Pirmasens
Abschiedszeremonie: US Army verlässt Pirmasens
Vorweg: Dieser Bericht bedient sich Informationen aus zweiter Hand, denn bei der Abschieds-Zeremonie von USAMMCE auf der Husterhöhe war die Presse nicht eingeladen. Der zuständige amerikanische Presse-Beauftragte entschuldigte sich mit den Worten: „Es tut mir leid, dass die RHEINPFALZ keine Einladung erhalten hat. Wir hatten nur neun Arbeitstage Zeit, um die Zeremonie und die Veranstaltung zu planen, und die Herausgabe einer Pressemitteilung wurde in der Eile der Planung einfach vergessen.“ Sei’s drum. Immerhin war Oberbürgermeister Markus Zwick eingeladen und von ihm stammen auch die Informationen.
Der aktuelle Kommandeur der Einheit, Colonel Shane A. Roach, Brigade-General Mark W. Thompson und Command Sergeant Major Kyle S. Brunell, beide vom Regional Health Command Europe , sprachen Abschiedsworte, wobei Brunells Rede „ein erhebliches Level an Emotionalität hatte, und sehr wertschätzend“ gewesen war, so OB Zwick im Nach-Gespräch mit der RHEINPFALZ. „Ich glaube, das hat auch den Zivilbeschäftigten gefallen, weil dabei der Standort Pirmasens, seine Geschichte und die gegenseitige Verbundenheit zwischen den Pirmasensern und den amerikanischen Freunden in den Mittelpunkt gestellt hat. Super gemacht. Das war eine bewegende Rede, die war filmreif und hat glaube ich, bei vielen den Nerv getroffen.“ Brunell kam als 21-jähriger Gefreiter nach Pirmasens, trank hier sein erstes Bier, besuchte mit seinen Kameraden die Clubs, sprach gestern über viele weitere Erlebnisse. Man hatte den Eindruck, dass er seine Herz für Pirmasens entdeckt hatte, so Zwick. Und nicht nur das, sein Herz gehört einer Frau aus der Region, mit der Brunell verheiratet ist.
„Es war ein würdiger Abschied, so habe ich es empfunden“ sagte Zwick gestern. „Die Amerikaner haben sich viel Mühe gegeben und haben sehr wertschätzend von Pirmasens als Stadt und als Standort gesprochen. Das hat mir sehr gut gefallen. Traurig, dass jetzt dieses Buch geschlossen wird. Heute wurde hier letztmals Army-Lied gesungen (The Army Goes Rolling Along). Ab morgen (also heute) hat die Air Force das Zepter.“
Wie geht es weiter? Die Frage beantwortete Zwick mehr mit Schulterzucken als mit Fakten. Denn über die verfügt er derzeit noch nicht. Am 4. November hat der OB einen Termin mit dem Kommandeur der Airbase Ramstein, General Josh Olson. Er will die drängenden Themen ansprechen, wie etwa: Benötigt die Air Force die komplette Fläche oder gibt es Teilflächen, die man möglicherweise noch freigeben könnte? Und: was macht die Luftwaffe dort überhaupt? Geht es nur um reine Lagerfläche oder kann man darüber reden, dass dort auch militärische Nutzung stattfindet, bei der die Region in irgendeiner Form von Arbeitsplätzen profitiert? Zwick: „Ich weiß, dass es immer wieder mal Bedarfe gibt. Ob das jetzt gerade aktuell so ist, weiß ich natürlich nicht.“