FUSSBALL RHEINPFALZ Plus Artikel 2:2 des FK Pirmasens in Frankfurt: Verteidiger als Torjäger

Riesiger Jubel bei den FKP-Spielern nach dem späten 2:2-Ausgleich: von links Leon Ampadu Wiafe, Daniel Bohl (Nummer 5), der kurz
Riesiger Jubel bei den FKP-Spielern nach dem späten 2:2-Ausgleich: von links Leon Ampadu Wiafe, Daniel Bohl (Nummer 5), der kurz zuvor eingewechselte Torschütze Kevin Klein, Kapitän David Becker (Nummer 9) und Dennis Krob.

Zwei Eigentore, ein später Ausgleich, eine Rote Karte und Tumulte auf dem Rasen – das 2:2 des FK Pirmasens beim FSV Frankfurt bot den knapp 1000 Zuschauern spannende Unterhaltung. Am Freitag folgt nun das Derby gegen den FC Homburg.

Dreimal in dieser Saison hatte FKP-Trainer Patrick Fischer seinen neuen Verteidiger Kevin Klein in den Schlussminuten eingewechselt. Der 21-jährige, vom FCK II gekommene Zweibrücker half dabei, das 1:0 gegen Aalen und das 0:0 gegen Bahlingen über die Zeit zu retten. Was Fischer wohl nun durch den Kopf ging, als er ihn in Frankfurt bei einem 1:2-Rückstand nach 85 Minuten für Rechtsverteidiger Manuel Grünnagel ins Spiel brachte? „Einfach noch einmal einen frischen Impuls“ habe er setzen wollen, erklärte der Coach. Und gelohnt hat es sich, denn nur vier Minuten später bugsierte Klein den Ball nach einer Ecke mit der Brust zum 2:2-Ausgleich über die Linie. „Es ist immer schön für einen Trainer, wenn du einen Spieler einwechselst und der ein Tor erzielt. Das ist das Beste, was passieren kann“, sagte Fischer.

„Enorm wichtig“

„Wenn ich ein Tor erziele, dann bei Standardsituationen. Zwei Minuten vor Schluss sind wir noch einmal alle mit nach vorne und dann haben wir den Ball gemeinsam über die Linie gedrückt“, redete Klein den Anteil an seinem Treffer klein. Der Innen- und Außenverteidiger, der mit dem Fußball bei der TSG Mittelbach-Hengstbach begonnen hatte, im FCK-Trikot 63-mal in der Junioren-Bundesliga auflief und mit den Lauterern 2018 das DFB-Pokal-Finale der A-Junioren erreichte, hofft aber natürlich, auch durch solche Erfolgserlebnisse seine Chancen auf einen Einsatz von Beginn an zu erhöhen. „Es war enorm wichtig, nach drei Niederlagen in Folge einen Punkt mitzunehmen“, fand er.

Grieß-Kopfball führt zu 1:0

Dass zunächst sogar ein Sieg im Bereich des Möglichen schien, daran hatte Yannick Grieß gehörigen Anteil. Der Windsberger köpfte in der 35. Minute an den Innenpfosten, dann sprang der Ball ans Bein von FSV-Verteidiger Robin Williams und von dort zum 1:0-Führungstreffer für die Südwestpfälzer ins Tor. „Mir ist das relativ egal. Meine Hauptaufgabe ist es ohnehin nicht, Tore zu schießen“, sagte der 25-jährige Innenverteidiger dazu, dass ihm der Treffer offiziell wohl nicht gutgeschrieben wird. Ärgerlicher war für ihn die Entstehung des Frankfurter 1:1 durch Arif Güclü (40.): „Da hätten wir schon zuvor drei- oder viermal klären können, sind in Überzahl auf der rechten Seite, dann kommt der Ball irgendwie ins Zentrum. Der Abschluss war dann super.“

Bis zum Umfallen gekämpft

Am Ende war das Unentschieden aber sicher kein schlechtes Ergebnis, nachdem der FKP durch das Kopfball-Eigentor von Konstantinos Neofytos (78.) wieder mit leeren Händen dazustehen drohte. „Wir sind mit dem Punkt einverstanden, weil wir mal wieder Moral gezeigt haben. Auch wenn es spielerisch nicht immer so gut aussieht bei uns: Wir wissen, was wir können und versuchen, unser Bestes zu geben, uns reinzuwerfen und geben nie auf“, befand Daniel Bohl. Für die positiven Attribute, die der 27-Jährige der Mannschaft zuschrieb, war er selbst wieder einmal ein Musterbeispiel: Als Sechser kämpfte er bis zum Umfallen und half so, dass auf Seiten der Hessen kein echter Spielfluss aufkommen konnte.

Rudelbildung

Beteiligt war der Ex-Drittligaprofi auch an der unschönsten Aktion im Spiel: Nachdem er in der 90. Minute Güclü im Mittelfeld gelegt und damit einen aussichtsreichen Angriff des Gegners unterbunden hatte, ließ sich dieser zu einer Tätlichkeit hinreißen. „Die Gelbe Karte für mich geht in Ordnung, weil ich schon rüde reinging, aber er hat sich dann nicht so im Griff gehabt“, merkte Bohl dazu an. Es folgte eine Rudelbildung, an der fast alle Spieler beteiligt waren – auch das Personal von den Bänken zeigte vollen Einsatz. FKP-Trainer Fischer erklärte, er habe versucht, zu „schlichten“. Schiedsrichter Marvin Maier war vermutlich froh, das Spiel schnell danach abpfeifen zu können.

Längere Sperre droht

Dem Frankfurter Trainer Angelo Barletta tat die Rote Karte für Güclü weh: „Das ist aktuell mit Abstand mein bester Stürmer. Ich weiß, dass er bestimmt nicht nur ein Spiel Sperre bekommen wird.“

Tumult in der 90. Minute: Schiedsrichter Marvin Maier zeigt FSV-Stürmer Arif Güclü (3. von rechts) nach Tätlichkeit gegen Daniel
Tumult in der 90. Minute: Schiedsrichter Marvin Maier zeigt FSV-Stürmer Arif Güclü (3. von rechts) nach Tätlichkeit gegen Daniel Bohl (am Boden) Rot. FKP-Angreifer Dennis Krob (Nr. 20) hat Güclü etwas zu sagen; auch FKP-Trainer Patrick Fischer (rechts) ist auf dem Feld.
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