Pirmasens Am richtigen Platz
Die Stimmung war fast ein bisschen euphorisch gestern Morgen bei der Einweihung des neuen medizinischen Zentrums an der Messe. Das elf Millionen Euro teuere Gebäude sei eine Investition in die Zukunft, ein Glücksfall für die Stadt, lobten die Redner.
Der Mediziner Walter Krämer, einer der Hauptinvestoren, wertete die Architektur als „sehr gut gelungen“. Der Standort sei ideal, „die Idee dazu hatte die Stadtspitze“ und das angeschlossene Café habe sich zu einem Kommunikationszentrum für Jung und Alt entwickelt. Oberbürgermeister Bernhard Matheis stellte heraus, dass so ein Zentrum mit Ärzten, Therapeuten und medizinischen Dienstleistern alles andere als eine Selbstverständlichkeit in einer Mittelstadt sei. „Das ist eine ganz moderne Form der medizinischen Versorgung, darauf können wir stolz sein.“ Stolz ist er auch deshalb, weil an der Stelle eine „völlig unansehnliche alte Messehalle“ verschwunden ist, ein neuer Trittpunkt auf der Verbindungsachse vom Bahnhof in die Stadt entstanden sei. Mit dem Bau des medizinischen Zentrums habe die Stadt Pirmasens einmal mehr bewiesen, dass sie zur „Avantgarde der Underdogs“ gehöre, die aus der Not eine Tugend mache, weil sie in besonderer Weise gefordert sei, gute Ideen hervorzubringen. Das Ärztezentrum sei „ein enormer Standortvorteil“, Pirmasens werde dadurch an Attraktivität gewinnen. Rolf E. Klein, Chef der Sparkasse Südwestpfalz, sagte, die zehnköpfige Investorengruppe habe allen, allen Grund, stolz auf das Projekt zu sein. „Das macht ihnen so schnell niemand nach.“ Keinen Hehl machten sämtliche Redner daraus, dass das Projekt einen langen Anlauf gebraucht hat und an unterschiedlichen Standorten geplant war, unter anderem auch auf der Husterhöhe. Der Standort Husterhöhe sei am Innenstadtkonzept gescheitert, und das sei aus heutiger Sicht gut so, meinte der Mediziner Frank Fasco, der zusammen mit dem Urologen Horst Brenneis all die Jahre der Treiber einer solchen Ansiedlung war. Laut Fasco sind die Arbeitsbedingungen in der neuen Umgebung weitaus besser als in den alten Praxen. Er erklärte auch noch einmal, warum eine ambulante Versorgung auf hohem Niveau vor Ort so wichtig ist: „Sie hilft nicht nur Leute an der Abwanderung zu hindern, sondern zieht die Leute auch an den Standort.“ Eingezogen sind in das Zentrum zwei Orthopäden, zwei Urologen, zwei Augenärzte, ein Kinderarzt, zwei Internisten und ein Zahnarzt. Mitte Juli eröffnet eine internistische Privatpraxis, drin sind auch zwei Physiotherapeuten und Fitnesstrainer, eine Ergotherapie- und eine Logopädiepraxis, ein Orthopädie-Schuhgeschäft, eine Apotheke, medizinische Fußpflege und ein Optiker. (cla)