Motorsport
Bergrennen von Homburg nach Käshofen wieder auf der Kippe
70 Bergrennsportfahrer haben sich in die vorerst letzte Gesamtwertung des KW-Berg-Cups eingetragen. Die stammt noch aus dem Jahr 2019. Denn seitdem haben wegen Corona in Deutschland keine Bergrennen mehr stattgefunden – auch das Homburger Bergrennen 2020 nicht. Im Berg-Cup fahren Autos um die Wette, wie man sie aus dem Straßenverkehr kennt. Weil deren Fahrer die Grenzen des Möglichen auf dem Asphalt beeindruckend verschieben, ist der Cup unter Bergrennsportfreunden sehr beliebt. Im Grunde könnte jeder von ihnen mit so einem Auto am Berg Rennen fahren.
Vorläufiger Charakter
Ein Bergrennen ohne diese Fahrzeuge ist genauso undenkbar wie eines ohne Sport- und Formelfahrzeuge. Nicht nur, weil sie meist mehr als 50 Prozent des Starterfeldes ausmachen. Holger Hovemann ist in seinem brachial schnellen Cup-Opel Kadett zum Beispiel regelmäßig unter den besten Zehn der Gesamtwertung zu finden. Im Cup fährt auch der Homburger Kai Neu immer wieder beeindruckende Ergebnisse ein. Genau dieser für alle deutschen Bergrennen so wichtige Cup führt Homburg nun nicht im vorläufigen Kalender 2021 auf. Damit fallen etwa 50 bis 60 Fahrzeuge für den Wettbewerb auf der Käshofer Straße erst mal weg.
Berg-DM-Termin im Juli
Bubel, Pressesprecher des Homburger Automobilclubs (HAC), bringt Licht ins Dunkel. Zwar stehe das Homburger Rennen nicht im vorläufigen Cup-Kalender. Aber innerhalb der Deutschen Bergmeisterschaft wurde längst ein Termin vergeben. Vorgesehen ist es am 10. und 11. Juli des Jahres.
„Es gibt noch mehr Bergrennen, die nicht im Kalender des KW-Berg-Cups stehen. Die haben alle den Vertrag hierzu noch nicht unterschrieben. Man muss ja einen Veranstalterbeitrag bezahlen, damit der Cup überhaupt kommt. Das ist recht teuer. Der Cup ist den Veranstaltern zwar bereits finanziell entgegengekommen. Aber für manche ist das noch nicht genug“, begründet Bubel das derzeitige Fehlen des Rennens hoch auf die Sickingerhöhe.
Ohne Zuschauer geht’s nicht
Es sei durchaus möglich, dass der Vertrag noch unterschrieben wird. Wobei der HAC ohnehin, aufgrund der realen Pandemie-Lage, auch an der Durchführung seines Rennens in diesem Jahr zweifelt. „Ich glaube nicht, dass es stattfindet. Bergrennen ohne Zuschauer oder mit beschränkten Zuschauerzahlen wird es auch 2021 nicht geben. Das haut für alle Veranstalter finanziell nicht hin. Keiner weiß jetzt, was im Sommer möglich ist. Und selbst wenn man 500 Zuschauer zulassen könnte, ist das für uns nicht zu kontrollieren. Finanziell reichen uns 500 Zuschauer sowieso nicht“, sagt Bubel klipp und klar.
Denn bei Bergrennen ist es so: Die Veranstalter verdienen ihr Geld vor allem mit Eintrittsgeldern und den Antrittsgebühren der Fahrer. Je mehr Zuschauer und Fahrer kommen, umso mehr fließt in die Clubkasse. „Wir können zum jetzigen Zeitpunkt nicht abschätzen, wie viele Teilnehmer überhaupt kommen würden, wenn wir das Rennen veranstalten“, nennt Bubel einen weiteren Grund, der die Entscheidung für oder gegen ein Homburger Bergrennen im Juli erschwert.
Entscheidung etwa Ende März
Auch ein Problem: die aktuelle Sponsorensituation. Bisherige Unterstützer des Rennens dürften unter den wirtschaftlichen Folgen der Pandemie leiden. „Ich denke, wir bekommen schon ein paar Zusagen. Es gibt aber sicher genügend andere Sponsoren, die im Moment Wichtigeres zu tun haben, als uns und andere Vereine mit Werbung zu unterstützen.“
Auf dem Flugplatz?
Bis Ende März oder Anfang April will der HAC warten, um über die Durchführung seines Rennens zu entscheiden. Dann könne immer noch ein Vertrag mit dem KW-Berg-Cup unterschrieben werden. „Ich kann mir das aber nicht vorstellen. Es geht ja nicht nur um die Zuschauer, sondern um das Drumherum. Man braucht Hygienekonzepte. Man wird auf viele Dinge im Fahrerlager verzichten müssen. Da wartet man lieber noch ein Jahr und geht dann in Ruhe wieder im Jahr 2022 ein Rennen an“, lautet Bubels Fazit. Sollte das Homburger Bergrennen erneut nicht stattfinden können, denkt der HAC aber über eine alternative Rennveranstaltung auf dem Flugplatz in Zweibrücken nach.