Pirmasens Der AfD entgegen getreten

Gegen die AfD und für Demokratie, Weltoffenheit und Toleranz demonstrierten am Samstag in Erlenbrunn rund 150 Menschen.
Gegen die AfD und für Demokratie, Weltoffenheit und Toleranz demonstrierten am Samstag in Erlenbrunn rund 150 Menschen.

Rund 150 Personen folgten am Samstagabend in Erlenbrunn dem Aufruf von Vertretern der Parteien Die Linke und Bündnis 90/Die Grünen sowie der Gewerkschaft Verdi zu einer Mahnwache für Demokratie, Weltoffenheit und Toleranz. Die Kundgebung richtete sich gegen eine Veranstaltung mit AfD-Bundestagsabgeordneten im Sportheim Erlenbrunn.

Die Mahnwache fand an der Zufahrtsstraße zum Sportheim zwischen Schulturnhalle und Kirche statt. Die AfD-Anhänger fuhren allerdings eine andere Route, weshalb sich rund 20 Mitglieder der Gruppe „Die Partei“ direkt an die Hauptstraße stellten. So waren bei der eigentlichen Mahnwache etwa 130 Leute. Die Hauptrede hielt Frank Eschrich von der Linken. „Wir haben uns heute hier versammelt, weil beim SV Erlenbrunn Bundestagsabgeordnete der Partei zu Gast sind, deren Führer die Nazidiktatur als ,Vogelschiss’ der Geschichte bezeichnet hat“, sagte er. Die AfD setze vor allem auf Hetze gegen Geflüchtete und gegen Muslime. Ein reaktionäres, antidemokratisches und völkisch-nationalistisches Gesellschaftsbild mit stark rassistischer und frauenfeindlicher Stoßrichtung entwickele sich zum prägenden, verbindenden Merkmal der Partei, sagte Eschrich. Die AfD sei inzwischen zum Zentrum der extremen Rechten geworden. Eschrich nannte die AfD ein Gebilde aus Hass, Menschenfeindlichkeit, Lug und Trug. Dunja Maurer, Vorsitzende des Verdi-Ortsverbands, betonte, dass die Ziele der AfD nichts mit denen der Gewerkschaft zu tun haben. Die Gewerkschaft stehe dafür, solidarisch den Schwachen zu helfen. „Wer das Wahlprogramm gelesen hat, kann die AfD nicht mehr wählen“, sagte sie. In den Betrieben arbeiteten Menschen aus aller Herren Länder. Wenn man sich die Zeit nehme, diese Menschen kennenzulernen, sehe man schnell, dass man einen gemeinsamen Nenner habe, sagte Maurer. „Wenn eine Gesellschaft kommt, wie sie die AfD wünscht, werde ich auf die Flucht gehen müssen“, sagte sie und hofft, dass die AfD als Randnotiz der Geschichte wieder aus den Parlamenten verschwindet. Bestürzt äußerten sich Annette Sheriff, Stadträtin der Grünen, und der 82-jährige Gerhard Heil über die Denunzierung von Lehrern durch Meldewebseiten der AfD. Heil erzählte, dass er das bereits im Jahr 1942 in der Schule erlebt habe, als die Schüler angehalten wurden, nicht linientreue Lehrer dem Naziregime zu melden.

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