Pirmasens
Baum des Jahres im Strecktalpark: Zitterpappel ergänzt die Sammlung
Eigentlich wird der „Baum des Jahres“ immer schon am 25. April bekannt gegeben. In Pirmasens passiert das traditionell erst im Rahmen der Lebensart Messe. Dann wird er gepflanzt und präsentiert. Diesmal handelt es sich um die Zitterpappel (auch Espe genannt), die eine Lebenserwartung von 70 Jahren hat.
Seit 1952 hat die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald den „Baum des Jahres“ ins Leben gerufen. „Wir haben die ganze Sammlung der Bäume hier im Park“, freut sich André Jankwitz, weil man - wenn man den Parcour entlang spaziert - viele Bäume entdecken und kennenlernen könne. Dieser Parcour sei gerade für Schüler von Bedeutung, weil sie lernen könnten, welch eine Vielfalt von Bäumen es gibt. Viele Jugendliche würden gar keine Bäume mehr kennen.
Die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald habe gerade zum Ziel, auf den Wald als Lebens- und Kulturraum aufmerksam zu machen, erklärt Jankwitz. Während in den 1950er Jahren der Raubbau am Wald des Nachkriegsdeutschlands im Fokus stand, lassen heute Klimawandel, Bodenversiegelung, der knappe Rohstoff Holz und seine wichtige Funktion als Lebensraum für Wildtiere den Baum in einem ganz neuen Licht erstrahlen. Seit 1989 würden die Bäume des Jahres nicht nur ernannt, sondern auch im Strecktalpark gepflanzt.
Standort der frisch eingepflanzten Zitterpappel ist am oberen seitlichen Eingang zum Strecktalpark am Rheinberger-Gebäude im Randbereich, gleich neben den Kirschbäumen, die in diesem Jahr sogar schon Ende Mai rote Früchte tragen.
Neuer Baum soll schnell wachsen
Momentan sehe alles noch eng aus, gibt Jankwitz zu bedenken. Doch im Herbst müsse eine Pyramidenpappel weggenommen werden, so dass die anderen danach mehr Platz bekommen werden. Die Pyramidenpappel habe eine Lebenserwartung von nur 80 bis 90 Jahren, erklärt er. Weil ihr Holz sehr weich sei, würden die Bäume irgendwann eintrocknen und sterben ab. „Wir pflanzen immer auch neue Bäume, wenn die alten wegmüssen“, sagt Oberbürgermeister Markus Zwick (CDU), der gekommen ist, um tatkräftig bei der Pflanzung der Zitterpappel zu helfen. An seiner Seite hat er Hornmeister Stephan Weber, der auch zum Spaten greift, aber eigentlich gekommen ist, um die Aktion mit dem Jagdhornbläser-Corps Pirmasens musikalisch zu begleiten.
Der große Vorteil der Zitterpappel sei, dass sie sehr schnell wachse, informiert der Gartenamtsleiter. Deswegen könne man andere Bäume, die langsamer wachsen, wunderbar in ihrem Schatten nachziehen. Aus diesem Grund seien die Zitterpappeln auch als Waldbäume interessant. Wenn beispielsweise Eichen hochkommen und groß genug sind, werden die Pappeln gefällt, erklärt der Gartenamtsleiter.
Im Wald sei die Zitterpappel ein Wirtschaftsbaum, im Park werde sie allerdings als sauerstoffspendender Schattenbaum gebraucht. Beim kleinsten Windstoß gebe es schon ein Säuseln in der Krone. Das gefällt dem Gartenamtsleiter besonders. Ein Problem sei das nicht, denn die Pappeln gingen sehr tief in die Erde, erklärt er. Deswegen seien sie so standfest. Die Krone breite die Zitterpappel nach oben hin schön aus, je nachdem, wieviel Platz sie habe. Dass Bäume von größter Bedeutung seien, zeige ein Blick in den Park. Denn nur im Schatten würden sich die Leute tummeln.
Wenn die Kirschbäume in der unmittelbaren Nachbarschaft irgendwann weichen müssen, sei die Pappel schon groß. Über 60 Schmetterlingsarten, darunter der Große Schillerfalter, nutzen sie als Futterpflanze, informiert er weiter. Zudem profitieren viele Vogelarten von ihrem reichen Insektenangebot.