Fußball
2:2 in erstem Verbandsliga-Aufstiegsspiel zwischen Bundenthal und Offenbach
Es lief die 90. Minute im ersten Aufstiegsspiel zur Fußball-Verbandsliga: Beim Klärungsversuch im eigenen Strafraum fuhr der Bundenthaler Nicolas Keilbach dem Offenbacher Jakob Born in die Parade. Schiedsrichter Frederic Kaufmann entschied sofort auf Elfmeter. Der eingewechselte Agmir Bajraktari schickte den Torwart der Sportfreunde, Björn Herzig, in die falsche Ecke und verwandelte sicher zum 2:2-Endstand.
Reinerts Kritik
„Natürlich ist es am Ende blöd, dass wir das 2:1 nicht über die Zeit gebracht haben. Der Schiedsrichter hätte bei einer ähnlichen Situation vorher auch für uns Strafstoß geben können“, monierte Bundenthals Trainer Sebastian Reinert nach dem Abpfiff. In der Tat wurde der zur Pause eingewechselte Christopher Burkhard in der 54. Minute im FSV-Strafraum in die Zange genommen. Da hatte der Zweite der Landesliga Ost großes Glück, dass die Pfeife des Unparteiischen stumm blieb.
Baleas gefährliche Freistöße
Obwohl es genug Chancen für Tore aus dem Spiel heraus gab, fielen alle vier Treffer nach Standardsituationen. Bundenthal hatte große Probleme, die gefährlichen Eckbälle von Alexander Hayes zu verteidigen. Dafür wusste Offenbach kein Mittel gegen die scharf getretenen Freistöße von Bundenthals Adrian Balea. In der 26. Minute wurde Balea an der Außenlinie gefoult und brachte den Freistoß selbst nach innen. Ionut Tatar nutzte die Vorlage und lenkte den Ball mit dem Kopf zum 1:0 ins Gästetor. In der Nachspielzeit der ersten Hälfte das gleiche Schema: Foul an Balea, der Außenstürmer flankte präzise vor das Tor, und der aufgerückte Innenverteidiger Florin Radu Tesedan grätschte den Ball via Innenpfosten über die Torlinie. „Wir wussten, dass Bundenthal bei Standards gefährlich ist. Leider haben wir zweimal dumme Fouls begangen. Den Rückstand hatten wir uns selbst zuzuschreiben. Aber wie so oft sind wir zurückgekommen und haben das verdiente 2:2 geschafft“, bilanzierte später der zufriedene Offenbacher Trainer Daniel Jahnke.
Zum Unglück für Bundenthal musste Balea zur Pause mit Verdacht auf Muskelfaserriss in der Wade in der Kabine bleiben. „Wir hoffen darauf, dass er Mittwoch spielen kann. Aber es sieht nicht gut aus“, informierte Reinert. Der Coach der Sportfreunde musste außer dem Langzeitverletzten Jens Ehrstein auch den angeschlagenen Sebastian Willig ersetzen. Zudem fehlte Abwehrroutinier Daniel Braun, der allerdings zum Wochenbeginn von seiner New-York-Reise zurückkehrt und im zweiten Aufstiegsspiel am Mittwoch (19.30 Uhr) auf dem Offenbacher Kunstrasenplatz mitwirken kann.
Stabels Reflex
Der in einem 3-4-3-System agierende FSV hatte fünf Minuten vor der Pause seine erste große Chance. Verteidiger Born kam fünf Meter vorm Bundenthaler Tor völlig frei zum Kopfball, verfehlte sein Ziel aber deutlich. Auch Bundenthal besaß in Halbzeit eins noch Gelegenheiten. Nach einem gewaltigen Schuss von Co-Spielertrainer Lukas Hoffmann, den Gästekeeper Mika Stabel nicht festhalten konnte, scheiterte Tatar im Nachschuss am dann glänzend reagierenden Stabel (44.). Schon sieben Minuten zuvor hatte Stabel Hoffmanns Kopfball nach Einwurf von Dominik Will reflexartig gemeistert.
In der zweiten Hälfte dominierten weitgehend die Offenbacher, denen ihr viertägiger Mallorca-Trip über Pfingsten konditionell offensichtlich in keiner Weise geschadet hatte. Nach 52 Minuten köpfte Kapitän Tim Hörner eine zum wiederholten Male sehr gut getretene Ecke von Hayes ins lange Toreck. In der Folge hatte der FSV gegen tapfer verteidigende Bundenthaler mehr Torgelegenheiten. Bei einem Volleyschuss von Bajraktari reagierte Herzig glänzend (71.). Dazu schossen Daniel Szadorf (84.) und der eingewechselte Jan Löffelmann (86.) knapp neben das Tor. Wäre dem Foul an Burkhard ein Elfmeterpfiff gefolgt oder hätten Tatar und Hoffmann beim einzigen erfolgversprechenden Konter nicht zu lange gezögert (60.), wäre ein 3:1 aus Bundenthaler Sicht möglich gewesen. So schafften die Gäste den durchaus verdienten Ausgleich.
Drittes Spiel?
Wenn es am Mittwoch einen Sieger gibt, dann steigt dieser in die Verbandsliga auf. Bei einem erneuten Unentschieden wird ein drittes Spiel fällig. „Meine Jungs haben trotz der angespannten Personalsituation ein gutes Spiel gemacht. Noch haben wir die Chance, den Aufstieg zu schaffen“, gab sich Bundenthals Trainer Reinert kämpferisch.
SO SPIELTEN SIE
SF Bundenthal: Herzig - Propheter, Tesedan, Schertl, Robin Juretic (70. Rose) - Will, Keilbach - Brödel, Tatar, Balea (45. Burkhard) - Hoffmann
FSV Offenbach: Stabel - Born, Glaser, Knoblauch - Felix, Hörner, Hayes, Dörrzapf (88. Schäfer) - Mittenbühler (66. Bajraktari), Wagner (75. Löffelmann), Szadorf (85. Gorin)
Tore: 1:0 Tatar (26.), 2:0 Tesedan (45.), 2:1 Hörner (52.), 2:2 Bajraktari (90., Foulelfmeter) - Gelbe Karten: Burkhard, Herzig, Keilbach, Tatar - Glaser, Hayes, Schäfer - Beste Spieler: Tatar, Tesedan, Will - Glaser, Hayes, Hörner - Zuschauer: 750 – Schiedsrichter: Kaufmann (VfR Nierstein).