Pirmasens Adventskalender (9): Geschenke waren ein Luxus

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„Mein Vater war sehr früh verstorben. Er war Schuhmacher und hatte für die Soldaten, die damals in der Husterhöh-Kaserne stationiert waren, die Stiefel geflickt und neu besohlt. Er wurde nur 37 Jahre alt und meine Mutter musste mich und meine fünf Geschwister alleine groß ziehen“, erinnert Irene Brill sich an ihre Kindheit in Contwig, wo sie auch geboren wurde. „Wir haben im kleinen Häuschen unserer Großeltern gelebt und da war alles sehr beengt. Geld hatten wir kaum und meine Mutter hat sich irgendwie durchgeschlagen“, sagt die 83-Jährige, die viele Jahre als Stepperin bei Dorndorf in Zweibrücken beschäftigt war und heute im Seniorenheim des ASB in Pirmasens wohnt. „Einen Christbaum hatten wir aber immer, auch wenn es nur ein kleines Ding war, aber ein größerer hätte auch kaum in das winzige Zimmer gepasst. Weil wir so arm waren, gab es natürlich auch kaum Geschenke für uns sechs Kinder. Meinen ersten Adventskranz hatte ich erst, als ich schon verheiratet war. Mein Mann war Gärtner und von daher hatten wir immer schöne Adventskränze gehabt. Ich erinnere mich, dass ich mir meine ganze Kindheit hindurch eine Puppe gewünscht, aber nie eine bekommen habe, weil unsere Mutter und auch die Großeltern sich das nicht leisten konnten. Später, als längst erwachsene Frau, hatte ich angefangen, schöne alte Puppen zu sammeln, die ich überall in der Wohnung hingesetzt habe. Ich hatte eine beachtliche Sammlung. Ein Geschenk, das ich als Kind bekam, und an das ich mich gut erinnere, war ein neuer Schlafanzug. Da hatte ich mich total gefreut drüber, weil er neu war und extra für mich angeschafft wurde. Ich habe ihn lange getragen, selbst als er mir eigentlich nicht mehr wirklich passte. (rezi)

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