Pirmasens Cakici: SCH hat falschen Trainer

«Mainz.» Nach der deprimierenden 0:5-Niederlage am Samstag bei Aufsteiger TuS Marienborn, die den SC Hauenstein auf den letzten Platz in der Fußball-Verbandsliga zurückfallen ließ, sind die Trainer Ali Cakici (TuS) und Marko Eiermann (SCH) heftig aneinandergeraten – genau wie 20 Minuten zuvor schon an der Seitenlinie.
Eiermann wollte mit dem Schiedsrichter sprechen, Cakici hielt ihm die Hand hin und beklagte sich kurz darauf wort- und gestenreich über einen verweigerten Handschlag, was wiederum den SCH-Coach auf die Palme brachte. Fußballertypische Emotionalität, könnte man meinen, doch das Ganze hatte ein Nachspiel. Denn als Hauensteins Co-Trainer und Spielleiter Alexander Hornung um Entschuldigung für seine Beteiligung an den Verbal-Scharmützeln bat, reagierte Cakici mit einer recht ausführlichen Empfehlung. Tenor: Die Hauensteiner Mannschaft habe Talent, aber keine Führung – und mithin den falschen Trainer. Hornung tat gut daran, in diese Debatte nicht einzusteigen. In der Rückrunde, ist sich Cakici sicher, werde er Eiermann nicht mehr begegnen. Dieser wirkte unterdessen mächtig genervt, enthielt sich aber eines Kommentars. Der 36-Jährige, der erst eine Woche zuvor mit Bad Kreuznachs Trainer Dimitri Mayer in Streit geraten war, merkte nur an: „Wir haben uns gesagt, dass wir uns auf das Wesentliche konzentrieren.“ Es war eine herbe Niederlage für die nach sechs Spieltagen erst einen Punkt aufweisenden, ohne Innenverteidiger David Jung (krank) und Angreifer Sener Serif Oglou (Urlaub) angetretenen Hauensteiner. „Wir sind im Moment nicht vom Glück verfolgt – und wenn doch, sind wir schneller“, übte sich Hornung in Galgenhumor. In Durchgang eins fielen einige enge Szenen zuungunsten der Gäste aus. Während Dennis Leininger im Eins-gegen-eins mit Keeper Johannes Melchior den Kürzeren zog (6.), lenkte Etienne Portmann – an der Strafraumgrenze sträflich allein gelassen – mit dem 1:0 das Spiel in die Marienborner Bahnen. Kevin Rose verpasste den Ball im Zentrum denkbar knapp (16.), Thorsten Riggers` Versuch mit der Hacke prallte gegen seinen Gegenspieler statt in die Maschen (43.). Kann alles mal klappen. „Aber wenn man unten steht, läuft es gegen einen“, sinnierte Eiermann. Allerdings war die Pausenführung der Mainzer verdient, der klareren Chancen wegen. TuS-Kapitän Dennis Ritz traf (33.) – wie auch Lukas Harden später (83.) – den Querbalken. Als Ritz den Turbo zündete und Alexander Port am Flügel stehen ließ, netzte Jannik Kern im Zentrum zum 2:0 ein (37.). Die Entscheidung fiel kurz nach der Pause, als Kern dem 18-jährigen Kevin Burkhard den Ball klaute und flach einschoss (47.). „Der Junge kommt gerade erst aus der A-Jugend“, stellte sich Hornung schützend vor seinen Spieler. Doch danach „war das Ding gelaufen“. Es spielte fast nur noch die Turn- und Sportgemeinde. Jan Hellmann (77.) und Kern zum Dritten (88.) hatten viel Zeit für ihre Tore. Leininger flog mit Gelb-Rot vom Feld (85.). Da hatte Eiermann die hitzigsten Minuten noch vor sich... Das SCH-Verbandspokalspiel am Mittwoch bei der SG Eppenbrunn wird um 18.30 Uhr auf dem Rasen des SV Hochstellerhof angepfiffen. So spielten sie SC Hauenstein: Kevin Jung - Hunsicker (46. Schäfer), Weishaar (59. Roth), Weiler, Ochs - Leininger, Burkhard, Port (46. Scherer) - Rose, Seibel, Riggers.