Pirmasens Airsoft-Waffen-Händler lädt ein zur Hausmesse
Am Eisweiher residiert einer der größten Händler Deutschlands für Airsoft-Waffen. „Sniper-Airsoft Supply“ nennt sich das Unternehmen mit 23 Mitarbeitern, das Kundschaft aus ganz Deutschland nach Pirmasens lockt. Am kommenden Samstag werden mehr als 1500 Besucher zur Hausmesse erwartet.
Inhaber Gerd Ehrlich empfängt den Besuch im „Showroom“, wo rund 80 Sturmgewehr-Imitationen an den Wänden hängen. Alle täuschend echt aus Stahl, Kunststoff und Holz gefertigt, genauso schwer wie die Originale, allerdings ganz legal für jeden erwerbbar, der älter als 18 Jahre ist. Aus so einer Kalaschnikow lassen sich ausschließlich kleine Kunststoffkügelchen mit einer vorgeschriebenen maximalen Druckkraft verschießen. Wobei heutzutage Kügelchen aus Maispulver verwendet werden, wie Stefan Martin, Abteilungsleiter Medien von Sniper, erläutert. Die Kugeln sollen biologisch abbaubar sein, wenn die Spieler sie in freier Natur verschießen. Die Gewehre, Maschinenpistolen und Maschinengewehre im Sniper-Showroom sind waffenrechtlich gesehen so genannte Anscheinwaffen. Auf einigen prangen die Logos von Herstellern wie Heckler und Koch, die ihre Genehmigung dafür gegeben haben. Andere sind exakt so gebaut wie der Wehrmachtskarabiner aus dem Zweiten Weltkrieg oder das M16-Sturmgewehr der US-Streitkräfte. Preislich bewegen sich die Gewehre um die 300 Euro. Es gibt aber auch besonders aufwendig hergestellte Einzelstücke für 1600 Euro. Das günstigste Einstiegsmodell kostet 99 Euro. Die Airsoft-Waffen kaufen fast ausschließlich Männer im Alter von 18 bis 30 Jahren. Wobei die über 40-jährigen Kunden inzwischen immer öfter gesehen werden, erzählt Martin. Den größten Umsatz macht Sniper im Internet. Dort erwartet den Interessenten ein für das junge Publikum perfekt gestylter Online-Shop mit Videos und den üblichen Verlinkungen auf sogenannte soziale Medien. Dafür investiert Inhaber Gerd Ehrlich auch einiges und unterhält eine große Medienabteilung im Haus, die ihre Videos für den eigenen Youtube-Kanal zum Teil selbst produziert. Eine halbe Million Euro habe er in den vergangenen zwei Jahren hauptsächlich in die Computerinfrastruktur investiert. Airsoft wird meist in Teams gespielt und diese wollten sich zunehmend ganz authentisch ausstatten, weshalb Sniper von der Tarnhose bis zur Schutzweste und Helmen das ganze Arsenal militärischer Kleidung vertreibt. Teilweise wollten die Spieler inzwischen schon die Originalausrüstung der Soldaten haben, die dann aber auch ihren Preis habe, erzählt Martin. Ins Geschäft mit Waffen ist Gerd Ehrlich praktisch hineingewachsen. Sein Vater hat in den 70-er Jahren ein Waffengeschäft in der Zweibrücker Straße eröffnet. Wegen sich verschärfender Vorschriften für Waffen sattelte die Familie Ehrlich zum Teil auf Landhausmode um und Gerd Ehrlich dann auf Gotcha-Waffen zum Verschießen von Farbkugeln. Das Geschäft zog in die Höfelsgasse und schließlich in die Räume des früheren C+C am Eisweiher, wo es heute unter Sniper firmiert und sich vom Familienbetrieb zu einem mittelständischen Handelsunternehmen gemausert hat. „Wir sind Marktführer in Deutschland“, erzählt Ehrlich und verweist auf Exklusivvertriebsverträge mit 18 Herstellern aus den USA und Asien, die ihre Airsoft-Waffen exklusiv über Sniper in Deutschland vertreiben lassen. Mit Gotcha handelt Ehrlich nicht mehr. Dieser Trend sei auf dem absteigenden Ast, weil es deutlich teurer als Airsoft und auch die Verletzungsgefahr größer sei. 2600 Quadratmeter für Verwaltung, Medienabteilung und Lager mit Versand unterhält Sniper am Eisweiher. Von der Straße aus ist nur der Verwaltungsbau zu sehen. Dahinter liegen Hochregallagerhallen und ein großer Hof. Dort findet am 1. Oktober die große Hausmesse statt. 1500 Besucher waren im vergangenen Jahr aus halb Europa gekommen. Die weiteste Anreise hatte ein Kunde aus Verona. Viele kämen aus Luxemburg, Belgien und Frankreich. „Die Franzosen sind da lockerer, bei denen zählt das als Spielzeug.“ In Deutschland fallen Airsoft-Waffen unter das Waffenrecht. |kka