Pirmasens RHEINPFALZ Plus Artikel Caterer bleiben auf ihrem Essen sitzen

Elisabeth Hill, Seniorchefin des Partyservice Hill
Elisabeth Hill, Seniorchefin des Partyservice Hill

Abgesagte Feste, Ausstellungen und Konzerte haben die Caterer empfindlich getroffen. „Es wurde alles abgesagt“, erzählt Elisabeth Hill, die Seniorchefin des gleichnamigen Partyservice in der Beckenhofer Straße. Vor allem die Hochzeiten seien in den meisten Fällen kurzerhand aufs kommende Jahr verlegt worden. „Langsam kommen wieder ein paar kleine Aufträge rein“, meint auch Elke Hermann, die in Erlenbrunn einen Partyservice betreibt.

Hill, der größte Partyservice in der Stadt mit neun Angestellten und 30 Aushilfen, traf die Corona-Krise besonders heftig. Die Aushilfen seien alle abgemeldet worden, erzählt Elisabeth Hill. Die Festangestellten konnten in Kurzarbeit geschickt werden. Eine Soforthilfe des Bundes sei geflossen, die habe aber nicht mal die Löhne gedeckt, klagt Hill. Abibälle, Hochzeiten, die Festhallengastronomie und Firmenfeiern seien allesamt ausgefallen. Für den 20. Juni 2020 hätten viele Paare ihre Hochzeit geplant. Hill habe einigen davon im Vorfeld absagen müssen, da so viele an einem Tag nicht zu schaffen waren. „Jetzt könnte ich einige davon gut gebrauchen“, meint die Seniorchefin des Betriebs auf der Ruhbank. Wobei Hill verstehen kann, dass derzeit kaum jemand Lust auf Heiraten verspürt. Mit Mundschutz und nur wenigen Gästen sei das nicht der schönste Tag im Leben. „Ich wollte jetzt auch nicht heiraten.“

Das Geschäft läuft bei Hill wieder langsam an. Kleine Feste werden mit Häppchen beliefert. Allerdings meist nur für maximal zehn Gäste. Kantinen wie PSB, Wasgau und mehrere Kindergärten würden auch wieder Essen bekommen. Hill hofft, dass viele ihre Feier und die Hochzeit nachholen und dann nicht alle auf einen Schlag.

Problematisch war für den Betrieb zusätzlich, dass kurz zuvor ein neues Kühlhaus gebaut worden sei und dieses zu Beginn der Krise auch gut bestückt war. „Wir haben massenweise die Sachen wegwerfen müssen“, bedauert Hill.

Andrea Berg durfte, Andreas Schütz nicht

Das war auch Andreas Schütz vom Caterer V-Zeit passiert. Für eine Weinmesse in München habe er für mehrere tausend Euro Ware, beispielsweise für Flammkuchen, geordert. An einem Freitag im März sei er hingefahren und samstagsmorgens wurde die Messe untersagt. „Ich musste alles entsorgen“. Gerade die Absage der Messe in München konnte Schütz nicht verstehen. Kurz zuvor sei in der bayerischen Landeshauptstadt noch Andrea Berg aufgetreten vor Tausenden von Fans und einen Tag später habe der FC Bayern gespielt, in einem gut gefüllten Stadion.

Schütz arbeitet mit V-Zeit viel für Messen und hier nicht nur für Pirmasenser Messen wie den Bausalon oder die Lebensart im Strecktal. „Wir sind jedes Wochenende deutschlandweit unterwegs auf Messen“, erzählt der Caterer, der einen Mitarbeiter entlassen musste. Bis November seien alle Messen abgesagt, die normalerweise zu seinem Geschäft gehörten. Die Soforthilfe habe er bekommen, aber bisher nur für die ersten drei Monate. „Das wird hoffentlich fortgesetzt“, so Schütz, der sich auf erste Messen im Juni und das Exefest im September vorbereitet, wobei deren Veranstalter immer noch unschlüssig seien. „Die Vorschriften sind hoffentlich nicht so streng. Sonst kommt ja niemand“.

Corona trifft Firma im Aufbau

„Wir hatten im Frühjahr noch überlegt, einen Mitarbeiter einzustellen. Dann kam aber Corona“, erzählt Elke Hermann vom gleichnamigen Partyservice in Erlenbrunn. Der Betrieb sei noch im Aufbau und deshalb habe sie der Shutdown extrem getroffen. Die Soforthilfe sei da nur ein kleiner Trost gewesen. Inzwischen hätten wieder zwei Firmen Frühstück für ihre Mitarbeiter geordert. Feste und Hochzeiten gebe es keine. Gerade einen Tag zuvor habe eine Frau angerufen und ihre für August geplante Hochzeit abgesagt. „Die wollen nicht mit Mundschutz heiraten.“

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