FUSSBALL
Banker und Busfahrer: Luka Dimitrijevic, Torjäger des FK Pirmasens
Im Normalfall fünfmal die Woche (viermal Training und ein Spiel) kommen die Saarländer im Oberligakader des FK Pirmasens auf die Husterhöhe. „Die Klub“ stellt daher den Kickern aus dem Nachbar-Bundesland für die Fahrten einen Neunsitzer-Kleinbus zur Verfügung. „Den fahre meistens ich“, erzählt Luka Dimitrijevic, wie er seine Mitspieler Julian Kern, Niklas Doll, Moritz Zimmer, Salif Cissé und Daniel Bohl chauffiert.
„Unterschiedsspieler“
Der 25-Jährige wechselte im Sommer 2020 von Röchling Völklingen zum FKP und ist seither Stammspieler: 36 Einsätze in der ersten Regionalliga-Saison, 33 in der zweiten, dabei schoss er insgesamt sieben Tore. Den Abstieg würde er gerne umgehend korrigieren. Eine Etage tiefer in der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar ist Pirmasens Titelfavorit und wurde dieser Rolle mit drei Siegen in drei Spielen bisher gerecht. Dimitrijevic schoss zwei Tore zum 3:1-Auftaktsieg bei Hertha Wiesbach, lieferte die perfekte Vorlage zum zweiten Treffer beim 2:0 gegen den FV Dudenhofen, und er machte den 2:1-Siegtreffer in Morlautern. „Luka ist für uns ein Unterschiedsspieler. Ich hoffe, dass er die Form lange halten kann“, sagt der Sportliche Leiter des FKP, Marco Steil, der diese Woche wegen des Urlaubs von Chefcoach Martin Gries auch als Trainer gefragt war.
„Wir haben bisher alle Spiele gewonnen, damit das Maximale herausgeholt. Es kann kaum besser laufen“, sind für Dimitrijevic, den angehenden Bankkaufmann, die Ergebnisse am wichtigsten. Die maue erste Halbzeit gegen Dudenhofen, die kritische Phase in Morlautern – geschenkt. Und natürlich merke man bei den Gegnern schon die „eine Klasse Unterschied“ im Vergleich zur Regionalliga.
In des Vaters Fußballschule
Luka Dimitrijevic ist nicht nur Bank-Azubi und Oberliga-Fußballer, sondern auch Trainer. In der Fußballschule seines Vaters Dimitrije Dimitrijevic, einst Profi in seiner serbischen Heimat und in Deutschland (FC Homburg, RW Erfurt), fördert er auf dem Kunstrasen in Blieskastel-Bierbach Kinder und Jugendliche. „Ich versuche, ab und zu sonntags dabei zu sein“, berichtet Dimitrijevic junior, der seit seinem 23. Lebensjahr nur noch einen deutschen Pass hat: „Ich musste mich zwischen Deutschland und Serbien entscheiden, und ich habe mich, ohne zu zögern, für die deutsche Staatsbürgerschaft entschieden.“
Heimspiel am Sonntag
An diesem Sonntag hat er keine Zeit für Jugendtraining, denn da spielt er mit dem FKP ab 15 Uhr im Framas-Stadion gegen den mit drei Niederlagen gestarteten FSV Jägersburg. „Ich habe die Jägersburger nicht so schlecht in Erinnerung, wie die Ergebnisse vermuten lassen“, merkt Dimitrijevic an.
Beruflich läuft es bei ihm. „Im November mache ich meine Abschlussprüfung, im Januar bin ich dann komplett fertig mit der Ausbildung, und ich werde dann von der Bank 1 Saar übernommen. Vielleicht fange ich noch nebenbei ein Studium an“, berichtet Dimitrijevic. Sportlich ist er unvermindert ehrgeizig. Er wolle „immer so hoch spielen, wie es geht“. Er hofft, mit dem FKP den direkten Wiederaufstieg in die Regionalliga zu packen. Grundvoraussetzung: „Wir dürfen keinen unterschätzen und keine dummen Punkte liegenlassen.“