Pirmasens RHEINPFALZ Plus Artikel Bauhilfe-Chef Stegner: „Wir können nicht jedes Jahr 15.000 Euro drauflegen“

Der Bauhilfe-Wohnblock in der Horebstraße 80 bis 82 muss abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden: Allerdings lässt sich
Der Bauhilfe-Wohnblock in der Horebstraße 80 bis 82 muss abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden: Allerdings lässt sich das Millionenprojekt momentan nicht wirtschaftlich realisieren.

Das Dilemma der Pirmasenser Bauhilfe mit gefördertem sozialem Wohnraum.

Sanieren lässt sich der Bauhilfe-Wohnblock in der Horebstraße 80 bis 82 nicht mehr – aber ein Neubau mit 20 Sozialwohnungen lässt sich wirtschaftlich nicht verwirklichen. Ein Dilemma für das kommunale Wohnungsunternehmen – und für deren Geschäftsführer Ralph Stegner ein Paradebeispiel dafür, was bei der Wohnungsbauförderung gerade schiefläuft.

Die Ausgangslage: Der Wohnblock in der Horebstraße ist dermaßen marode, die Wohnungen dermaßen veraltet, dass nur noch ein Abriss und ein Neubau in Frage kommt. Aktuell beträgt die Kostenschätzung dafür 4,6 Millionen Euro, was die Bauhilfe nur mit Fördergeld stemmen kann.

Bei Förderung ist die Miete gedeckelt

Das Problem: Wenn es eine Landesförderung gibt, dann sind darin zwei Bedingungen enthalten: Es müssen Sozialwohnungen sein, und diese sind mit einer Mietpreisbindung verbunden. Sprich: Weil die Wohnungen einkommensschwachen Mietern zugute kommen sollen, müssen auch die Mieten entsprechend niedrig sein. In Zahlen bedeutet das: Für den Quadratmeter Wohnfläche in dem Neubau darf die Bauhilfe nur 5,41 Euro verlangen. Aber die Investitionssumme von 4,6 Millionen Euro, inklusive der öffentlichen Förderung, macht einen Quadratmeterpreis von 6,45 Euro notwendig. Stegner: „Das bedeutet, dass wir jährlich 15.000 Euro drauflegen müssten. Das ist nicht machbar.“

Die Konsequenz: Vor zwei Jahren hat die Bauhilfe mit den Plänen für den Neubau begonnen und schiebt seitdem das Projekt vor sich her, bekennt der Geschäftsführer. Es werde hin- und hergerechnet, wie es doch noch zu verwirklichen ist. Parallel werden Gespräche mit der Landesregierung und der Investitions- und Strukturbank geführt. Stegner: „Wir brauchen einerseits eine bessere Förderung, andererseits geht es aber auch um die Mietstufe.“ Rheinland-Pfalz ist in sechs Mietstufen eingeteilt, Pirmasens in der zweitniedrigsten Stufe. Was sich wiederum auf Förderung und Höhe der Fördermiete auswirkt. Die Hoffnung hat der Geschäftsführer aber noch nicht aufgegeben: „Wir arbeiten momentan an allen Ecken und Enden, damit wir die Finanzierung hinkriegen.“

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