Südwestpfalz RHEINPFALZ Plus Artikel Arbeitsagentur: Beratung für Veränderungswillige kommt an

Die Arbeitsagentur bietet Beratung für Arbeitnehmern, die sich noch einmal verändern wollen oder müssen.
Die Arbeitsagentur bietet Beratung für Arbeitnehmern, die sich noch einmal verändern wollen oder müssen.

Auch Festangestellte denken hin und wieder über berufliche Veränderungen nach, haben vielleicht eine Idee, wie sie noch einmal durchstarten können. Die fachliche Beratung dazu kommt von der Agentur für Arbeit. Drei Experten bieten dazu in der Westpfalz Sprechstunden an – und berichten über interessante Begegnungen.

„Beschäftigt? Erziehend? Betreuend?“ – so steht es auf dem Info-Flyer der Agentur für Arbeit. Damit sind die Zielgruppen des Beratungsangebots bereits umrissen: Menschen, die im Arbeitsleben stehen, aber mit einer Veränderung liebäugeln, Menschen, die in der Kindererziehung stark eingebunden sind und Menschen, die Angehörige betreuen und pflegen. Bei der Agentur läuft das Angebot unter der Überschrift Karriere- und Weiterbildungsberatung.

„Wir bieten keine Lösung von der Stange, wir wollen uns nach den Menschen richten“, sagt Antje Steingaß aus dem dreiköpfigen Beraterteam, das sich den Zuständigkeitsbereich der Agentur für Arbeit Kaiserslautern-Pirmasens aufteilt. Da sei beispielsweise die Arzthelferin, die mit ihrem Beruf nicht mehr zufrieden ist und nach einer Veränderung Ausschau hält. Oder Arbeitnehmer, oftmals ungelernt, in klassischen Helferjobs. „Die wollen es noch mal wissen“, sagt Steingaß, die im Donnersbergkreis und im Landkreis Kusel tätig ist. Ein Beispiel dazu hat Steingaß’ Kollegin Arice Sapountsis parat. Die Beraterin für den Landkreis und die Stadt Kaiserslautern berichtet von einem Mann, der einst dreimal durch die Gesellenprüfung gefallen ist. Einige Jahre nun habe er als Helfer in einem anderen Handwerk gearbeitet, sich dabei Wissen und Fähigkeiten angeeignet. „Nun fängt er noch einmal eine Ausbildung an. Es wird ihm zugetraut“, sagt Sapountsis.

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Fachkraft-Bedarf der Unternehmen steigt

Einen weiteren, insbesondere für Unternehmen wichtigen Aspekt, bringt Michael Sester, der dritte Berater im Bunde und zuständig für Pirmasens, Zweibrücken und den Landkreis Südwestpfalz, ins Spiel: den Fachkräftemangel. „Die Bedarfe in den Unternehmen steigen.“ Aus Sicht der Unternehmen sei es wichtig zu wissen, „was wir an Bord haben“, sprich: welche Mitglieder der Belegschaft könnten durch eine Weiterqualifizierung oder Umschulung andere Tätigkeiten im Unternehmen wahrnehmen.

Die Bandbreite der Menschen, die in den Sprechstunden des Beratertrios sitzen oder auch telefonisch oder per E-Mail Kontakt aufnehmen, ist groß. „Vom Akademiker bis zum Ungelernten“ umreißt es Steingaß. Warum die Menschen nach Veränderung streben, sei zunächst egal. „Wir wollen auf die Wünsche eingehen, beraten ergebnisoffen“, unterstreicht Steingaß.

Ergänzung der klassischen Berufsberatung

Das Angebot des Trios sei als Ergänzung zur klassischen Berufsberatung zu betrachten, die traditionellerweise vor allem junge Menschen an der Schwelle zum Erwerbsleben in Anspruch nehmen, sagt Susanne Dietrich, bei der Agentur für Arbeit Kaiserslautern-Pirmasens Teamleiterin für den Bereich Berufsberatung im Erwerbsleben. Im Zentrum stehe dabei die Freiwilligkeit und der Wunsch nach Orientierung bei den Ratsuchenden. „Nur googlen bringt in der Regel nichts“, sagt Dietrich.

In der Tat kommen zu den Beratern auch Arbeitnehmer, die sich im falschen Beruf fühlen, hat Michael Sester beobachtet, der dann mit den zu Beratenden konkret drei Fragen beantworten möchte: „Was gibt es für mich? Wie kann ich es monetär umsetzen? Und was muss ich nun tun?“ Laut Arice Sapountsis spielten dabei auch Ängste eine Rolle: „Schaff ich das überhaupt?“, fragten sich viele in den Sprechstunden, wenn es daran geht, die konkreten Schritte in einen neuen Beruf zu erörtern, Stichwort Prüfungen. Dazu könne die Agentur für Arbeit auf Fachdienste zurückgreifen, die Eignungen überprüfen, seien es gesundheitliche oder intellektuelle Fähigkeiten, sagt Sester. Seine Erfahrung: „Die Menschen unterschätzen sich.“

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