Waldfischbach Das Rustikal „Der Watzmann ruft“ am Samstag in Waldfischbach

„Wer jetzt no aufi will, der kimmt’s z’spät.“ Das würden wahrscheinlich die Bewohner des Hofes, den einst Wolfgang Ambros, Manfred Tauchen und Josi Prokopetz für ihr Rustikal „Der Watzmann ruft“ ersannen, den „Watzmann“-Freunden mitteilen, die noch ein Ticket für die Vorstellung des Kult-Stücks am Samstag im Bürgerhaus Schuhfabrik in Waldfischbach-Burgalben erwerben wollten Übersetzt: Im Prinzip ausverkauft.
Mutige können ihr Glück am Samstagabend noch an der Abendkasse probieren. Vielleicht lässt Höhenangst oder ein Virus die ein oder andere Karte noch zurückgehen.
2018 machte die Theater- und Musikergruppe, die aus dem saarländischen Fußballverein SV Altheim hervorging und den „Watzmann“ zum Klingen bringt, erstmals Station im Bürgerhaus, ließ ein begeistertes Publikum „aufi auf’n Berg“. Sie ließen berühmten den Watzmann besteigen, ließen die Männer sich nach der schönen Gailtalerin, die allen den Kopf verdreht, umschauen, ließen den Bauern sterben, die Knechte erben und zeigten – abweichend zum Original-Stück der österreichischen Musiker – wie ein idyllischer Hof in ein Ski-Zentrum verwandelt wird. In welchen Fängen sich die Knechte danach befinden, darauf gibt das Rustikal Antwort.
Es kennen, heißt es lieben. Dieser Satz lässt sich wohl auf das Stück anwenden, das 1974 als Konzeptalbum Premiere feierte. Daraus entstand das Rustikal, wie Ambros, Tauchen, Prokopetz ihr Bühnenstück nennen. Ein rustikales Musical. Lieder wie „Die Gailtalerin“ oder „Der Berg“ haben Kult-Status bei Fans. Auch wenn der Ambros-Hit „Schifoan“ erst 1976 entstand – ohne ihn kommt heute kaum noch eine Aufführung des „Watzmanns“ aus. Mitlachen, mitsingen, mitfeiern ist also am Samstag im Bürgerhaus angesagt.
Das 25-köpfige Alpenteam, das im Saarland oder in der Pfalz beheimatet ist, freut sich auf die Rückkehr an die Spielstätte. 2018 hatten sie das Stück noch in eigener Verantwortung auf die Bühne gebracht – es sollte ursprünglich die Abschiedsvorstellung werden. Dieses Mal ist die Ortsgemeinde Veranstalter. „Auf vielfachen Wunsch, den wir einfach nicht überhören konnten, wird das Stück wieder aufgeführt“, sagt der für das Kulturprogramm zuständige beigeordnete Roland Schumm. So ist das halt. Wenn das Publikum ruft, ist es so, wie wenn der Berg ruft – dem kann man sich nicht entziehen. add