Pirmasens RHEINPFALZ Plus Artikel B-10-Ausbau: Eine Variante, die alle zufriedenstellt

Rund 60 Interessierte ließen sich auf der Gräfenhausener Brücke über die Ausbaupläne informieren, darunter auch der Pirmasenser
Rund 60 Interessierte ließen sich auf der Gräfenhausener Brücke über die Ausbaupläne informieren, darunter auch der Pirmasenser BI-Vorsitzende Erich Weiss und Oberbürgermeister Markus Zwick.

Was zwei durch das Land Rheinland-Pfalz großangelegte Mediationen nicht schafften, scheint jetzt doch noch möglich: eine für alle Beteiligten akzeptable Streckenführung beim Ausbau der B 10 in Höhe Annweiler. Der Variante, die am Wochenende bei Annweiler vorgestellt wurde, kann auch die Pirmasenser B-10-Bürgerinitiative zustimmen.

2012/2013 wurde die erste Mediation für den B-10-Ausbau, die 2004 gescheitert war, wieder aufgenommen, ohne zum Ziel zu führen. Nun ist es vor allem durch viel bürgerliches Engagement sowie die Einbeziehung von Landespolitikern gelungen, einen Planungsvorschlag für den Ausbau der Tunnelstreckenführung von Annweiler bis Siebeldingen/Birkweiler zu erarbeiten. Am Samstag stellte Hans-Peter Schmitt als Vertreter der Bürgergemeinschaft die Pläne auf der Gräfenhausener Brücke der Öffentlichkeit vor. Rund 60 Personen interessierten sich für die Ausführungen des Landschaftsarchitekten aus Queichhambach, darunter auch Gäste aus Pirmasens.

„Wollen keine Lösung wie in Hinterweidenthal“

Zu Beginn sagte der stellvertretende Ortsvorsteher Ernst Geber (FDP), dass man in Queichhambach seit fünf Jahren an der Sache arbeite. „Wir haben das Ganze ja angeleiert. Es gestaltete sich lange Zeit als etwas schwierig, weil gerade auch von Pirmasenser Seite konträre Meinungen vorlagen. Man hat aber gesehen, wie wichtig es ist, dass man offen über Dinge redet“, sagte Gerber. „Wir wollen keine Lösungen mit Kreiseln wie in Hinterweidenthal, denn dann ist Annweiler tot. Geschätzte 40 Millionen Euro an Einnahmen aus dem Tourismus könnten wir mit Sicherheit nicht mehr schöpfen“, meinte Gerber.

Die Bürgergemeinschaft schlägt vor, vom Wellbachtal aus bis nach Gräfenhausen/Queichhambach unterirdisch durchzustechen. Schmitt erklärte, dass der Speyerer Landesbetrieb Mobilität (LBM) im Herbst 2019 in der Verbandsgemeinde Annweiler seine Varianten zum Ausbau vorgelegt hatte. Diese bezeichnete Schmitt als schlichtweg schlecht. Daraufhin zeigte er seinen Entwurf LBM-Leiter Martin Schafft. Dieser bescheinigte Schmitts Planung einen gewissen Charme.

Der Wunsch: ein durchgehender, vierstreifiger Tunnel

Die Ortsbeiräte der Annweilerer Ortsteile Gräfenhausen und Queichhambach plädieren für einen durchgehenden vierstreifigen Basistunnel von der B 48 im Wellbachtal bis zur Anschlussstelle Queichhambach-Ost. Die bestehende B 10 bleibt bis auf die Anschlüsse unverändert und wird zur Umleitungsstrecke bei Havarien und Wartungsarbeiten am Basistunnel. Des Weiteren wird die heutige B 10 zur B 48 gewidmet, als Anbindungsumgehung für Annweiler und die B 48 nach Süden. Die bisherige B 10 müsse während des Ausbaus voll funktionsfähig bleiben. Der Plan sieht eine Unterquerung der bestehenden B 10, der vorhandenen Bahnstrecke und der Queich vor.

Die Anrainer-Gemeinden wären bei der von Schmitt vorgestellten Lösung mit einer Südumfahrung komplett entlastet − anders als bei der sogenannten Nord-Variante des LBM.

Weiss: „Lösung aus der Mitte der Bevölkerung“

Landtagsabgeordneter Thomas Weiner (CDU) sprach sich für die Planung von Schmitt aus: „Der beste Lärmschutz ist ein Basistunnel. Außerdem ist damit auch der Verkehrsfluss gewährleistet.“ Die nun vorgelegte Lösung sei ökologisch die am besten vertretbare.

Für die Bürgerinitiative (BI) „B 10 − 4 Spuren jetzt“ sagte der Vorsitzende Erich Weiss: „Sie haben einen konsensfähigen Vorschlag präsentiert. Es ist ein Lösungsansatz aus der Mitte der Bevölkerung, der schon deshalb akzeptiert werden sollte.“ Auch OB Markus Zwick war am Samstag vor Ort.

Geschätzte Kosten: 200 Millionen Euro

Was die reinen Baukosten angeht, sei eine Einschätzung recht schwierig. Schmitt ermittelte in einer aufwendigen Berechnung einen Preis von 31.400 Euro für einen Meter Straßenlänge. Hochgerechnet auf die für den Ausbau benötigte Gesamtlänge von 6,4 Kilometern Wegstrecke, käme man so auf gut 200 Millionen Euro. Wie Schmitt erklärte, wären die voraussichtlichen Kosten seiner Variante aber auf keinen Fall höher als bei den Planungen des LBM.

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