Fussball RHEINPFALZ Plus Artikel ASV Glashütte/SG Eppenbrunn in Fairplay-Wertung vorne - Zufall?

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Nur acht Gelbe und eine Gelb-Rote Karte hat ein Team aus der Südwestpfalz im laufenden Spieljahr quittiert. Kein Team war fairer. Und ein Verein hat unter 102 Mitbewerbern drei Mannschaften unter die besten zehn Teams der Fairplay-Wertung gebracht. Ist das alles nur Zufall oder das Ergebnis klarer Ansagen?

105 Mannschaften sind im (politischen) Landkreis Südwestpfalz Woche für Woche am (Fuß-) Ball. Da werden auch zahlreich die Gelben und Roten Karten für regelwidriges Verhalten gezückt. Diese Karten haben auch Konsequenzen über das eigentliche Spiel hinaus. Denn in einer eigens geführten Fairness-Tabelle werden Minuspunkte für die Karten, aber auch beispielsweise für Zuschauerverhalten verteilt. Die Minuspunkte werden durch die Anzahl der absolvierten Partien geteilt. Daraus ergibt sich ein Quotient, der über die Platzierung in der Fairplay-Wertung entscheidet. Zwar sind in den meisten Klassen in der Hauptrunde erst 14 Begegnungen absolviert, dennoch lohnt sich ein Blick auf die Zwischenwertung. Wer steht denn ganz vorne in der Fairness-Wertung?

Ein wenig überraschend führt die Spielgemeinschaft ASV Glashütte/SG Eppenbrunn die Wertung aller 105 Mannschaften – vom Regionalligisten FK Pirmasens bis zum D-Klasse-Team des TuS Rumbach II – an. In 16 Begegnungen sahen die Akteure des von Philipp Hach trainierten Teams erst acht Gelbe Karten und just in der zuletzt vor dem vom Fußballkreis verfügten Saisonstopp gespielten Partie eine einzige Gelb-Rote Karte. Das ergibt einen Quotienten von 0,68. „Ich bin auch überrascht“, reagierte der Trainer, als er von dem Ergebnis erfuhr.

Für Außendarstellung vorteilhaft

Es gebe keine Vorgaben an die Spieler, besonders fair zu spielen. Gleichwohl verfüge die Spielgemeinschaft aus der Verbandsgemeinde Pirmasens-Land über „sehr viele routinierte und clevere Spieler“, die auftauchende Probleme ohne Regelwidrigkeiten zu lösen verstünden. In seinem Team seien auch „keine Hitzeblitze“. Und Disziplinlosigkeiten habe er noch keine erlebt. Da seien auch keine Worte von ihm notwendig. Hach: „Zwischenmenschlich sind meine Spieler top. Alle gehen respektvoll mit den gegnerischen Spielern und dem Schiedsrichter um.“

Für die Außendarstellung sei diese Zwischenbilanz zum Ende des Jahres nur vorteilhaft. „Ich bin schon ein wenig stolz darauf“, sagt Hach.

Geradezu vorbildlich ist die Bilanz des ASV Lug/Schwanheim, der gleich mit drei Herrenteams im Fußballkreis Südpfalz von der B- bis in die D-Klasse am Ball ist. Alle drei Mannschaften sind unter den Top-Ten der Fairplay-Wertung zu finden. Der Verein aus der Verbandsgemeinde Hauenstein nimmt im Ranking der fairsten Teams die Plätze drei, sechs und neun ein. Kein Zufall. „Unsere Trainer Frank Heberle, Gerhard Fitzthum (erste Mannschaft), Eberhard Faupel (zweite Mannschaft) und Maximilian Memmer (dritte Mannschaft) bleiben immer ruhig und nehmen auch auf die Spieler Einfluss“, erzählt der Vorsitzende Winfried Schäfer.

