Kanuslalom
Britta Jung (Höheischweiler/WSF Zweibrücken): Mit 15 schon Kandidatin für U18-Nationalteam
Bei Hagel und Schneefall fanden auf dem Augsburger Eiskanal, der Olympia-Strecke von 1974, die ersten beiden von vier Rennen der Olympia- und Nationalmannschaftsqualifikationen im Kanuslalom statt. In der Leistungsklasse sowie in der U18 und der U23 werden jeweils drei Sportler in den Kategorien Kajak und Canadier (kniend mit Stechpaddel) fürs Nationalteam nominiert. Darüber hinaus bekommt der beste Sportler in der Leistungsklasse das Ticket für die Olympischen Spiele in Paris.
Zunächst eine Enttäuschung
Britta Jung aus Höheischweiler ging in Augsburg bei der U18 in den Disziplinen Kajak und Canadier an den Start. Obwohl gerade erst 15 Jahre alt geworden, durfte sie aufgrund ihrer guten Leistungen im vergangenen Jahr an den Qualifikationsrennen teilnehmen. Die deutsche Vizemeisterin der U14 und DM-Dritte der U16 von 2023 war die jüngste Starterin, und sie hatte sich bei mehreren Trainingslehrgängen und Wettkämpfen in Frankreich gut vorbereitet.
Am Samstag startete die Schülerin des Pirmasenser Immanuel-Kant-Gymnasiums zuerst im Canadier-Einer auf der sehr anspruchsvoll gehängten Strecke, verfehlte zwei Tore und schaffte damit nicht den Einzug ins Finale. Ihre Coaches, ihre älteren Brüder Ulf und Holger, bauten sie nach dieser Enttäuschung für den anschließenden Lauf im Kajak, ihrer besseren Disziplin, wieder auf. Die Kanutin von den Wassersportfreunden Zweibrücken qualifizierte sich unter 18 Starterinnen souverän für das Finale der besten zehn. Dort ließ Britta Jung drei Konkurrentinnen hinter sich und belegte den siebten Platz.
„Einen rausgerissen“
Am Sonntag lief es auf der neu gehängten Strecke besser, obwohl diese viel kräftezehrender als jene vom Samstag war. Diesmal klappte es sowohl im Canadier als auch im Kajak mit dem Finaleinzug. Im Canadier erreichte Britta Jung den siebten Platz.
Im Kajak-Finale habe sie „richtig einen rausgerissen“, so Holger Jung. Mit Rang vier unter den zehn Finalistinnen verblüffte sie die Konkurrenz. Die 15-Jährige zeigte, dass sie schon mit den Top-Fahrerinnen der U18 mithalten kann. Damit ist sie Gesamtvierte nach zwei Qualifikationsrennen.
Simon Schiel fehlt Tempo
Nicht ganz zufrieden war dagegen der Pirmasenser Simon Schiel mit seinem Abschneiden im Eiskanal. Der 19-Jährige fuhr im Kajak-Einer in der U23, seiner neuen Altersklasse, am Samstag auf Platz elf und am Sonntag auf Platz zehn. „Simon hatte sich ein einstelliges Ergebnis vorgestellt. Er hat keine großen Fehler gemacht, war aber insgesamt zu langsam“, informierte sein Vater Christoph Schiel. Simon Schiel reiste von Augsburg direkt weiter nach Markkleeberg bei Leipzig, wo am nächsten Wochenende die Läufe drei und vier ausgetragen werden.