Pirmasens
Armenische Spezialitäten im italienischen Restaurant
Das italienische Restaurant „Al Carretto“, neben dem Pflegeheim „Villa Sertel“ gelegen, hat neue Betreiber – und zugleich vertraute Gesichter. Seit Kurzem führen Armen und Anush Avetisyan das Lokal weiter.
Die beiden arbeiten im Sinne des bisherigen Pächters Toni Martinez, der nach 25 Jahren als Gastgeber noch längst nicht ganz loslassen kann. Denn der sardische Küchenchef schwingt weiterhin munter Pfanne und Kochlöffel. „Wahrscheinlich noch zwei Jahre“, sagt er mit einem Augenzwinkern – und man glaubt es ihm sofort. Unterstützt wird er dabei von Anush Avetisyan, die schon seit drei Jahren Teil des Küchenteams ist.
Sie sorgt dafür, dass die Gäste den gewohnten Geschmack von Bella Italia auch unter neuer Leitung genießen können. Und wer das Dolce Vita auch im Service spüren will, darf sich auf ein weiteres bekanntes Gesicht freuen: Carlo Tavernar, ehemals Pächter der Pizzeria „Riviera“ in der Winzler Straße, ist aus dem Ruhestand zurück – zumindest ein bisschen.
„Wir geben uns Mühe“
Mit einem charmanten Lächeln serviert er Speisen und Getränke und lässt echtes italienisches Lebensgefühl aufkommen. Italienischer geht’s kaum. Toni Martinez blickt stolz auf seine 25 Jahre im „Al Carretto“ zurück: Viele Stammgäste sind Beweis genug, dass Qualität, Herzlichkeit und Leidenschaft das Erfolgsrezept waren. Genau daran möchten Armen und Anush Avetisyan anknüpfen.
„Wir geben uns Mühe, das Lokal so weiterzuführen, wie Toni es gemacht hat – mit hoher Qualität, Sauberkeit und gutem Service“, sagt Armen Avetisyan. Vorerst bleibt die Speise- und Getränkekarte unverändert. Doch ein Hauch der neuen Heimat darf künftig dazukommen: Armen Avetisyan plant, traditionelle armenische Spezialitäten auf die Karte zu setzen – etwa Khorovats, aromatisch gegrillte Fleischspieße, begleitet von buntem Gemüse.
Das Restaurant ist ein Familienprojekt
„Ein bisschen Heimat darf sein“, sagt Avetisyan mit einem Lächeln. Der Start läuft vielversprechend: Schon jetzt verzeichnet das Lokal durchgehend gute Besucherzahlen – am zweiten Weihnachtsfeiertag sind die über 50 Plätze bereits restlos ausgebucht, verrät er. „So darf’s gerne weitergehen“, wünscht sich Armen Avetisyan, der früher in der Lagerlogistik gearbeitet hat. „Für mich ist der Neuanfang in der Gastronomie natürlich nicht leicht, aber man muss immer kämpfen.“
Während Anush am Herd zaubert, kümmert sich Armen um den Einkauf und hilft im Service – ein echtes Familienprojekt. Die Avetisyans haben bereits viel erlebt: Nach Jahren in Belgien und den Niederlanden kamen sie 2013 nach Deutschland und fanden in Pirmasens schließlich ihre neue Heimat. Jetzt bringen sie drei Welten zusammen: italienische Küche, armenische Leidenschaft und pfälzische Gastfreundschaft.