Pirmasens Bleibende Eindrücke aus Fernost
Handgefertigte bunte Taschen, Kokosnuss-Schalen aus Eierschalen und Perlmutt, Schmuck aus Glas und Leder– mit ihrem exotischem Angebot ist Carolin Barbarino auf der Verbrauchermesse Hageha mancher Besucherin ins Auge gefallen. Es war die Premiere der Pirmasenserin, die sich mit ihrer neuen Handelsmarke „Bamburi“ vor kurzem selbstständig gemacht hat.
Noch begnügt sich Carolin Barbarino mit bescheidenen Geschäftsräumen: Das Haus der Eltern in Pirmasens dient als Unternehmensdomizil, das Speisezimmer als „Showroom“ zur Präsentation der Kollektion. Aber, erzählt die 25-Jährige, ein Gebäude in der Ringstraße solle als Lager eingerichtet werden – und wenn alles gut laufe, könne dort auch ein Lagerverkauf eingerichtet werden. Bis dahin, schränkt sie gleich ein, wolle sie aber erst einmal ihre neue Marke bekannter machen. „Bamburi“ heißt die neue und Deutschland weit geschützte Marke, unter der die Existenzgründerin jetzt ihre bunten Stoff-Taschen, Kosmetiktäschchen und Geldbeutel, die Kokosschalen und die Schmuckstücke aus Glassteinen und gewachstem Leder vertreibt. Produziert werden die Waren von kleinen Betrieben und Kunsthandwerkern in Asien, vor allem in Nord-Thailand. Bunt und außergewöhnlich sind sie – Unikate, die für Carolin Barbarino nicht nur im Trend liegen, sondern ihr selbst gut gefallen. „Es ist wichtig, selbst dahinter zu stehen“, sagt sie. Und damit meint sie nicht nur Farben und Formen ihrer Waren, sondern auch deren Herkunft. Denn wichtig ist ihr, dass nichts von Kindern und auch nichts zu unfairen Löhnen gefertigt wird. Deshalb beziehe sie etwa die Hälfte ihrer Waren aus Thailand über ein Fair-Trade-Unternehmen, das von den Behörden vor Ort anerkannt sei und spezielle Projekte vor Ort unterstütze. Zum Beispiel den Kauf einer Nähmaschine oder ein Schulprojekt. Deshalb kaufe sie auch aus Indien oder China keine Ware, meint sie, denn dort laufe es anders. Wie manches in Fernost läuft, weiß Carolin Barbarino nicht nur aus dem Internet. Sie hat sich einiges selbst angeschaut – auf einer ihrer Reisen nach Laos, Vietnam, Thailand, Kambodscha, Nepal. Schon nach dem Abitur am Pirmasenser „Ball“ hat es sie nach Fernost gezogen, zuletzt war sie nach Abschluss ihres Bachelor-Studiums – in Saarbrücken hat sie Betriebswirtschaftslehre studiert – Anfang 2014 unterwegs. Mit 18 Kilogramm Reisegepäck sei sie losgezogen, erzählt sie lachend, mit 34 Kilogramm zurückgekehrt – mit vielen Unikaten aus asiatischer Handwerkstradition. Damit war zugleich der Grundstein gelegt für ihre Geschäftsidee mit „Bamburi“, übrigens ein Fantasiename. Selbstständig sein im Handel – das sei schon immer ihre berufliche Orientierung gewesen, sagt sie. Dazu kommt der soziale Aspekt – Fair Trade – und Spaß am eigenen Tun. Denn wenn es mit ihrer Geschäftsidee funktioniere, kann sie ihr Hobby Reisen zum Beruf machen – sie sei schon „der Typ Weltenbummler“, gesteht sie. Dann könnte sie sich auch vorstellen, ein Online-Reisetagebuch einzurichten; eine eigene Internet-Seite ist geplant. Optimismus und Tatendrang bringt die junge Unternehmerin mit. Hinzu kommt unternehmerische Erfahrung: Vater Joachim Barbarino, selbstständig mit Finanzdienstleistungen, steht ihr noch zur Seite. Mit ihm zusammen hat sie im November die Carolin und Joachim Barbarino GbR (Gesellschaft bürgerlichen Rechts) gegründet. Jetzt geht es verstärkt ans Marketing – Kontakte knüpfen, Netzwerke nutzen. Erste Schritte hat die junge Frau getan, ist etwa bei der Pirmasenser „Kreativ-Wirtschaft“ dabei. Der Anfang für den Pirmasenser Handel mit schönen Dingen aus Fernost ist gemacht. In Pirmasens will die 25-Jährige übrigens bleiben. Hat es sie denn nicht auch, wie so viele Gleichaltrige, nach dem Abitur weggezogen? Nein, sagt sie gleich. Hier sei sie zuhause, könne sie sich eine Existenz aufbauen – die Welt erlebe sie ja auf Reisen. „Ich will hier bleiben und was Kreatives tun“, sagt sie, „man darf sich nicht beschweren, wenn man nichts tut“. (tre)