Pirmasens Der Liebe wegen zu Rapid-Piraten gestoßen
Kegeln ist für ihn Leidenschaft pur. Und die führte ihn zu zwei Weltmeistertiteln mit der deutschen Junioren-Nationalmannschaft, zum Gewinn des Europapokals mit Victoria Bamberg und zum Triumph im NBC-Pokal mit Olympia Mörfelden. Die Rede ist von Pascal Jestädt (37), der zu Beginn der Saison vom amtierenden Deutschen Meister Mörfelden zum Regionalligisten SG Rapid/Grün-Weiß-Pirat Pirmasens gewechselt ist. Der Grund für den Umzug in die Südwestpfalz nach zehn erfolgreichen Jahren beim hessischen Vorzeigeklub: die Liebe zu Melanie Wetzel, ebenfalls leidenschaftliche Keglerin und Bundesligaspielerin des ESV Pirmasens. Zudem sah der gelernte Versicherungskaufmann berufliche Perspektiven in Pirmasens. Schon vor Jahren lernten sie sich – natürlich – auf der Kegelbahn kennen. Für Pascal Jestädt war es Liebe auf den ersten Blick, wie er sagt, was man bei der Hinterweidenthalerin nicht behaupten konnte. Doch ließ sich der gebürtige Franke nicht beirren. 2012 war es dann so weit: Beide wurden ein Paar. Es folgte der nächste Schritt. „Da mir die Fahrerei zu viel wurde, bin ich im Juni 2013 vollbepackt nach Hinterweidenthal gezogen. Melanies Eltern Uschi und Thomas Wetzel, selbst hervorragende Kegler, haben mich mit offenen Armen aufgenommen, wofür ich noch immer dankbar bin“, schildert Jestädt seinen Umzug in die Pfalz. „Ich hätte nie gedacht, dass aus uns was wird. Doch bin ich froh und glücklich, wie’s gekommen ist“, sagt Melanie Wetzel. Beide sehen übrigens noch im November Elternfreuden entgegen. Bei Stefan Sefrin, einem der Vorsitzenden von Grün-Weiß-Pirat, fand Jestädt berufliche Perspektiven. Trotzdem kegelte er noch zweieinhalb Jahre in Mörfelden, da er zu „Olympia“-Macher Jürgen Fleischer eine innige Freundschaft pflegt und bei den Hessen seine schönste Zeit als Kegler erlebt hat, wie er sagt. „Dort erzielte ich in der Saison 2011/2012 sogar 14 Tausender in 18 Spielen“, schwärmt Jestädt von seiner Glanzzeit. Vor einem Jahr reifte bei ihm der Entschluss, nach der Saison 2015/16 sein Engagement bei den Hessen zu beenden. In der Südwestpfalz längst heimisch und mit guten Kontakten ausgestattet, reizte ihn die Aufgabe, die SG Rapid/Grün-Weiß-Pirat in die 2. Bundesliga zu führen. Mit Florian Semmler und Andreas Jann haben sich dann auch zwei Kegler mit Bundesliga-Erfahrung der SG angeschlossen. Jestädt: „Ich glaube, dass der SG-Kader zur Regionalliga-Meisterschaft ausreicht. Doch was wir im Moment vor allem auswärts spielen, ist ’ne Katastrophe.“ Schon als 22-Jähriger bewies Jestädt nach seiner Rückkehr von Bamberg zur DJK Schweinfurt, dass er einem Team Feuer und Begeisterung einhauchen kann. Mit Bewunderung spricht davon noch heute sein damaliger Mitspieler Kurt Sterker, heute Interimssportwart bei der DJK: „Mit Pascal legten wir eine Wahnsinnssaison hin, die in der Regionalliga-Meisterschaft gipfelte. Nicht nur durch seine Leistung, auch durch seine Fähigkeit, seine Mitspieler zu begeistern – die sich damit alle stark verbesserten –, brachte er viel Schwung in das Team“, schwärmt Sterker.