FUSSBALL
Büchler schießt Weselberg in Landesliga
Nach 19 Spielminuten waren Meisterschaft und Aufstieg für Weselberg ganz weit weg. Soeben hatte Romain Barraud nach einem Konter das 2:0 für die Gäste erzielt. Bei Weselbergs Anhang war Ruhe eingekehrt. „Anfangs waren wir doch etwas nervös“, gestand SCW-Trainer Felix Assel nach Spielende.
Früher Rückstand
Dass Weselberg bereits in der zweiten Minute in Rückstand geriet, trug auch nicht gerade zur Beruhigung des Titelanwärters bei. Eigentlich hatten die Weselberger Spieler nach Sebastian Schütz' Klärung an der Strafraumkante zur Torauslinie mit einem Eckball gerechnet. Doch der Schiedsrichter entschied auf Freistoß, den Gästespieler Dennis Schappert auf den langen Pfosten schlug. Dort brachte ein SG-Angreifer den Ball zurück vors Weselberger Tor. Dort stand Andreas Schick völlig frei und köpfte den Ball aus kurzer Distanz ins Tor.
Es dauerte einige Zeit, bis sich Weselberg, das zunächst zwar mehr Ballbesitz, aber kaum Torchancen hatte, gesammelt hatte. Der schnelle Jascha Conzelmann, der immer wieder auf der rechten Seite nach vorne stieß, leitete den Anschlusstreffer ein. Seine Hereingabe nahm Weselbergs Torjäger Kevin Büchler direkt. Der Schuss wurde abgeblockt, der Ball sprang acht Meter halbrechts vor dem Gästetor zu Julian Bold, der zum 1:2 in den linken Torwinkel drosch.
Weselberg blieb aber anfällig für Konter. Fast wäre nach 37 Minuten das 1:3 gefallen, doch Finkenbachs Marcel Weiß schloss überhastet ab.
Tor aus 30 Metern
Nach dem Seitenwechsel allerdings dominierten die nun viel entschlossener zu Werke gehenden Weselberger eindeutig. In der 48. Minute fiel der 2:2-Ausgleich. Nach einer abgewehrten Flanke kam 30 Meter vor dem Gästetor Sebastian Schütz an den Ball. Der Abwehrspieler, der nächste Runde Trainer in Höheinöd sein wird und erneut eine starke Leistung zeigte, machte sich selbst das schönste Abschiedsgeschenk. Er zog sofort ab und überraschte den etwas zu weit vor seinem Tor stehenden Gästekeeper Waldemar Baum mit einem Flatterball unter die Latte. „Man braucht natürlich auch etwas Glück, um zurückzukommen. Aber ich wusste, dass wir das schaffen können, und am Ende war der Sieg auch verdient“, bilanzierte später Trainer Assel.
Weselberg hatte in der gesamten Runde zu Hause noch keinen Punkt abgegeben. Und Büchler sorgte in der 63. Minute dafür, dass das so blieb. Zunächst schlug der Linksfuß einen Freistoß aus dem Halbfeld vors Gästetor. Finkenbachs aus dem Tor eilender Keeper räumte mit gestrecktem Bein den heranstürmenden Timo Helfrich ab. Ein klarer Foulelfmeter. Büchler vollstreckte souverän zum 3:2. Helfrich, am Sonntag bester Mann auf dem Platz, konnte nach kurzer Behandlung weiterspielen.
Unaufgeregter Meistercoach
Von den Gästen kam im zweiten Abschnitt kaum noch was. Die SG hatte sogar noch Glück, dass eine Volleyabnahme des eingewechselten Atilla Baum ebenso an die Torlatte krachte wie ein 20-Meter-Freistoß Büchlers. Als Weselbergs Spieler bereits Sekt und Bier verspritzten und gelb-schwarze Nebelschwaden den Rasen einhüllten, war Trainer Assel ganz ruhig. „Die Freude kommt etwas später so richtig“, sagte er zu Weselbergs erstmaligem Landesliga-Aufstieg.
SO SPIELTEN SIE
SC Weselberg: Rommelfanger - Conzelmann, Marco Kessler, Schütz, Müller - Schmenger (54. Baum), Helfrich, Plitt (83. Hell) - Büchler - Huffmann (64. Markus Kessler), Bold
Tore: 0:1 Schick (2.), 0:2 Barraud (19.), 1:2 Bold (30.), 2:2 Schütz (48.), 3:2 Büchler (63., Foulelfmeter) - Gelbe Karten: Huffmann, Marco Kessler - Waldemar Baum, Schick, Stock - Beste Spieler: Conzelmann, Helfrich, Marco Kessler, Schütz - Huff, Schick, Weiß - Zuschauer: 500 - Schiedsrichter: Ziehmer (FV Olympia Ramstein).