Kegeln
Alena Bimber: Erst Weltpokalfinale, dann gegen Heimatverein ESV Pirmasens in Bundesliga
Am vergangenen Wochenende pausierte die DKBC-Frauen-Bundesliga, weil die internationalen Klub-Wettbewerbe ausgetragen wurden. Weiter geht es für den ESV Pirmasens am Sonntag um 13 Uhr beim SKC Victoria Bamberg, der gerade beim Weltpokal das Finale erreichte. Eine kaum lösbare Aufgabe beim Titelhamster (23-mal Deutscher Meister, zehnmal Champions-League-Gewinner und neunmal Weltpokalsieger). Dabei treffen die Pirmasenserinnen zum ersten Mal auf ihre langjährige Mitspielerin Alena Bimber, die vor der Saison zum oberfränkischen Starensemble gewechselt ist. Die amtierende Team-Weltmeisterin stellte sich den Fragen der RHEINPFALZ.
Frau Bimber, am Sonntag spielen Sie mit dem SKC Victoria Bamberg zum ersten Mal gegen Ihren Heimatverein. Welche Gefühle bewegen Sie?
Auf der einen Seite sehe ich dem Spiel mit Freude entgegen, da ich alle wiedersehen werde. Aber auch für mich mit das schwerste Spiel, da ich solch eine Konstellation noch nie erlebt habe. Ich hänge noch immer am ESV.
Hat der ESV eine Siegchance?
Chancen sind immer vorhanden. Wir werden den ESV auf keinen Fall unterschätzen.
Fühlen Sie sich in Bamberg wohl?
Ja. Ich wurde dort prima aufgenommen. Die Spiele beim Weltpokal vergangene Woche in München haben uns richtig zusammengeschweißt.
Was ist bei Victoria Bamberg anders als beim ESV Pirmasens?
Das kann man nicht vergleichen. Die Voraussetzungen sind ganz andere. Für mich eine ganz tolle Erfahrung.
Sie standen in den ersten beiden Bundesliga-Spielen in der Mannschaft, fehlten dann aber im dritten Spiel gegen Schretzheim. Warum?
Vor dem Spiel war ich die ganze Woche über gesundheitlich angeschlagen. So ging die Bamberger Führung kein Risiko ein und hat auf mich verzichtet.
War das auch der Grund dafür, dass Sie beim Weltpokal in München zunächst in der Qualifikation in Kombination mit Melissa Müller gespielt haben?
Ach Gott nein, ich war einfach nur schlecht und begann unter meinem Level. So wurde ich nach der Hälfte der Distanz ausgewechselt.
Im Halbfinale und im Finale waren Sie wieder im Einsatz und haben mit 619 und 603 Kegeln respektable Leistungen abgeliefert. Waren Sie zufrieden?
Ich war froh, dass ich in beiden Spielen zum Einsatz gekommen bin. Nach meinem Quali-Auftritt hatte ich einen Riesenrespekt vor der Bamberger Führung, da sie mir weiterhin ihr Vertrauen geschenkt hat. Spieltechnisch war ich mit beiden Auftritten zufrieden, aber es war mehr drin.
Das Finale verloren Sie mit Ihrem Team denkbar knapp gegen KK Mlaka Rijeka. Sie unterlagen in Ihrem Duell nur knapp mit 1,5:2,5 Sätzen. Machen Sie sich Vorwürfe?
Nein. Selbst wenn ich anstelle des halben Punktes ein ganzer Zähler erzielt hätte, wär mir der Sieg über die Kegel (603:638) nicht gelungen.
Sind Sie enttäuscht, dass es nichts mit dem Weltpokaltitel wurde?
Im ersten Moment schon. Man muss allerdings bedenken, dass wir im Finale zwischendrin einen großen Rückstand hatten. Wir haben den noch fast egalisiert und mit 3812 Kegeln ein Riesenergebnis gespielt. Außerdem sind wir auf einen Gegner getroffen, der ein Top-Spiel abgeliefert hat.
Sie haben schon sehr oft als Mitglied des Nationalkaders an Weltmeisterschaften über alle Altersklassen hinweg teilgenommen. Nun sind Sie als erste Pirmasenserin beim Klub-Weltpokal gestartet. Wie waren für Sie die Eindrücke?
Ich hatte schon mal mit dem ESV im NBC-Pokal gespielt. Der Weltpokal war da noch mal eine große Steigerung. Außerdem ist es gegenüber einer WM ein Unterschied, ob man mit einem Team, mit dem man immer zusammen ist, spielt oder in einer Auswahlmannschaft, die selten gemeinsam an die Kugel geht.
ZUR PERSON: Alena Bimber
Alter: 24 Jahre
Wohnort: Stuttgart-Möhringen
Heimatort: Pirmasens-Winzeln
Beruf: Wirtschaftsingenieurin
Verein: Seit der Saison 2022/23 SKC Victoria Bamberg, zuvor immer ESV Pirmasens
Erfolge:
2012 in Bautzen U14-Weltpokalsiegerin im Einzel und Paar-Wettbewerb
2013 im ungarischen Zalaegerzeg U18-Vizeweltmeisterin mit der Mannschaft und im Einzel-Sprint
2015 in Speichersdorf U18-Weltmeisterin im Mixed und WM-Dritte mit der Mannschaft
2018 in Cluj-Napoca (Rumänien) U23-Vizeweltmeisterin mit der Mannschaft, Deutsche Meisterin im U23-Tandem-Mixed
2019 Deutsche Vizemeisterin im Tandem-Mixed
2021 Gold im Tandem sowie Silber mit der Mannschaft und im Einzel bei der U23-WM im slowenischen Kamnik sowie Gold in Tarnowo-Podgorne (Polen) bei der Frauen-Team-WM.
2022 Weltpokal-Zweite mit Victoria Bamberg.
SO SPIELEN SIE
ESV Pirmasens: Sarah Freyler, Alisa Bimber, Marie-Luise Scherer, Luisa-Marie Neu, Melanie Wetzel, Ann-Katrin Neu. Ersatz: Nicole Winicker.
INFO
Der ESV II spielt am Samstag ab 16.30 Uhr in der Regionalliga beim KV Mutterstadt.