FUSSBALL RHEINPFALZ Plus Artikel Auswärts eine Macht – ein Kommentar zum FK Pirmasens

In der Offensive der gefährlichste FKP-Spieler: Dennis Chessa.
In der Offensive der gefährlichste FKP-Spieler: Dennis Chessa.

Obwohl der FK Pirmasens auch diese Saison in der Fußball-Regionalliga ziemlich wenige Tore schießt, ist er so stark wie lange nicht mehr.

„Wir haben schon wieder auswärts gewonnen“ – FKP-Trainer Patrick Fischer konnte es am Mittwochabend nach dem Abpfiff im Stadion Oberwerth kaum fassen. Das 2:0 bei Rot-Weiß Koblenz war bereits der dritte Auswärtssieg in Serie nach zuvor zwei Unentschieden in der Fremde. In nun zehn Saisonspielen haben die Pirmasenser neun Tore geschossen – nur Schlusslicht Koblenz und der auf Rang 20 liegende FC Gießen haben weniger Treffer erzielt. Dennoch kommt „die Klub“ auf für ihre Verhältnisse sehr respektable 15 Punkte.

Fünfmal zu null

Woran liegt das? Nun, Fischers Mannschaft verteidigt meistens richtig gut, spielte daher schon fünfmal zu null. Alle zehn Feldspieler erfüllen mit großem Engagement und hoher taktischer Disziplin ihre Defensivaufgaben. Mal stören die Pirmasenser den Gegner früh wie beim 1:0-Sieg auf dem Rasen des Titelkandidaten SV Elversberg, um dessen Edeltechnikern den kultivierten Spielaufbau von hinten raus zu vermiesen; mal ziehen sie sich – wie bei den fußballerisch nicht so starken Koblenzern – weiter zurück und setzen auf ihre enorme Kopfballstärke im Abwehrzentrum. Die Innenverteidiger Moritz Zimmer (in Koblenz angeschlagen pausierend), Yannick Grieß und Kevin Frisorger verlieren fast kein Luftduell.

Interner Konkurrenzkampf

Die schnellen Außenverteidiger Sascha Hammann, Gianluca Lo Scrudato und Manuel Grünnagel ziehen im Sprintduell selten mal den Kürzeren. Der so ungemein zweikampfstarke David Becker ist als Sechser der Kopf eines Teams, in dem aufgrund der von Sportchef Sebastian Reich getätigten Verstärkungen im Sommer kaum ein Spieler einen Stammplatz sicher hat. Und dieser interne Konkurrenzkampf stärkt die Qualität der Mannschaft merklich.

Chessa ist Gold wert

Dass sich Dennis Chessa kurz vor Saisonbeginn entschied, in Pirmasens zu bleiben, war für den FKP Gold wert. Der Ex-Profi, vor gut einem Jahr als Linksverteidiger vom KFC Uerdingen gekommen, ist im zentralen offensiven Mittelfeld nicht mehr wegzudenken. Drei Tore und drei Torvorlagen bei acht Einsätzen – so lautet seine stolze Bilanz.

Offensivschwäche

Ohne ihn wäre die notorische Offensivschwäche größer. Die schon vorige Runde ziemlich erfolglosen, aber sehr emsigen Mittelstürmer Dennis Krob und Konstantinos Neofytos warten weiter auf ihr erstes Tor aus dem Spiel heraus in dieser Runde. Auch von Tom Schmitt muss noch mehr kommen: Zumindest eine seiner zwei Top-Chancen in Koblenz hätte er verwerten müssen.

Mal wieder ein Heimsieg?

Dennoch bleibt festzuhalten: Obwohl der FKP in Koblenz keine spielerische Glanzleistung zeigte, reichte dies zu einem sicheren Sieg. Das sagt schon viel über die Stärke dieser Mannschaft aus. Und wenn dann mal wieder ein Heimsieg herausspringen sollte – die nächste Gelegenheit dazu besteht am Sonntag gegen Freiburg –, wären die FKP-Fans noch glücklicher.

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