Keine Hektik von außen

Im gesamten Verein werde zudem „ein respektvoller Umgang mit den gegnerischen Spielern, Schiedsrichtern und Zuschauern“ gepflegt und auch aktiv eingefordert. Wichtig: „Auch von außen“ werde keine Hektik ins Spiel getragen. „Wir legen großen Wert auf Disziplin“, berichtet Schäfer weiter. Und wenn der Schiedsrichter mal keinen guten Tag erwische, dann werde dies klaglos hingenommen, erzählt Schäfer, der für die Betreuung der Schiris bei Heimspielen zuständig ist. Dass all dies keine leere Phrasen seien, belege nicht nur die Fairplay-Wertung sondern beispielsweise auch die B-Jugend des Vereins, „die fast die gesamte vorige Runde ohne Gelbe Karte“ durchgekommen sei und aktuell Platz zwei in der Fairplay-Wertung der Kreisliga Südpfalz einnimmt.

Auch bei der SG Bruchweiler wird Fairplay groß geschrieben. Die zweite Mannschaft des ehemaligen Verbandsligisten, die (kreisfremd) in der D-Klasse Südpfalz kickt, nimmt Rang zwei unter den 105 Herrenteams in der Südwestpfalz ein. Die erste Mannschaft, die um den Titel in der C-Klasse Pirmasens/Zweibrücken mitspielt, ist mit Rang zehn weit vorne zu finden. „Das ist ein schöner Nebeneffekt“, kommentiert der Bruchweilerer Spielertrainer Jannik Nagel die Platzierungen.

Spiel der Emotionen

Da sein Team in der C-Klasse oft das Geschehen dominiere, gebe es „wenige Aktionen, die zu einer Gelben oder Roten Karte“ führen würden. So gesehen sei die regelkonforme Vorgehensweise der Kicker der zweiten Mannschaft sehr löblich. Die Betreuer der zweiten Mannschaft Fabian Burkhart, Thorsten Burkhart und Andreas Sarter seien indes Vorbilder für die Spieler und einen fairen Umgang. Doch Nagel ergänzt: „Fußball ist ein Spiel mit Emotionen.“ Deshalb dürfe die Fairplay-Wertung nicht über Maß gewichtet werden. Generell gelte, dass die Partien in der Südpfalz „harmonischer“ abliefen als im Kreis Südwestpfalz.

„Dass unsere zweite Mannschaft in der Fairplay-Wertung so weit vorne steht, hatte ich gar nicht auf dem Schirm. Das entspricht aber hundertprozentig ihrem Charakter“, kommentierte Kai Schley, der Spielleiter des SV Martinshöhe, Platz vier des Teams in dieser Sonderwertung. Nur „gute Jungs“ seien in der in der C-Klasse eingruppierten Mannschaft am Ball. Die Platzierung spiegele „unsere Werte wider“. Martinshöhes erste Mannschaft rangiert in der Fairplay-Wertung auf Position fünf in der A-Klasse. Mit „Urgestein“ Daniel Maske verfüge die zweite Mannschaft allerdings auch über einen Trainer mit Vorbildfunktion.

Geldpreise der Sparkasse

Wie der Vorsitzende des Fußballkreises Pirmasens/Zweibrücken, Reiner Ehrgott, mitteilte, werde auch nach Abschluss dieser Saison die Sparkasse Südwestpfalz die fairsten Vereine mit einem Geldbetrag auszeichnen – sofern zumindest die Hauptrunde abgeschlossen werden kann. Werden auch die Auf- und Abstiegsrunden gespielt, fließen diese Spiele natürlich auch noch in die Wertung mit ein.

Die Fairplay-Wertung

Punkte für das

„Fairplay-Register“

Ein Minuspunkt: Gelbe Karte für Spieler oder Offizielle (z. B. Trainer)

Drei Minuspunkte: Gelb-Rote Karte für Spieler oder Offizielle

Fünf Minuspunkte: Rote Karte für Spieler oder Offizielle

20 Minuspunkte: Spielabsage/Nichtantreten

Zehn Minuspunkte: Sonstige Verstöße (z. B. Zuschauerverhalten)

Die Top-Ten der bisherigen Saison

1. SG Glashütte/Eppenbrunn 0,68

2. SG Bruchweiler II 0,86

3. ASV Lug/Schwanheim 0,93

4. SV Martinshöhe II 1,00

5. FC Ruppertsweiler II 1,12

6. ASV Lug/Schwanheim II 1,14

7. SV Battweiler II 1,20

8. SG Bechhofen/Lambsborn II 1,22

9. ASV Lug/Schwanheim III 1,25

10. SG Bruchweiler 1,37

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