Pirmasens Blumen als Modelle
Zentrifolia und Tuskanisuperb heißen Modelle der Kölner Malerin Marga Schneider. Einige Namenlose sind auch dabei und alle eint ihre Zartheit. Den heimischen Rosengarten nimmt Schneider als Grundlage für ihre Gemälde, die derzeit in der Erfweiler Galerie Die Werkstatt zu sehen sind.
Sehr gründlich ist die in Köln und dem elsässischen Wengelsbach lebende Malerin bei ihren Porträts wie der Zentrifolia vorgegangen. Bis in kleinste Details hat sie die Blume überlebensgroß in Acryl auf die Leinwand gebracht. Die Blütenblätter wurden fein ausgearbeitet, und mit der Verwendung eines extradicken Rahmens und dem Malen über den Rand hat Schneider ihrem Bild geschickt einen schönen dreidimensionalen Effekt verliehen. Die Blume wächst in den Raum hinein. Blumenporträts können sehr langweilig sein, aber auch Ausgangspunkt für eine spannende Reise zu den unendlichen Möglichkeiten von Farbe und Form. Marga Schneider hat sich nicht auf die bloße, botanisch korrekte Darstellung ihres Rosengartens beschränkt. Fantasieblumen nimmt die zwischen Köln und dem Elsass regelmäßig pendelnde Malerin und entwickelt daraus Landschaften, welche zwischen Figuration und Abstraktion schwanken. „Die hier ist ganz im Kopf entstanden“, erzählt die Malerin beim Rundgang. Die Ähnlichkeiten der Welt im ganz Kleinen und im ganz Großen werden deutlich, wenn Schneider sich einer imaginären Satellitenaufnahme annimmt, die sie auf einem Tryptichon mit erfundenen Küsten und Flußläufen gemalt hat. Andere Arbeiten hat sie den Felsenstrukturen des Pfälzerwaldes gewidmet und ästhetisch ansprechende Auswaschungen im Sandstein gemalt. In einem Bild wollte sie die markante Rinde eines Baumes auf die Leinwand bringen, hatte aber beim Malen doch eher verrostetes Eisen im Kopf. „Für mich sieht es mehr nach Rost aus“, meint Marga Schneider. Die meisten in Erfweiler zu sehenden Arbeiten sind im mittleren Format gearbeitet. Eine kleinformatige Collage sticht zwischen den vielen großen Blüten heraus. Dabei hat Schneider ein Notenblatt auf die Leinwand collagiert und mit Blüten und Ranken eine malerische Interpretation von Musik versucht. öffnungszeiten Bis Sonntag, 8. Mai, mittwochs, donnerstags und sonntags von 14 bis 17 Uhr.