Pirmasens
16.000 Menschen in Arbeit vermittelt: Bilanz des Pirmasenser Jobcenters
Mit dem Inkrafttreten des sogenannten Hartz IV-Gesetzes am 1. Januar 2005 wurde der Grundstein für die Zusammenlegung von Arbeitslosenhilfe und Sozialhilfe zum neuen Arbeitslosengeld II gelegt – heute Bürgergeld. Als ausführende Stellen dieser neuen Sozialleistung wurden Verbünde zwischen der Bundesagentur für Arbeit und den Kommunen geschaffen. 20 Jahre später heißen diese Behörden Jobcenter. „In Pirmasens gab es bereits zuvor eine Besonderheit: Seit dem Jahr 2000 arbeiteten die Stadtverwaltung und die Agentur für Arbeit in einem Modellprojekt, der sogenannten Jobbörse, zusammen. Diese war damals auf der Husterhöhe in der Pestalozzistraße angesiedelt“, erklärt Peter Schwarz, der Geschäftsführer des Pirmasenser Jobcenters.
Für die Mitarbeiter der Arbeitsagentur sei die Zeit des Umbruchs organisatorisch sehr fordernd gewesen, da zwei Verwaltungen zusammengelegt werden mussten. „Wir hatten die Aufgabe, das neue Gesetz mit Leben zu füllen und in Pirmasens umzusetzen. Die Jahre 2005 bis 2010 waren von Massenarbeitslosigkeit geprägt. Ziel war auch damals, dass von Arbeitslosigkeit betroffene Menschen ein eigenverantwortliches Leben führen können. Bis dahin stellten wir ihren Lebensunterhalt sicher“, erinnert sich der Geschäftsführer des Pirmasenser Jobcenters. Im Jahr 2011 sei die damalige Arbeitsgemeinschaft (Arge) schließlich zum Jobcenter umfirmiert geworden. Der Standort wechselte damals in die Schachenstraße.
500.000 Beratungsgespräche in 20 Jahren
„In den letzten 20 Jahren gelang in Pirmasens bei mehr als 16.000 Menschen die Integration in den Arbeitsmarkt. In diesem Zeitraum wurden von den Mitarbeitern im Jobcenter mehr als 500.000 Beratungsgespräche geführt und etwa 1,1 Millionen Leistungsbescheide erstellt“, berichtet Schwarz. Jährlich seien im Schnitt etwa 23 Millionen Euro an passiven Leistungen zum Lebensunterhalt oder für die Wohnung der Leistungsempfänger ausgezahlt worden. Laut Schwarz verdeutlichen die Zahlen, dass die Begleitung und Unterstützung arbeitssuchender Bürger durch das Jobcenter nicht nur herausfordernd sei, sondern auch einen „bedeutenden Beitrag“ für den Ausgleich am Arbeitsmarkt und die soziale Stabilität in Pirmasens leiste.
Herausfordernd sei auch die Rechtsmaterie im sogenannten SGB II: „Auch heute, 20 Jahre nach der Einführung, ist sie einer ständigen Weiterentwicklung durch Rechtsänderungen und Gerichtsurteile unterworfen und wird auch heute noch kontrovers diskutiert“, sagt Schwarz, der seit 2015 Geschäftsführer des Jobcenters ist. Ebendieses Jahr – mit der ersten Flüchtlingswelle – sei für das Jobcenter nicht einfach gewesen, ebenso wie die Jahre der Corona-Pandemie. „Der Krieg in der Ukraine folgte wenige Jahre später. 2024 konnten wir 100 Ukrainer in Arbeit vermitteln, und derzeit laufen wieder Sprachkurse. Die Integrationsarbeit wird oft durch die Bürokratie erschwert, weil es lange dauert, bis Bildungsabschlüsse in Deutschland anerkannt werden“, erklärt Schwarz. Durch die Zuzugssperre erhöhten sich die Zahlen der Flüchtigen nun nicht mehr. Laut Schwarz liegt die Zahl der Leistungsbezieher von Bürgergeld aktuell bei 3496.