Pirmasens Corona: 230 protestieren laufend, 60 auf dem Exe

An der Polizei stellten die Teilnehmer der Kundgebung Kerzen ab.
An der Polizei stellten die Teilnehmer der Kundgebung Kerzen ab.

Mit 230 so genannten Spaziergängern und rund 60 Gegendemonstranten fielen die Corona-Demos am Montag in Pirmasens ähnlich groß aus wie vor einer Woche. Laut Ordnungsamtsleiter Steffen Schmitt blieben beide Versammlung friedlich. Wobei zwei Personen bei den „Spaziergängern“ von Ordnungsamt und Polizei rausgeholt und von der Teilnahme ausgeschlossen wurden. Ein Mann habe wiederholt bei früheren Rundgängen und auch am Montag keine Maske getragen und sei deshalb ausgeschlossen worden. Eine Frau wurde nach mehrmaliger Ermahnung, ihre Musikbox auszuschalten, ebenfalls ausgeschlossen. Die Frau hatte mit einer tragbaren Musikbox eine Art Partymusik gespielt und zwischendurch auch Ansagen gegen die Impfpflicht durchgegeben. Der Zug der Kritiker der Corona-Maßnahmen führte diesmal an der Polizeidirektion vorbei, wo dutzende Teilnehmer Kerzen „aus Solidarität mit den erschossenen Polizisten“ abstellten, wie eine Teilnehmerin erklärte.

Bei der Gegenveranstaltung auf dem Exerzierplatz verkündete die Initiatorin Felicitas Lehr eine Spendenaktion, bei der für jeden „Spaziergänger“ über Unicef eine Impfung für Menschen in ärmeren Ländern bezahlt werden soll. Während in Deutschland über eine Impfpflicht diskutiert werde, fehle es in vielen Ländern der Erde noch massiv an Impfstoff, so Lehr. Ohne die dortigen Menschen zu impfen, werde Corona nicht auszurotten sein, erläuterte Lehr den Hintergrund ihrer Aktion. Deshalb sollten „Impfpatenschaften für Querdenker“ übernommen werden. „Damit können wir etwas, was uns zuwiderläuft, in was Gutes umdrehen“, sagte Lehr. Das Spendenkonto für „Klardenken, solidarisch handeln“, so der Name der Aktion, werde noch bekanntgegeben.

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