Fußball RHEINPFALZ Plus Artikel Das große Länderspiel-Abenteuer eines Pirmasensers in Usbekistan

2023: Kimi Merk (rechts) im Trikot der kirgisischen U20-Nationalmannschaft bei einem Testspiel in der Türkei.
2023: Kimi Merk (rechts) im Trikot der kirgisischen U20-Nationalmannschaft bei einem Testspiel in der Türkei.

Der Pirmasenser Kimi Merk macht am Freitag beim Asia-Cup sein erstes Länderspiel gegen Saudi-Arabien. Das torgefährliche FCK-Talent stürmt für das U20-Nationalteam von Kirgisistan, dem Heimatland seines Vaters. Gut möglich, dass der 18-Jährige bei dem Turnier auch Jürgen Klinsmann zu Gesicht bekommt.

Im Sport, im Fußball wohl im Besonderen, eröffnen sich bisweilen ungeahnte Möglichkeiten. So auch für Kimi Merk. Der 18-jährige Pirmasenser, mit den U19-Junioren des 1. FC Kaiserslautern Tabellenführer der A-Junioren-Regionalliga, gehört jetzt zur U20-Nationalmannschaft von Kirgisistan, die ab Freitag im Nachbarland Usbekistan um den Asia-Cup spielt. Zum Auftakt geht es gegen Titelverteidiger Saudi-Arabien. Weitere Gruppengegner sind Japan und China.

„Mir kommt das alles wie ein Abenteuer vor. Ein Abenteuer, das jetzt ganz schnell auf mich zukam und das ich versuche, in vollen Zügen zu genießen“, schwärmt Kimi Merk, der beim FK Pirmasens mit dem Fußballspielen anfing und schon seit 2012 beim FCK ist. Am Sonntag ist er mit dem kirgisischen U20-Team in der usbekischen Hauptstadt Taschkent gelandet.

Tor gegen ZSKA Moskau

Vorausgegangen war ein dreiwöchiges Trainingslager an der türkischen Riviera in Antalya, das zur Vorbereitung auf den Asia-Cup diente. „Wir haben dort vier Spiele absolviert. Gegen den FC Vijle aus Dänemark, FK Krasnodar und ZSKA Moskau aus Russland und gegen PFC Andijan-SGS aus Usbekistan“, berichtet Merk. Gegen Moskau und Andijan traf der Mittelfeldspieler aus der Südwestpfalz je einmal.

Da sein Vater Vitali aus Kirgisistan stammt und der dortige Fußballverband schon Kontakte zu seinem älteren Bruder Kai (Profi in Luxemburg) hatte, war auch Kimi im Vorjahr zu einem Sichtungslehrgang in das zentralasiatische, knapp fünf Millionen Einwohner zählende Land eingeladen worden. Nachdem die letzte Hürde, die Erteilung der kirgisischen Staatsbürgerschaft, genommen worden war, stand seiner Berufung in die Fußballnationalmannschaft nichts mehr im Weg.

Auf Russisch

Außer ihm gehört noch ein weiterer nicht in Kirgisistan lebender Spieler zum Kader, Beknaz Almazbekov von Galatasaray Istanbul. „Die Verständigung läuft auf Russisch. Da kommt mir zugute, dass meine Eltern Wert darauf gelegt haben, dass wir Kinder uns auch in dieser Sprache verständigen können“, schildert Merk, wie er sich in dieser für ihn völlig neuen Welt zurechtfindet. Usbekistan ist der mitteleuropäischen Zeit um fünf Stunden voraus. „Taschkent wirkt auf den ersten Blick sehr westlich, modern und sauber. Wir haben derzeit 13, 14 Grad. Ideale Voraussetzungen zum Fußballspielen“, erzählt Merk.

Der Asia-Cup wird erstmals mit U20-Mannschaften gespielt. Zuvor nahmen immer U19-Teams daran teil. Corona hatte hier einen Ausfall gefordert, weshalb das Turnier nun um einen Jahrgang erweitert wurde. Die Spiele der vier Vorrundengruppen werden in verschiedenen Stadien der Zwei-Millionen-Metropole Taschkent ausgetragen. Am Freitag (17 Uhr/Ortszeit) steigt in Gruppe D mit Kirgisistan gegen Saudi Arabien im 34.000 Zuschauer fassenden Milliy-Stadion das erste Spiel. Merk: „Stand jetzt darf ich davon ausgehen, dass ich von Anfang an spielen werde.“

China und Japan warten

Es folgen die Partien gegen Japan und China. „Wir haben die absolute Hammergruppe erwischt, sind natürlich krasser Außenseiter“, sagt der von einem Profi-Vertrag träumende Pirmasenser und fügt hinzu: „Ich freue mich auch, dass meine Eltern Ina und Vitali zu den Spielen anreisen.“

Vielleicht bekommt er in Taschkent auch den Weltmeister von 1990, Jürgen Klinsmann, zu Gesicht. Der ehemaligen Bundestrainer wird sich wohl kaum die Gelegenheit entgehen lassen, den Nachwuchs für das jetzt von ihm gecoachte Nationalteam Südkoreas unter die Lupe zu nehmen. Südkoreas U20 spielt in Gruppe C gegen Oman, Jordanien und Tadschikistan.

2014: Kimi Merk (am Ball) im Trikot der Grundschule Gersbach/Windsberg/Winzeln beim Spiel gegen die Grundschule Fehrbach.
2014: Kimi Merk (am Ball) im Trikot der Grundschule Gersbach/Windsberg/Winzeln beim Spiel gegen die Grundschule Fehrbach.

An dieser Stelle finden Sie ein Video via Glomex.

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