Pirmasens / Zweibrücken RHEINPFALZ Plus Artikel Bank-Chef: Geldwäsche bei Sparkassen nahezu unmöglich

Insgesamt beschäftigt die Sparkasse 448 Mitarbeiter, zehn mehr als im Vorjahr.
Insgesamt beschäftigt die Sparkasse 448 Mitarbeiter, zehn mehr als im Vorjahr.

Die Sparkasse Südwestpfalz wächst, aber die Zahlen des Jahres 2025 bieten wenig Grund zum Jubeln. Nicht zuletzt wegen sinkender Zinsen hat die Bank weniger verdient.

Ein paar Zahlen vorweg – und was sie bedeuten.
Wenn es um das Geschäftsjahr 2025 geht, spricht der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Südwestpfalz, Peter Kuntz, von einem „anspruchsvollen Umfeld“. Er verweist dabei auf die schwierige geopolitische Lage, die Auswirkungen auf das Geschäft der Sparkasse hat. Es wird beeinflusst von sinkenden Zinsen, steigenden (Personal-) Kosten und der schwachen Konjunktur. Unterm Strich hat die Sparkasse Südwestpfalz 2025 ein Betriebsergebnis von 34 Millionen Euro erwirtschaftet. Im Vorjahr waren es 40 Millionen Euro. Das Jahresergebnis, also der Gewinn, beziffert Kuntz im Pressegespräch mit rund drei Millionen Euro. Dieser Betrag wird dem Eigenkapital zugeführt. So soll die Sparkasse (noch) besser für eventuelle Risiken gestärkt sein.

Vorstandsvorsitzender Peter Kuntz
Vorstandsvorsitzender Peter Kuntz

Welche Auswirkungen haben Bürokratie und Compliance-Vorgaben auf die Sparkasse Südwestpfalz?
Sie bedeuten zusätzliche Arbeit und erhöhten Personalbedarf. So seien beispielsweise im Bereich Geldwäsche/Compliance zwei zusätzliche Stellen geschaffen worden. Sparkassenchef Kunz sagt dazu: „Geldwäsche ist durch die Kontrollmechanismen der Sparkassen nahezu unmöglich.“ Er berichtet zudem von einem Mitarbeiter, der nach über 30 Jahren die Sparkasse verlasen hat. Bei seinem Abschied präsentierte er einen schmalen Ordner mit dem Hinweis darauf, dass dies die Regeln und Vorschriften waren, als er angefangen habe zu arbeiten. Beim Eintritt in den Ruhestand habe das Regelwerk insgesamt 40 Ordner umfasst – während sich am eigentlichen Geschäft der Sparkasse nur wenig verändert hat. Insgesamt beschäftigt die Sparkasse 448 Mitarbeiter, zehn mehr als im Vorjahr. Laut Vorstand Jürgen Keiper arbeiten 60 Prozent der Angestellten in Vollzeit, der Rest in Teilzeit.

Was hat die Sparkasse Südwestpfalz mit Payback am Hut?
Die Sparkassen-Finanzgruppe kooperiert seit 2025 mit dem Bonusprogramm Payback. Die Sparkasse Südwestpfalz will das ab Sommer 2026 tun. Kunden, die am Bonusprogramm von Payback teilnehmen, können in verschiedenen Geschäften, Supermärkten und Tankstellen Punkte sammeln. Wenn sie dort ab Sommer mit ihrer Sparkassenkarte bezahlen, geschieht das automatisch, ohne dass eine Paybackkarte vorgezeigt werden muss. Die Kunden sollen zudem die Möglichkeit haben, ihr gesammeltes Punkteguthaben in Euro umgerechnet auf ihr Sparkassenkonto zu transferieren.

Wie wirken sich die Probleme der kommunalen Haushalte auf das Geschäft der Sparkasse Südwestpfalz aus?
Die Verantwortlichen verzeichnen allgemein ein kontinuierliches Wachstum im Kreditgeschäft. Im Jahr 2025 geht es den Angaben zufolge um eine Steigerung von rund sieben Prozent auf insgesamt 2,3 Milliarden Euro. Wer sich die Zahlen näher anschaut, sieht, dass die Finanzmisere der Kommunen in der Region zu einem verstärkten Kreditbedarf führt. Im Bereich der Kreditvergabe an öffentliche Haushalte verzeichnet die Sparkasse ein Plus von 48 Prozent. Mit Blick auf die Kreditnehmer ist festzustellen, dass fast jeder zehnte Kredit an öffentliche Haushalte ausgezahlt wird. Privatpersonen machen ungefähr ein Drittel aus, mehr als die Hälfte der Kredite fließt an Unternehmen. Erstmals in der Geschichte der Sparkasse Südwestpfalz haben die Kundenkredite die Kundeneinlagen überschritten.

Was passiert am Zweibrücker Schlossplatz?
Die Filiale am Zweibrücker Schlossplatz wird komplett saniert. 300.000 Euro soll das kosten. Seit Februar laufen die Arbeiten, die bis Ende des Jahres abgeschlossen sein sollen. Begonnen wurde mit der Sanierung des Obergeschosses. Im Sommer soll es an die im Erdgeschoss liegende Geschäftsstelle mit der Schalterhalle gehen. Der Betrieb des Standorts läuft jedoch während der Umbauarbeiten weiter, versichert der Sparkassenvorstand.

Sind Standortschließungen in der Südwestpfalz geplant?
Nein. Die Sparkasse hält an ihren Standorten fest, darunter sind sowohl Niederlassungen mit Personal als auch reine Selbstbedienungsfilialen. Die Sparkasse Südwestpfalz will weiterhin in den Städten Zweibrücken und Pirmasens sowie in jeder Verbandsgemeinde präsent sein.

Stierkopf und St. Pirmin: Die Wahrzeichen von Pirmasens zieren auch den neuen Newsletter der RHEINPFALZ

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