FUSSBALL
Der Einbruch des FK Pirmasens
Wie eine grüne, rechteckige Insel lag der Kunstrasen-Nebenplatz des Donaustadions da, während die 14 Felder auf der benachbarten Tennisanlage von einem dicken, weißen Teppich bedeckt waren. Der SSV Ulm befreit nun mal das Winter-Domizil seiner Profifußballer vom Schnee – in Pirmasens war das im städtischen Sportpark Husterhöhe nicht möglich, weshalb sich die Regionalligamannschaft des FKP mit drei Einheiten in der Wasgauhalle auf ihr erstes Spiel im neuen Jahr vorbereiten musste.
Doch das künstliche Grün am Donau-Ufer hatte bei Minusgraden seine Tücken. „Der Rasen war sehr hart und rutschig“, stellte FKP-Trainer Patrick Fischer fest, und Innenverteidiger Moritz Zimmer merkte an: „Der Ball wird da extrem schnell.“
Couragierter Beginn
Doch zunächst kam Zimmers Mannschaft mit den widrigen Umständen besser zurecht als die Ulmer, obwohl diese auf diesem Untergrund trainieren. Der FKP gefiel in der ersten Halbzeit, vor allem in den ersten 25 Minuten, in denen er sich drei Torchancen herausspielte. Fischers Elf versteckte sich beim Titelkandidaten ganz und gar nicht, störte früh.
Schlechteste Liga-Bilanz
Dennis Chessa besaß gegen seinen Jugendverein bereits nach 20 Sekunden die erste Torchance. Außenangreifer Luka Dimitrijevic, etwas überraschend für Tom Schmitt in die Startelf gerutscht, machte viel Betrieb. Wer weiß, wie das Spiel gelaufen wäre, wenn Mittelstürmer Konstantinos Neofytos in der vierten Minute die klasse Vorarbeit von Dimitrijevic zu seinem ersten Tor im zwölften Saison-Einsatz genutzt hätte. Doch der Grieche brachte den Ball nicht an SSV-Keeper Maximilian Reule vorbei. Auch zwei weitere Chancen von Manuel Grünnagel und Dimitrijevic brachten nichts Zählbares. Mit nur 13 Toren in 16 Spielen weisen die Pirmasenser die deutlich schlechteste Offensivbilanz der Liga auf.
Eine Stunde lang stand es 0:0. Dann kassierte der FKP das erste Gegentor. Salif Cissé foulte Johannes Reichert, und den fälligen Freistoß flankte Ulms Standardexperte Nicolas Jann zum in den Strafraum rauschenden Felix Higl – 1:0 für Ulm. „Ein blöder Freistoß – überhaupt haben wir dem Gegner zu viele Standards zugelassen. Und dann laufen wir nicht richtig rein“, analysierte FKP-Coach Fischer den vorentscheidenden Treffer.
Denn danach ging bei den Pirmasensern fast nichts mehr. Die Defensivleistung war auf einmal ganz, ganz schlecht. Wie beim 1:4 gegen Steinbach und beim 0:4 gegen Freiburg II brach der FKP nach lange starkem Auftritt völlig ein. Fischers doppelter Wechsel in der 72. Minute – Dennis Krob und Schmitt kamen für Neofytos und Dimitrijevic – verpuffte. Für die letzten zehn Minuten kam dann auch noch Luca Eichhorn; der erste Regionalliga-Einsatz in dieser Saison für den von klein auf beim FKP spielenden Pirmasenser.
Zimmers klare Worte
Ungestört erzielte Marcel Schmidts das zweite Ulmer Tor. Dann lieferte FKP-Innenverteidiger Kevin Frisorger mit zwei missglückten Klärungsversuchen sowohl beim 0:3 von Tobias Rühle als auch beim 0:4 von Schmidts die Vorlage. „Wir dürfen in dem Spiel nicht mit 0:4 vom Platz gehen, zumal es am Ende auf jedes Tor ankommen kann. Wir müssen cleverer sein“, sagte Zimmer und fügte hinzu: „Wir haben aber kaum Zeit, um uns aufzuregen. Es geht ja direkt weiter.“
Rasenheizung läuft
Am Dienstag (Anstoß: 19 Uhr) muss seine Mannschaft schon wieder ran. Der VfR Aalen wartet. Dessen Ostalb-Arena ist vom Schnee geräumt, außerdem läuft beim Ex-Zweitligisten die Rasenheizung ...