuszähler weniger aufweist. Dies auch deshalb, weil ein Spiel am grünen Tisch wegen einer coronabedingten Absage verloren ging. „Da hätte ich mir mehr Toleranz vom Verband gewünscht“, kritisiert Koßmann. Vielleicht auch deshalb sagt sie mit Blick auf die Aufstiegsmöglichkeit in die Pfalzliga: „Darüber machen wir uns Gedanken, wenn es so weit ist.“
Fehlen wird nach ihrem Kenntnisstand am Samstag Chiara Winnwa, sonst seien alle TVT-Spielerinnen wohl an Bord. In der Halle gilt jetzt die 3G-Regelung, wie Huber, der zugleich Abteilungsleiter des TVT ist, bestätigte.
Außerdem spielen
Frauen-Pfalzliga: FSG Hauenstein/Rodalben - HSG Landau/Land (Samstag, 18 Uhr, Wasgauhalle, 3G-Regel)
Männer-Verbandsliga: TV Thaleischweiler - HSG Eckbachtal II (Samstag, 19 Uhr, 3G-Regel), TV Dahn - TG Oggersheim (Samstag, 20 Uhr)