Fussball
Der größte Wunsch des FKP-Pechvogels Luis Kiefer
Luis Kiefer wechselte im Sommer vergangenen Jahres vom Oberligisten FSV Jägersburg zum FK Pirmasens. Dort wollte der junge und schnelle Außenangreifer in der Regionalliga spielen, damit den nächsten Schritt in seiner Karriere machen. Es lief gut an für den damals 20-Jährigen. Von den ersten fünf Saisonspielen machte er vier, zweimal gehörte er zur Startelf von Trainer Patrick Fischer. Am 17. August 2019 passierte es dann: Im Heimspiel gegen den SC Freiburg II riss er sich das Kreuzband im linken Knie. „Bis dahin war ich überhaupt noch nie verletzt gewesen“, erzählt Kiefer.
Er ließ sich in Karlsruhe operieren. Der Weg zurück auf den Fußballplatz war weit, weiter als gedacht. Im Juni 2020 musste Kiefer erneut unters Messer, weil Gewebe vernarbt war. Mitte August stieg er ins Mannschaftstraining ein. Etwa vier Wochen später, am 20. September 2020, hätte Kiefer sein erstes Spiel für den FKP nach 13 Monaten Verletzungspause machen sollen. Er war fürs Verbandsliga-Derby der zweiten Mannschaft bei der SG Rieschweiler nominiert. Kiefer trainierte daher am Freitag, 18. September, mit dem Verbandsliga-Team auf der Husterhöhe. Das letzte Training vor dem Comeback. Und dabei riss er sich wieder das Kreuzband, dieses Mal im rechten Knie.
„Ich bin ja erst 21“
„Das war natürlich ziemlich ernüchternd nach der langen Pause, gerade für einen so bewegungsfreudigen Menschen wie mich“, sagt Kiefer. Aufgeben sei für ihn nie infrage gekommen, dafür liebe er den Fußball zu sehr. Teamkollege Arne Neufang habe schließlich auch schon zwei Kreuzbandrisse weggesteckt. „Andere haben sich sogar dreimal das Kreuzband gerissen und spielen immer noch. Und ich bin ja erst 21.“
Dieses Mal ließ sich der Homburger in Merzig operieren. Offenbar mit Erfolg. Kiefer: „Ich mache super Fortschritte. Fünf Wochen nach der OP kann ich das Bein schon wieder komplett strecken – das konnte ich nach dem ersten Kreuzbandriss zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Ich hoffe, dass es in diesem Tempo weitergeht.“ Er will sich aber nicht unter Zeitdruck setzen, man müsse „mit Geduld an die Sache herangehen“. Das sei eine Lehre vom ersten Kreuzbandriss.
Viermal die Woche schuftet Kiefer bei einem Physiotherapeuten, um wieder fit für die Regionalliga zu werden. Ansonsten widmet er sich seinem BWL-Studium in Zweibrücken. Mittlerweile ist er im dritten Semester. Bei den FKP-Heimspielen schaut er zu, auch den 3:2-Sieg beim Titelkandidaten FC Homburg – „das bisher beste FKP-Spiel“ – erlebte er vor Ort.
„Mental schwierig“
Es sei „mental schwierig, immer nur halb bei der Mannschaft dabei zu sein“, gewährt er einen Einblick in seine Seele. „Der Fußball fehlt mir, auch das Ausgepowertsein nach einem Training oder einem Spiel.“ Deshalb will er unbedingt wieder spielen. Kiefer: „Mein größter Wunsch ist es, diese Saison noch mal auf den Platz zu kommen.“